Béa Beste: Die richtige Schule für mein Kind finden

#Eltern-Gedöns Episode #025

Bea Beste: Die richtige Schule für mein Kind finden | Eltern-Gedöns-Podcast
Was ist die richtige Schule für mein Kind? Das fragen sich viele Eltern zur Einschulung oder Schulwechsel. Béa Beste verrät im Podcast-Interview viele Tipps und sie muss wissen, wie es geht – schließlich hat sie eine ganze Kette von Schulen (mit-)gegründet.

Béa Beste – die Schulgründerin

Zu erst einmal: Béa Beste heißt tatsächlich so – das wird sie nämlich häufig als erstes gefragt. Béa ist vor allem eine Gründerin aus Leidenschaft. Ein Unternehmen gründen ähnelt einer Geburt, meint sie.

„Du kannst alles, – du musst es erst noch lernen.“

Und Béa kennt alle Seiten des Unternehmertums: Während sie mit Phorms eine erfolgreiche Schulkette (mit)gegründet hat, die mittlerweile acht Standorte umfasst, ist ein anderes Unternehmen von ihr gescheitert. Ihrer sprühenden Energie und Optimismus hat das jedoch keinen Abbruch getan. Und eins ist all ihren Projekten gemeinsam: Es ist Bildung, für die Béas Herz schlägt.

Béas eigener – steiniger – Weg

Im Podcast erzählte sie über ihren eigenen Weg, wie sie früh ihre Eltern verlor, wie sie aus ihrem Land floh, was sie dabei getragen hat – und weshalb Kinder Freude und Sinn brauchen, um erfolgreich ihren Weg zu gehen.

Der wichtigste Tipp zur Schulwahl

„Vertraut keinen Gerüchten“, empfiehlt Béa Eltern. Stattdessen sollten sich Eltern ein eigenes Bild von der Schule machen – und zwar mit dem Kind. Dazu können im besten Fall ein Unterrichtsbesuch zählen, aber auch der Tag der offenen Tür.

„Nicht alle Kinder aus einer Familie müssen auf die gleiche Schule.“

Wichtig sei immer: Auch auf das eigene Bauchgefühl vertrauen. Denn alle schönen Konzept taugen am Ende nichts, wenn sich Kind und Eltern mit der Schulwahl unwohl fühlten. Ausführlich erklärt das Béa  mit weitern Tipps im Podcast. Da erfahrt ihr auch Béas geheimen Hausmeister Tipp 😉

Das alles und viel mehr im Podcast – und auf Béas Blog. Dort hat sie auch eine Checkliste für die richtige Schulwahl.

Hier findet ihr Béa im Netz

Ihr findet Béa auf Facebook oder Twitter oder Instagram oder ihr schaut einfach auf ihrem Blog tollabea.de vorbei. Auf ihrem Blog findet sich auch der Artikel Mission possible: Wie finde ich die richtige Schule für mein Kind? inklusive Checkliste! Das Ergebnis ihres Projektes Schulgründung könnt ihr in Form der Schulkette Phorms bestaunen.

 


Köln: Der Kreis der Väter 2018-2019

Der Kreis der Väter ist ein Selbsterfahrungsprozess über 6 Monate. 1 feste Gruppe von Vätern. 6 Abendseminare in Köln.

ACHTUNG: Der Kreis der Väter startet am 4. Oktober – nur noch wenige Plätze frei!

Weitere Infos und die Anmeldung.

Der Kreis der Väter in Köln

 


 

Angeleitete Meditationen: Der leichte Weg

#Eltern-Gedöns Episode #024

Angeleitete Meditationen für Eltern – Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

In vielen Familien potenziert sich der Stress der Gesellschaft. Zu den Anforderungen aus dem Beruf kommt jetzt noch die Dynamik von Kindern und Partnerschaft. Eigentlich wäre Anhalten, Innehalten oder Zu-Ruhe-Kommen genau jetzt angesagt. Doch genau das fällt vielen Eltern ja so schwer. Geführte Meditationen bieten für mich einen leichten Weg Achtsamkeit zu üben.

 

Wenn es mit dem Stillsitzen nicht klappt

Nicht nur kleine Zappelphilippe in der Schule hält es kaum auf den Stühlen – auch vielen Erwachsenen fällt es schwer, still zu werden. Dabei bedeutet Meditation eigentlich einfach zu schauen, was gerade da ist. Oft ist allerdings so viel los (im Kopf), dass es schon schwerfällt überhaupt sitzen zu bleiben. Deswegen liebe ich bewegte Meditationen (ausführlicher hier zu den Vorteilen der körperorientierten Meditationen) und angeleitete Meditationen.

Die Vorteile geführter Meditationen

Angeleitete Meditationen wirken aus meiner Sicht aus zwei Gründen besonders gut: Zum einen geben sie einen festen Rahmen vor und zum anderen ist da ein Person, die mich führt.

Der Fitness-Club-Effekt

Mir fällt es einfach leichter, regelmäßig Sport zu machen, wenn ich einen festen Rahmen dafür habe – zum Beispiel: Montagabend Aikido. Ich weiß ich muss pünktlich sein, sonst fangen die ohne mich an. Vielleicht warten sie sogar auf mich. Dieser Rahmen gibt mir Halt. Und das ist in der Meditation gerade am Anfang ungeheuer wichtig.

Zumindest ich lies mich anfangs viel zu schnell ablenken. Ein Gedanke kam und schon sprang ich auf. Oder ich saß da und die Sorgen wirbelten in meinem Kopf. Danach fühlte ich mich noch schlechter als zuvor.

Wenn hingegen mich jemand durch den Prozess führt, dann fällt es mir viel leichter zu bleiben. Damit kommen wir auch schon zum nächsten Punkt: Dem Gegenüber.

Wenn sich Stille überträgt

Ein Gegenüber, eine Person, die mich durch oder in Meditation führt, hat ganz entscheidende Vorteile: Allein durch ihre Anwesenheit kann sich mich beruhigen. Besonders wenn sie in Meditation geübt ist: Dann ist es als färbe ihre Stille auf mich ab. Soziale Ansteckung nennt man das.

Der Wirkung der Stimme kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu. Deswegen funktionieren geführte Meditationen auch als Audio, das heißt wenn überhaupt keine reale Person anwesend ist.

 

 

Cover Dem Herzen Kraft geben – die Hara-Herz-Meditation CD-Tipp

Die Hara-Herz-Meditation ist eine angeleitete bewegte Meditation, die das japanische Konzept des Haras (unserer Mitte) nutzt. In dieser Meditation stärkst du zuerst dein Hara und dann dein Herz. Am Ende gehe ich auf der einen Seite geerdert und beruhigt und auf der andern Seite mit Tatkraft aus der Meditation. Die Meditation dauert 35 Minuten und ist von Anando Würzburger eingesprochen.

 

Dem Herzen Kraft geben: Hara Herz Meditation 
Autor: Anando Würzburger

1 CD
ca. 16 EUR

CD auf Amazon

 

Audio-Reihe Achtsames Elternsein

 

 


Köln: Der Kreis der Väter 2018-2019

Der Kreis der Väter ist ein Selbsterfahrungsprozess über 6 Monate. 1 feste Gruppe von Vätern. 6 Abendseminare in Köln.

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Andrea Böer-Brand: Die Gefühle der Kinder

#Eltern-Gedöns Episode #023

Andrea Böer-Brand: Die Gefühle der Kinder | Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Gefühle können Kinder schon mal überwältigen – und dabei die Erwachsenen gleich mit. Was dann hilft, wozu Gefühle gut sind und wieso wir eigentlich alle Kinder-Experten sind, erklärt die Therapeutin Andrea Prano Böer-Brand im Interview.

Weshalb uns die Gefühle der Kinder überfordern

Kinder gehen völlig in dem Gefühl auf, sagt Prano: Und diese Totalität kann uns Erwachsene leicht überfordern. Das hat auch damit zu tun, dass wir selbst häufig keinen guten Kontakt mehr zu unseren Gefühlen haben.

Wie mit den großen Gefühlen der Kinder umgehen?

Wenn Kinder Gefühlsausbrüche haben, scheint es schwer sie zu erreichen. Der erste Schritt, so Prano, sei es die Kinder und ihre  Welt zu verstehen. In dem Moment, in dem sie selbst ein Kind verstehe, komme sie selbst zur Ruhe. Und diese Ruhe überträgt sich wieder auf das Kind.

Zeit nehmen ist das A und O.
Andrea Böer-Brand

Der Erwachsene kann jetzt aus dieser Ruhe heraus auf das Kind schauen. Die Folge: Das Kind fühlt sich gesehen. Das können wir als Eltern noch verstärken, indem wir das Kind spiegeln.

Die drei Schritte bei großen Gefühlen

  1. Zeit nehmen
  2. Kind sehen
  3. Gefühle spiegeln

Was tun, wenn ich keine Zeit habe?

Leider gehört es zur Realität, dass wir häufig gar keine Zeit haben. Es fehlt uns also der Raum, den wir brauchen, um uns und das Kind zu beruhigen. Alles muss dann ganz schnell gehen.

In solchen Moment hilft es, sich wenigsten einen kleinen Augenblick Zeit zu nehmen und dem Kind wenigstens das zu sagen: „Jetzt habe ich keine Zeit. Wir kommen gleich darauf zurück.“

Wenn ich geübt bin, reichen manchmal zwei, drei Sekunden, um die Verbindung zum Kind aufzubauen.

Vorbilder in Gefühlsdingen

Kinder brauchen auch in Gefühlsdingen Vorbilder, ist Prano überzeugt: „Mutige Erwachsene, die vorleben, dass man sich freut, traurig ist, unsicher, die sauer sind, die streiten ohne zu verletzten.“
Eins ist ihr noch wichtig: Auch sich als Eltern gegenüber den Wünschen der Kinder abzugrenzen und seine eigenen Grenzen zu wahren, bedeutet ein gutes Vorbild zu sein.

Andrea Prano Böer-Brand

Andrea Prano Böer-Brand ist unter anderem Heilpädagogin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Kreative Kinder- und Familien-Therapeutin. Sie arbeitet in Bielefeld mit großen und kleinen Kindern – denn auch in Erwachsenen lebt das Innere Kind weiter. Einer ihrer Schwerpunkte sind Pflegefamilien. Ihr könnt sie über ihre Webseite kreative-therapie-bielefeld.de erreichen.

Pranos Buchempfehlungen

Wer mehr in die Gefühle der Kinder eintauchen will, dem empfiehlt Andrea zwei Bücher von Udo Baer: Wie Kinder fühlen (Bibliothek der Gefühle) (Beltz) und den frisch erschienenen Titel Die Weisheit der Kinder: Wie sie fühlen, denken und sich mitteilen (Klett-Cotta).

 

 

 

Ruhiger werden im Familienalltag: Bewegte Meditationen

#Eltern-Gedöns Episode #022

Bewegte Meditationen für Eltern – Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Still sitzen ist alles andere als einfach – vielen Eltern fehlt dazu schlicht die Muße und Ruhe. Doch wie dann aussteigen aus dem Gedankenkarussell oder was tun bei Stress? Bewegte Meditationen bieten einen leichten Einstieg in die Welt der Meditationen. Was dafür spricht und wie sie wirken, in dieser 5-Min-Solo-Nummer.

Der Vorteil bewegter Meditationen

Wer schon den ganzen Tag sitzend verbracht hat, dem fällt es unter Umständen schwierig mit einer klassischen Sitzmeditation zu beginnen. Bewegte Meditationen wirken wie eine Musterunterbrechung – da sie über den Körper gehen.

Körper und Geist sind eins: Den Zusammenhang kennen wir von psychosomatischen Störungen oder Krankheiten. Umgekehrt funktioniert das jedoch auch: Über den Körper bewegen oder beruhigen wir den Geist.

Viele kennen die Wirkung vom Sport. Wenn ich laufe, dann komme ich schnell in einen anderen Zustand.

Audio-Reihe Achtsames Elternsein

Unterschiedliche Meditationsformen

QiGong, Tai Chi oder Yoga – es gibt die unterschiedlichsten bewegten Meditationen. Eine Gehmediation lege ich auch mal für ein paar Minuten ein. Ein Innehalten, wenn ich spüre, dass ich gerade hektisch zu einem Termin hetze. Andere Formen sind auf eine halbe oder ganze Stunde angelegt.

Die Dynamische Meditation dauert zum Beispiel eine ganze Stunde. Musik führt mich durch fünf Phasen. Die ersten drei Phasen sind dabei sehr fordernd und aktivierend: Atmen, Ausdruck und Springen. Danach bin ich verschwitzt und k.o. So kann ich in die Stille fallen. Diese Meditation halte ich für sehr tiefgreifend – ich empfehle aber sie erstmal angeleitet in einer Gruppe auszuprobieren.

Ebenfalls eine Stunde dauert die Kundalini Meditation. Sie ist eine klassische Abendmeditation und eignet sich, um den Tag zu beschließen. Sie besteht aus den vier Phasen: Schütteln und tanzen und zwei Ruhephasen, wobei die erste im Stehen oder Sitzen stattfindet, und die zweite im Liegen. In vielen Städten gibt es Angebote für diese Meditation. Die Kundalini kannst du meines Erachtens auch sehr gut alleine machen. Die CDs zu beiden Meditationen sind im Handel erhältlich.

Eine andere, eher sanfte Meditationsform ist die Latihan Meditation. In der Latihan gibst du dem Körper die Gelegenheit sich selbst zu bewegen. Das hört sich vielleicht erstmal seltsam an, kann aber eine wundervolle Erfahrung sein, wenn du einfach dem folgst, was der Körper dir vorgibt.

Eine Gehmeditation kannst du hingegen einfach selbst ausprobieren – und zwar jetzt: Nimm dir einfach ein paar Minuten Zeit und gehe ganz bewusst. Schritt für Schritt. Setze einen Fuß nach dem anderen auf. Spüre, wie der Fuß abrollt. Spüre den Boden unter deinen Füßen. Kannst du die einzelnen Knochen im Fuß spüren? Was passiert im Bein, im restlichen Körper? Was nimmst du sonst wahr? Vielleicht rasen deine Gedanken weiter, während deine Füße schleichen? Alles darf sein. Es geht nur darum zu beobachten.

 

Happy Cells by Navanita Harris CD-Tipp

„Happy Cells“ ist eine angeleitete bewegte Meditation, die dich dabei begeleitet, in deinem Körper anzukommen. Eine, wie ich finde, sehr berührende Meditation – und eine meiner Lieblingsmeditationen unter den angeleiteten. Eingesprochen von Navanita Harris selbst, unterlegt mit wunderbaren Musikstücken. Die Meditation ist knapp über eine Stunde lang. Aufwändig gestaltet CD-Box mit zwei CDs. Auf der einen die gesprochene Meditation, auf der anderen die reine Musik.

Happy Cells (englisch!)
Autor: Navanita Harris

2 CDs
29,99 EUR

Die CD-Seite von Navanita

 


Köln: Der Kreis der Väter 2018-2019

Der Kreis der Väter ist ein Selbsterfahrungsprozess über 6 Monate. 1 feste Gruppe von Vätern. 6 Abendseminare in Köln.

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Der Kreis der Väter in Köln

 


 

Der Flix: Comics, Kinder und der Postbote

#Eltern-Gedöns Episode #021
Der Flix im Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Flix ist ein deutscher Comic-Autor und -Zeichner. Sein aktuelles Werk: Spirou in Berlin. Wir sprechen im Interview natürlich über Comics und seinen künstlerischen Werdegang, vor allem aber über seine Familie, sein eigenes Elternsein, über Beerdigungen, Trauer und Hoffnung, Künstlersein und Radtouren in der Kindheit. Doch dann klingelt es während des Interviews an der Tür … 

Wenn der Postbote einmal klingelt

Ja, in diesem Interview klingelt es an der Tür. Wieso das überhaupt nicht störend war, sondern am Ende ein echtes Geschenk ist, verrate ich an dieser Stelle nicht – dafür musst du schon in den Podcast reinhören 😉 Dafür verrate ich dir aber, wieso ich überhaupt hier einen Comic-Künstler interviewe.

Was haben Comics mit achtsamer Erziehung zu tun?

Klar, Comics und Kinder passen zusammen – zumindest spielten Comics in meiner Kindheit eine große Rolle (Auch wenn ich mir in meiner Wahrnehmung vieeeeel zu selten einen leisten konnte). Nun schreibt Flix aber eher für ein erwachsenes Publikum. Gut, sein aktuelles Werk „Spirou in Berlin“ ist da eine Ausnahme. Und ja, Flix ist auch selber Vater von zweier Töchter. Was ihn aber in meinen Augen vor allem so prädestiniert über Familie und Kinder zu sprechen, ist seine zutiefst humanistische Sicht. Denn die spricht aus jedem seiner Comics,. Und dass diese liebevolle Haltung mit einem sprühenden Humor einhergeht, macht ihn und seine Werke um so liebenswerter.

Der Flix

Flix heißt eigentlich mit bürgerlichem Namen Felix Görmann. Comics veröffentlicht er schon seit 20 Jahren. Obwohl seine Comics größtenteils fiktiv sind, behandeln sie häufig Alltagsthemen und richten sich eher an ein erwachsenen Publikum – sogleich er mit Ferdinand der Reporterhund auch Comics für Kinder schreibt. Seine Comic-Strips erschienen schon in renommierten Medien wie der FAZ, Dein Spiegel und Der Tagesspiegel.

„Etwas, was ich brauche, zum Leben ist Hoffnung.“
Flix

 

 

 

Mehr über und von Flix

Eine Übersicht über alle seine Werke sowie seinen aktuellen Comic „Glückskind“  findet ihr auf Flix Webseite www.der-flix.de. Darüber hinaus könnt ihr dem Comic-Zeichner auch auf seiner Facebook-Page oder auf seinem Instagram-Profil folgen.

Leseempfehlungen

Im Folgenden eine kleine Auswahl aus dem reichhaltigen Comic-Werk des Autors – okay, wenn ich ehrlich bin, ich liste euch einfach meine Flix-Lieblings-Comics auf 🙂

    • Da war mal was, 2009
    • Don Quijote, 2012
    • Ferdinand, der Reporterhund,  2013
    • Schöne Töchter,  2015
    • Glückskind, 2017
    • Spirou in Berlin, 2018

Was ist Meditation und wieso ist sie für Eltern gut?

#Eltern-Gedöns Episode #020

Meditation für Eltern – Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Was ist Meditation? Wieso ist Meditieren für uns Eltern so hilfreich? Und wie kann ich anfangen? Diese Fragen beantworte ich in dieser Solo-Folge von Eltern-Gedöns. Ich spreche dabei vor allem über meine persönliche Erfahrung mit Meditation.

Meine Erfahrung mit Meditation

Mich hat Meditation schon lange gereizt – und eigentlich viele der überlieferten Techniken, Wissen und Weisheiten aus Asien. Sei es nun Meditationsformen, Kampfkünste oder Gesundheitspraktiken. Vielleicht auch, dass diese Überlieferungen mir unverbrauchter erschienen, wahrhaftiger als viele unserer eigenen Überlieferungen. Es fühlte sich für mich an, als sei der Osten noch näher an der Quelle.

Ein langer Weg zu einem leichten Umgang mit Meditation

In den 90er Jahren hatte ich begonnen mich mit Meditation zu beschäftigen. Zazen heißt das stille Sitzen im Zen-Buddhismus. Ich hatte es mit einem Buch versucht. Doch sobald ich saß, fiel es mir schwer mich zu konzentrieren oder still zu sitzen. Meine Gedanken kreisten. Eine Methode ist, die Atemzüge zu zählen – nur bis zehn! Doch ich kam nicht mal bis drei und schon waren meine Gedanken auf und davon. Allein sitzen funktioniert nicht.

Still sitzen in Gemeinschaft

Ich versuchte es also in der Gemeinschaft. Ich besuchte ein Zen-Dojo. 45 Minuten saßen wir da in Stille. Mein Kopf ratterte genauso wie zuhause. Immerhin funktionierte der soziale Druck: Ich traute mich nicht aufzustehen und blieb sitzen. 45 Minuten lang. Mir tat alles weh! Also so ging es auch nicht …

Achtsamkeit in Bewegung

Ich habe irgendwann mit Qi Gong angefangen – das mache ich übrigens bis heute. Es ist Teil meiner morgendlichen Rituale und wenn es nur 5 Minuten auf dem Balkon sind. Dann habe ich 12 oder 13 Jahre lang Aikido gemacht. Dort bin ich mit Ki-Meditation und Ki-Atmung in Berührung gekommen. Beides war für mich sehr hilfreich, es hat meine Atmung verändert, wieder natürlicher werden lassen.

Der Vorteil bewegter Meditationen

Wir sitzen heute einen Großteil des Tages: Am Frühstückstisch, im Auto oder in der Bahn, am Computer, vor dem Fernseher. Der Körper, scheint es, wird kaum noch gebraucht. Gefragt ist bei vielen scheinbar nur noch der Kopf. Das Problem: Wenn wir uns dann hinsetzen und die Stille suchen, dann ist das das Gleiche, was wir schon den ganzen Tag gemacht haben: Und der Kopf rattert munter weiter.

Hier setzen bewegte Meditationen an. Bewegte Meditationen geben dem Körper Zeit und Raum sich auszudrücken. Sie geben uns Zeit, den Körper wieder wahrzunehmen. Und erst danach die Stille zu spüren.

Die Benefits: Was macht Meditation mit mir?

Ja, meist bin ich nach einer Meditation ruhiger. Es hat sich etwas beruhigt in mir. Doch das ist quasi nur ein Nebeneffekt. Vor allem komme ich in der Meditation in die Beobachterrolle oder übe diese. Beobachterrolle bedeutet, dass ich mich selbst beobachte – also meine Gedanken, meine Gefühle und meine Körperwahrnehmungen.

Meditation heißt nicht, dass automatisch alle Dinge von mir abfallen, die mich stören. Wenn ich zum Beispiel angespannt bin, dann nehme ich das in der Meditation bewusst wahr. Es kann sich dadurch verändern, muss es aber nicht. Was bei mir häufig passiert, ist dass ich einen Abstand zu den Dinge bekomme. Die Dinge sind nicht weg. Sei es nun das Gedankenkarussell, die Gefühle und die Körperwahrnehmungen sind alle noch da – nur ich bin nicht mehr so mit ihnen verhaftet.

Diese Beobachterrolle merke ich meist nach der Meditation – aber es ist auch ein langfristiger (Lern-)Effekt, der sich einstellt. Und damit sind wir auch bei dem Punkt angelangt, wieso Meditation für Eltern so ein Geschenk ist.

Audio-Reihe Achtsames Elternsein

Meditation und Elternsein

Wieso könnte es Eltern helfen, wenn sie meditieren? Ich merke, dass ich immer häufiger in die Beobachterrolle gehen kann – auch im Alltag. Bei einem Trotzanfall kann ich zum Beispiel sehen, dass ich es bin, der wütend wird. Ich sehe, dass es meine Wut ist und damit auch meine Verantwortung mit meiner Wut umzugehen. Und ich habe plötzlich einen Abstand zu der Wut.

Entspannt(er) mit Trotzanfall oder Vokabellernen

Oder: Ich werde sauer, weil mein Kind seine Vokabeln nicht lernen will. Dann merke ich: ICH will, dass mein Kind Vokabeln lernt. Und es ist meine Angst, weil ich so ein Ding mit der Schule hatte. Wenn ich das spüre und erkenne, dann kann ich die Angst und die Wut auch gut bei mir lassen. Dass ich sehe, dass es meins ist, entspannt mich. Es entspannt mich ganz allgemein und mach mich ruhiger – im Umgang mit meinem Kind, mit meiner Frau,m it Kollegen, mit Vorgesetzten oder sonstigem.

Übrigens: Mittlerweile bin ich auch sehr dankbar, wenn ich in Stille sitzen kann. 🙂

Wenn du noch Fragen hast zu Meditation, dann schreib mir gerne an info@christopher-end.de. Diese Folge ist Teil einer kleinen Reihe zu Achtsamen Elternsein. Die Folge 18 war quasi die Einführung ins Achtsame Elternsein.

 

 

 

Cover Die Hirnforschung auf Buddhas SpurenWer sich für wissenschaftliche Belege zu den Auswirkungen von Meditation interessiert, dem sei das Buch Die Hirnforschung auf Buddhas Spuren empfohlen. Es führt nicht nur verständlich in den aktuellen Stand der Forschung ein, sondern beschreibt auch ganz praktisch  Achtsamkeitsübungen und Meditationen.

Die Hirnforschung auf Buddhas Spuren
Autor: James Kingsland

331 Seiten, gebunden
BELTZ
ISBN 978-3-407-86444-4
19,95 EUR

Die Buch-Seite des Verlags.

Martin Sutoris: Kinder in den Schlaf begleiten

#Eltern-Gedöns Episode #019
Martin Sutoris: Einschlafen im Eltern-Gedöns-Podcast

 

Schlafen gehen ist eins der ganz großen Themen in der Erziehung. Eine einfach zu lernende Methode hat Martin Sutoris entwickelt – das Buch dazu ist gerade unter dem Titel „Der Zauberkäfer – Die liebevolle EInschlafmethode für Kinder“ erschienen. Im Interview verrät dir Martin, wie du deinem Kind mit Geschichten und Hypno-Techniken hilfst, seine Ängste und seine großen Gefühle in den Griff zu bekommen.

Martin Sutoris

Martin ist Coach und Trainer und unterstützt normalerweise Erwachsenen ihre mentale Fitness zu steigern: Also ihnen beizubringen, wie sie Herausforderungen bewältigen können – sei es nun als Unternehmer, Führungskraft, Angestellter oder Studierender. Es geht ihm um die Fähigkeit mich selbst zu regulieren. Als Coach und Vater hat er dieses Wissen auch immer schon bei seinen Kindern eingesetzt. Im Podcast erklärt er, wieso diese Fähigkeit in unserer heutigen Zeit so wichtig ist und wie wir Eltern unsere Kinder unterstützen können, damit sie die Fähigkeit sich selbst zu regulieren erlernen können.

Einschlafen oder: Mama, kannst du nochmal  …

Eigentlich ist es ganz einfach, Kinder in den Schlaf zu begleiten, meint Martin. Wir als Eltern müssen uns einfach zum Kind kuscheln und auf den Schlaf warten. Dumm nur, dass das so lange dauert (und dann nichts mehr von der Netflix-Zeit der Eltern übrig bleibt) oder wir als Eltern einfach vor dem Kind einschlafen …

Zum Schlaf braucht es vor allem einmal Entspannung.

Gefühle, Gedanken und Probleme lösen

Häufig sind es Gefühle oder Gedanken, die die Kinder vom Schlafen abhalten. Leider hilft gut zureden überhaupt nicht, wenn ich Angst vor der Schule, vor der Übernachtung oder dem Monster unter dem Bett habe. Was hilft, ist Martin überzeugt, ist die Arbeit mit Bildern.

Wie Bilder und Geschichten Kinder helfen

Bilder wirken anders als Gespräche und Worte. Mit Bildern erreicht man Kinder schneller. Wenn Papa sagt, „Das Bett ist jetzt ein Piratenboot“, dann ist das für Kinder sofort Realität. Diese Fähigkeit der Kinder können wir nutzen.

Wenn wir als Eltern die Bilder der Kinder aufgreifen, können wir diese zu einem Lösungsbild umwandeln. Aus der schwarzen Wolke im Bauch des Kindes können wir so einen bunten Schmetterling schaffen. Wir arbeiten also mit der Vorstellung der Kinder. Die Vorteil von der Arbeit mit Bildern:

  1. Bilder wirken schnell.
  2. An die eigenen Bilder können wir besonders leicht andocken.
  3. Bilder sind als Analogien so vage, dass das Kind die Lösung im Alltag selbst finden kann.

Selbstregulation möglichst früh lernen

Die eigenen Gefühle zu regulieren müssen Kinder erst lernen. Auch viele Erwachsene tun sich damit noch schwer. Da immer mehr Menschen unter Stress leiden, hält Martin es für sinnvoll, diese Fähigkeit möglichst früh zu lernen.

3 Schritte, Kinder bei der Lösungssuche zu unterstützen

Martin hat drei Schritte formuliert, wie wir beim Zubettbringen unseren Kindern helfen können, sich zu beruhigen und eine Lösung zu finden:

  1. selbst entspannen
  2. mit Bildern arbeiten
  3. Lösungsbild einbringen

Zuerst muss ich selbst entspannen. Denn meine Entspannung überträgt sich auf das Kind. Dabei hilft, wenn ich tief atmen, meine Stimme tiefer, ruhiger werden lasse, meine Muskeln entspanne. Dann frage ich das Kind nach einem Bild für sein Unwohlsein. Daraus entwickle ich eine Geschichte, in der es zu einer Lösung kommt. Dabei baue ich Bilder des Kindes ein oder lasse, das Kind selbst ein Lösungsbild formulieren.

Martin Sutoris

Martin Sutoris ist Coach und Trainer. Seine Webseite findest du unter coaching-smart.de, du kannst ihn aber auch über XINGLinkedIn oder Facebook erreichen.     Seine Einschlafmethode erklärt Martin in seinem Buch „Der Zauberkäfer – eine liebevolle Einschlafmethode für Kinder“ (GU, ISBN 3833866136), sein zweites Buch heißt „Der Uni-Coach – so kommst du entspannt, motiviert und erfolgreich durch dein Studium“ (Springer, ISBN 978-3-662-56664-0).


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Achtsames Elternsein

#Eltern-Gedöns Episode #018

Achtsames Elternsein – der Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Für mich ist Achtsamkeit ein Schlüssel im Leben mit meinen Kindern. Was ich unter achtsames Elternsein verstehe und wie du erste Schritte auf diesem Weg gehen kannst, erkläre ich in dieser Folge. 

„Was ist achtsames Elternsein?“, fragte mich letztens jemand und ich bin tatsächlich in einem fremden Podcast interviewt worden. Das war eine relativ lange Nummer und deswegen versuche ich jetzt mal hier in meinem Podcast das Ganze ein bisschen runter zu brechen und kurz zusammenzufassen.

Was ist Achtsamkeit?

Ich kann dir sagen, was Achtsamkeit für mich ist. Es bedeutet für mich bewusst zu sein
und zu sehen was ist. Jetzt sagst du vielleicht: „Na ja ich weiß schon bewusst, was ich immer tue und was ich sehe.“  Ich erlebe, dass ich häufig eher unbewusst reagiere – gerade im Hinblick auf den Umgang mit meinen Kindern. Dann bin ich plötzlich wütend und tue Dinge, von denen ich rückblickend betrachtet denke, dass die nicht nötig gewesen wären oder gar nicht dem Bild von mir entsprechen, wie ich gerne wäre.

Achtsamkeit hilft mir dabei, mir dessen bewusst zu werden. Es geht gar nicht mehr darum anders zu sein, sondern erstmal wirklich nur bewusst zu spüren und zu sehen und wahrzunehmen, was im Moment ist. Im Moment sein ist übrigens ein Schlüssel in der Achtsamkeit. Das hilft mir erstmal überhaupt wahrzunehmen, was ist.

Achtsamkeit = rosarote Wolke?

Achtsames Elternsein heißt übrig nicht, dass alles auf einer rosaroten Wolke passiert, und wie du noch ganz säuselnd miteinander sprechen und keinen Streit austragen würden. Es geht darum, dass das auch da sein darf. Der Konflikt, der Ärger, der Streit. Langfristig wünschen ich mir natürlich einen Weg, wie ich mein Ärger ausdrücken kann, ohne dass ich andere verletze. Erstmal geht es aber darum, mich nicht anders haben zu wollen, als ich gerade bin – sondern mich anzunehmen. Es ist also unterm Strich ein persönlicher Weg.

Ich muss mich schulen. Ich als Vater muss mich schulen – und dabei helfen mir so Dinge wie Meditation oder eine Begleitung von außen Ob das jetzt Coaching oder Therapie heißt. Mir hilft, wenn ich eine Haltung zu entwickeln, wie ich denn sein möchte, wie ich die Menschen sehe und meine Kinder.

Meine Kinder zeigen mir meine wunden Punkte

Meine Kinder sind auf diesem Weg mein Spiegel. Die zeigen mir nämlich Dinge, die ich vielleicht gar nicht so gerne mag an mir oder die ich vielleicht auch gar nicht sehe – meine blinden Flecken.

Wie das Kind mich spiegelt, so spiegle ich auch das Kind. Darüber mache ich demnächst mal eine eigene Folge (Spiegeln ist nämlich aus meiner Sicht eine sehr wirksame Methode sich in Achtsamkeit zu schulen und eine liebevolle Verbindung aufzubauen).

Wenn meine Projektionen dazwischen kommen

Das Kind zu spiegeln oder so zu sehen, wie es ist, bedeutet ohne Urteil zu sehen. Vielleicht wird es an einem Beispiel deutlich: Wenn mein Kind auf dem Sofa liegt, dabei liest oder mit dem Handy spielt, dann läuft bei mir häufig etwas wie folgt ab:.Ich denke dann: „Boah, ist der faul. Hängt der da auf dem Sofa rum. Der sollte aber mal … der könnte mal … und dieses scheiß Handy! Kann der das nicht mal weglegen und überhaupt der müsste …“

Dann bin ich mitten in meinen Projektionen. Das sind meine Gefühle. Ich bin wütend. Ich habe Angst, dass der irgendwie, keine Ahnung, in der Schule nicht vorwärts kommt. Oder es macht mich einfach nur fuchsig, dass der das so rumliegt.

Wenn ich mir die Zeit nehme und die Achtsamkeit zu schauen, was bei mir ist, kann ich vielleicht entdecken, dass ich eigentlich auch mal gerne so rumlümmeln würde. Sei es nun den halben Tag oder auch nur eine halbe Stunde oder zehn Minuten.

Bewusst zu sehen entspannt

Aber in dem Moment, in dem ich so unbewusst ins Wohnzimmer komme und diese Gefühle und Gedanken ungefiltert hoch kommen und ich das nicht sehe, sehe ich auch mein Kind gar nicht. Ich sehe auch nicht, was es braucht. Vielleicht hat es auch einen anstrengenden Tag gehabt und braucht einfach mal, dass es jetzt abhängt. Wenn ich so auf die Situation schauen kann, wie sie ist, mein Kind und mich sehen kann, dann entspannt das die ganze Situation. Es entspannt mich. Und es entspannt meinen Sohn, weil er so gesehen wird, wie er ist. Jetzt kann eine echte Begegnung zwischen uns beiden passieren.

Achtsam – aber ohne Stress bitte

Dieses achtsame Elternsein soll bitte, bitte kein Stress für euch sein. Also es geht mir gar nicht da drum euch zusätzlichem Stress auszusetzen. Nicht dass ihr denkt, Job und Familie ist eh schon so viel und dann versuche ich auf die Ernährung zu achten, ich versuche mein Kind bedürfnisorientiert zu erziehen, ich versuch möglichst nachhaltig zu leben – und jetzt soll ich auch noch achtsam sein. Nein, achtsames Elternsein, so wie ich es verstehe, ist ein Weg und jeder geht seinen eigenen Weg, beginnt an seinem eigenen Startpunkt. Eigentlich sind wir alle schon auf dem Weg. Auch du bist schon auf dem Weg.

Das Schöne an diesem Bild ist: Du kannst auch jederzeit anfangen diesen Weg zu gehen. Es geht darum einen Schritt nach dem anderen zu tun und jeder Schritt zählt.
Das Ganze hat auch kein Ende und kein Ziel, das du irgendwann erreichst. Keiner verleiht dir irgendwann eine Medaille und sagt: „Jetzt hast du achtsames Elternsein erreicht.“ Das gibt es nicht.

Elternsein – ein Weg mit Höhen und Tiefen

Dieser Weg, der verändert sich auch laufend. Ich glaube, das kennen viele Eltern. Dieser Momente, in denen du denkst, boah das ist jetzt ein steiniger Weg. Und dann ist es kaum noch ein Weg, es ist felsig, du musst  klettern und irgendwann hängst du nur noch an der Steilwand und der Wind zerrt an dir und du hast nur noch Angst abzustürzen.  Und dann gibt’s wieder Momente, in denen der Weg ein Spaziergang ist.  Du gehst durch ein liebliches Tal, da blühen Blumen und die Sonne scheint. Du bist ganz berührt und alles fühlt sich wunderbar leicht an.

Das darf alles sein. Generell geht es darum weniger zu tun. Wenn es eins ist, was du vielleicht mitnimmst aus dieser Folge,dann: weniger tun und mehr sein. Schließlich heißt es auch Elternsein und nicht Elterntun. Da sein. Einfach für dein Kind da sein. Für dich da sein.

Ja das braucht Zeit und vor allem braucht es aber diese Aufmerksamkeit, diese Wachheit diese Bewusstheit. Das kann natürlich auch anstrengend sein. Anstrengend in sich hineingehören, sich zu verändern und zu hinterfragen. Ich glaube, es lohnt sich. Weil ich mich immer besser kennenlerne, mich selbst immer mehr annehmen kann und so auch meine Kinder immer mehr annehmen kann.

5 Schritte des achtsamen Elternseins

Noch mal zusammengefasst, was ich glaube, was hilfreich ist für mich:

  1. achtsam sein im Moment
  2. mich schulen: Meditation
  3. Methoden wie Spiegeln
  4. Wissen und Austausch
  5. Ziel, Ausrichtung und Haltung

Erstens, das ist der zentrale Punkt, ist dieses Achtsamsein im Moment. Und da hilft mir wirklich mich selbst zu schulen, diesen Beobachter in mir zu schulen und das ist ein Effekt, der in Meditation einsetzt. Der dritte Punkt sind konkrete Methoden wie das Spiegeln des Kindes – das werde ich auch noch mal in einer Folge ausführlich darstellen.Viertens hilft mir auch einfaches Wissen, Wissen über kindliche Entwicklung, über Bindung und über Psychologie. Deswegen mache ich auch diesen Podcast – weil ich selbst lerne und gerne mit anderen Leuten spreche, die viele Erfahrungen gemacht haben. Und schließlich hilft mir,  ein Ziel zu haben. Eine Ausrichtung, also eine Haltung zu haben, wie will ich eigentlich als Vater sein möchte.

Reihe achtsames Elternsein

Diese Folge ist ein Auftakt zu einer kleinen Reihe um achtsames Elternsein. In den folgenden Episoden geht es um Meditation für uns Eltern sowie um konkrete Methoden im Umgang mit unseren Kindern.

PS: Ich im Interview bei Familieberlin

Zu Achtsamen Elternsein hat mich sehr ausführlich auch Bella von Familieberlin befragt – alles dazu in ihrem gleichnamigen Podcast Familieberlin.

Audio-Reihe Achtsames Elternsein

 


Köln: Der Kreis der Väter 2018-2019

Der Kreis der Väter ist ein Selbsterfahrungsprozess über 6 Monate. 1 feste Gruppe von Vätern. 6 Abendseminare in Köln.

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Der Kreis der Väter in Köln

 


 

Mechthild Schroeter-Rupieper: Wenn Kinder trauern

#Eltern-Gedöns Episode #017

Mechthild Schroeter-Rupieper: Trauer – Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Trauer ist ein Gefühl, was hierzulande immer noch tabuisiert wird. Eigentlich ist Trauer lebenswichtig, wir brauchen das Gefühl, um mit Abschied, Verlust und Tod umgehen zu können. Um so wichtiger, das Kinder früh lernen zu trauern. Wie Eltern sie dabei unterstützen können, erklärt Familientrauerbegleiterin Mechthild Schroeter-Rupieper im Interview in dieser Podcast-Folge.

Mechthild Schroeter-Rupieper

Mechthild ist Familientrauerbegleiterin – und das seit 25 Jahren. Sie hat quasi die Familientrauerarbeit nach Deutschland gebracht. Heute hat sie ein eigenes Institut, bildet Trauerbegleiter aus, bietet Fortbildungen unter anderem für Erzieherinnen und Lehrer an und hat zahlreiche Bücher über das Thema geschrieben.

„Behalt die Oma so in Erinnerung, wie sie war.“

Tod und Trauer sind in unserer Gesellschaft mittlerweile Tabus. Manche Eltern versuchen ihren Kindern die unangenehmen Gefühle zu ersparen. Kinder werden nicht zu Beerdigungen mitgenommen. Oder Eltern sind selbst mit ihren Gefühlen überfordert und fragen zum Beispiel Mechthild, ob sie ihren Kindern die schlimme Botschaft überbringen könne. Dabei, so Mechthild, ist es so wichtig, dass Eltern ihren Kindern die schreckliche Nachricht sagen. Kinder wünschen sich, dass in einer solchen Situation ihre Eltern für sie da sind.

Trauer gehört in den Alltag.

Es ist wichtig, dass wir den toten Menschen sehen – auch und gerade als Kind. Auch den Tod können Kinder manchmal erst begreifen, wenn sie den Toten angefasst, „begriffen“ haben.

Küche des Lavia Trauerinstitut in Gelsenkirchen

„Trauer gehört an den Küchentisch“, sagt Mechthild und schaffte kurzerhand für die Trauerarbeit eine wohnliche Küche in ihrem Institut.

Wenn die Oma stirbt

Kinder, deren Oma oder Opa stirbt, brauchen in der Regel keine Trauergruppe, meint Mechthild. „Das ist normale Trauer, wenn die Oma stirbt“, sagt Mechthild. Der Kreislauf des Lebens. Wie wertvoll ist es, wenn Eltern die Kinder jetzt in ihrer Trauer begleiten können.

Wir sollten viel mehr Anlässe nutzen, um traurig zu sein, so Mechthild. Eltern gibt sie das sehr unmissverständlich mit: „Irgendwann wird dein Kind dastehen und mit der Traurigkeit um deinen Tod umgehen müssen.“

Kinder vor Trauer schützen?

Mechthild plädiert dafür Kinder an die Hand zu nehmen und Trauer zu üben – gemeinsam. Außenvorlassen ist nicht schützen. Außenvorlassen ist Ausschließen. Und das verletzt oder verunsichert Kinder viel mehr, als mit ihnen gemeinsam durch die Trauer und Traurigkeit zu gehen.

 

Wenn Mama weint …

Traurigkeit ist ansteckend. Alle Gefühle sind ansteckend. Freude ist ansteckend. Wut ist ansteckend. Enkel ist ansteckend. Gefühle sind notwendig.

Wir können einen Verlust nur verarbeiten, wenn wir traurig sind. Wir brauchen also unsere Traurigkeit, um mit dem Verlust umzugehen.

Und es hilft, zusammenzusitzen und traurig zu sein. Wenn die  Traurigkeit Raum hat, dann hat auch wieder Freude Platz.

Wenn wir Gefühle wie Trauer nicht zulassen

Rettungsring im Lavia-Trauerinstitut

Ein Rettungsring im Lavia-Trauerinstitut

Das Problem, dass wir nicht traurig sein wollen. Wir werden erzogen, indem uns jemand sagt: Tut doch nicht weh. Stimmt aber nicht. Es tut weh. So erziehen wir unseren Kindern eine Wahrnehnungsstörung an, meint Mechthild. Deswegen sollten wir zuerst die Wahrnehmung bestätigen – und dann können wir schauen, wie wir einen Umgang damit finden.

Jungen weinen nicht

Leider ist es in unserer Gesellschaft immer noch so, dass Jungen sich das Weinen abgewöhnen. In der Grundschule fängt es schon an. Dabei sind  Jungs genauso traurig wie die Mädchen. Aber was macht eine Junge nun, wenn er traurig ist und nicht trauern kann?

In unserer Gesellschaft beginnen auch Frauen sich für ihre Traurigkeit entschuldigen. Hier läuft etwas verkehrt, ist Mechthild überzeugt.

Wie mit Trauer umgehen?

Das Gefühl zuzulassen ist der erste Schritte. Aber es geht nicht nur darum zuschauen, sondern vielmehr eine Form zu finden. Eine Form, wie ich meine Trauer ausdrücken kann. Mechthild empfiehlt, Kinder  miteinzubeziehen. Gemeinsam können Eltern und Kinder überlegen, was sie tun möchten und können.

Kinder könnten die Totenbriefe bemalen und sie in der Nachbarschaft verteilen – und so die Eltern tatsächlich ein stückweit entlasten. Kinder können den Sarg mit aussuchen. Es gibt viele Möglichkeiten. Im Podcast hat Mechthild noch viele Tipps parat, wie wir Kinder auch bei einer Beerdigung unterstützen.

Wieviel Trauer ist normal?

Musikzimmer im Lavia TrauerinstitutDie Traurigkeit wird immer da sein, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist, sagt Mechthild. Aber der Schmerz verändert sich. Die Traurigkeit darf belieb. Sie hat etwas mit Liebe zu tun. Ohne Traurigkeit wäre Gleichgültigkeit da.

Wie bereiten wir Kinder auf Trauer und Tod vor?

Trauer ist mehr als nur die Traurigkeit über den Tod, so Mechthild. Trauer passiert immer, wenn ich etwas verliere, was mir wichtig ist. Daher sind auch die kleinere Abschiede, wie der Übergang zur Schule oder ein Umzug Anlass für Trauer. Zu den größeren Verlusten zähen neben Tod auch Scheidung und Flucht (Verlust der Heimat).

Buchtipps von Mechthild

Mechthild meint, Kinderbücher über Trauer  gehören in jeden Familienhaushalt, in Kindergarten und Schule. Denn Kinder können erst Fragen stellen, wenn sie Wissen haben. Es braucht gar nicht den großen Abschied, den Tod, um sich mit Trauer zu beschäftigen. Über Abschied sprechen können wir im Herbst oder bei Veränderungen wie Abschied vom Kindergarten, bei kirchlichen Feiertagen.

Mechthild empfiehlt Bilderbücher – auch Erwachsenen, denn Trauernden haben oft nicht die Kraft und die Konzentration, um längere Texte zu lesen. Zwei Kinderbücher zum Einstieg sind „Wie der kleine rosa Elefant einmal sehr traurig war und wie es ihm wieder gut ging“ von Monika Witze und Eric Batet und „Hat Opa einen Anzug an?“ von Amelie Fried.

Über Mechthild Schroeter-Rupieper

Information zu Mechthilds Arbeit findest du auf ihrer Webseite familientrauerbegleitung.de und ihrer Facebook-Seite. Du kannst sie auch per E-Mail erreichen unter info@familientrauerbegleitung.de.

Mechthild Schroeter-Rupieper vor dem Eingang zu ihrem Lavia Trauerinstitut

Mechthild Schroeter-Rupieper vor dem Eingang zum Lavia Trauerinstitut.

Mechthild hat eine ganze Reihe Bücher zur Trauerarbeit geschrieben. Sie selbst empfiehlt zum Einstieg folgende beide Titel:

Geschichten, die das Leben erzählt, weil der Tod sie geschrieben hat (ISBN: 978-3-8436-0882-4)

Für immer und anders. Das Buch für Familien in Zeiten der Trauer und des Abschieds (ISBN-10: 3796614566)

Alle Bücher von Mechthild und viele weitere Literaturempfehlungen von anderen Autoren, Filmtipps und das Ganze thematisch geordnet (Scheidung, Trauma, Suizid usw.)  findest du unter familientrauerbegleitung.de/publikationen.html

Trauerarbeit unterstützen

Wenn du Mechthilds Arbeit unterstützen willst und Familien Trauerarbeit ermöglichen willst, die sich das sonst nicht leisten können, dann lege ich dir den Förderverein Lava Verein für Familientrauerbegleitung e.V. ans Herz.

„Trauer braucht ein Zuhause.“
Mechthild Schroeter-Rupieper

Das Lavia Trauerinstitut in Gelsenkirchen

„Trauer braucht ein Zuhause“, meint Mechthild Schroeter-Rupieper – und schuf das Lavia Trauerinstitut in Gelsenkirchen.

"Trauer-Gefühle sind Talente." Mechthild Schroeter-Rupieper über Trauer bei Kindern im Eltern-Gedöns-Podcast.


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Trotzphase oder Autonomiephase: Was tun mit einem wütenden Kind?

#Eltern-Gedöns Episode #016

Wütendes Kind in der Trotzphase / Autonomiephase: Was tun? | Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Wenn Kinder wüten oder trotzen, sind auch Eltern schnell verzweifelt oder wütend. Was hilft dann? Was besser hilft als Strafen wie ein Auszeit für das Kind. Wie Eltern ihre Kinder in dieser fordernden Zeit begleiten können, so dass das Kind lernt mit seinen Gefühlen umzugehen, erkläre ich in diesem 5-Minuten-Solo-Tipp.

In dieser Folge beantworte ich die Frage einer Hörerin. Sie schreibt:

„Henry* (3) wird in verschiedenen Situationen sehr wütend und das steigert sich dann auch in körperlicher Form, also er haut und wirft Sachen umher. Ich werde des Öfteren in der Kita von den Erziehern angesprochen oder besser gesagt, darüber informert, dass er dort auch das Verhalten hat.

Er wirft mit Steinen und Stöckern, er geht andere Kinder an wenn in seiner Wahrnehmung irgendetwas störend ist. Und hier zu Hause nimmt es dann Züge an, dass er seine große Schwester (6) bei den unterschiedlichsten Situationen haut, auch mal an den Harren zieht, kneift und wütend ist. Gesteigert wird das auch noch, dass ich feststelle, dass er das auch teilweise grundlos (in meiner Wahrnehmung) tut. Also eher provozieren möchte.

Wir haben hier zu Hause die Regel mit ihm, wenn er übergriffig wird, muss er raus in die Diele und dort auf der Dielenbank eine Auszeit nehmen.

Wie umgehen mit Wut?

Kurz zur Einleitung: Ein wütender, schreiender Dreijähriger – das hört sich für mich nach einem Kind an, das in der Autonomiephase steckt. Die Autonomiephase kann vom zweiten bis zum fünften Lebensjahr dauern. Sie ist herausfordernd für Kind UND Eltern! (Ausführlicher dazu in diesem Artikel– und wieso das nicht mehr Trotzphase heißt) Mir helfen dabei drei Dinge:

  1. Wissen, was beim Kind passiert
  2. Methoden, um mit einem Wutanfall umzugehen
  3. Der Blick auf mich

1. Was passiert bei dem Kind während der Autonomiephase?

Kinder kommen in der Autonomiephase häufig an ihre Grenzen – und sind entsprechend oft enttäuscht, traurig oder wütend. Hilfreich zu wissen: Sie können meist noch nicht zu jeder Zeit ihre Gefühle alleine regulieren. Und die Gefühle von Frust, Wut und Enttäuschung sind in diesem Alter wirklich groß! Auch die Neurobiologie unterstreicht diese Erkenntnis: Der Bereich im Gehirn, der die Gefühle bewusst regulieren kann, bildet sich während der Kindheit erst heraus. Das heißt: Das Kind kann gar nicht anders. Es wird regelrecht von den Gefühlen überschwemmt. Dieses Wissen hat mir zumindest einen völlig neuen Blick auf das schreiend Kind gegeben, das vor mir zusammenbrach.

2. Sofort-Hilfe bei Gefühlsausbrüchen

Bei schreienden Babys handelnd die meisten von uns intuitiv: Sie nehmen den Säugling auf den Arm, wiegen ihn und sprechen beruhigend auf ihn ein. Dann überlegen wir, was das Kind gerade braucht, welches Bedürfnis es hat (Hunger, Nähe, Wärme etc.). Nicht anders gehen wir vor, wenn ein Kind völlig überfordert ist und in der Autonomiephase zusammenbricht. Nur weil das Kind laufen und sprechen kann, heißt das nicht, dass es seine Gefühle regulieren kann. Manchmal gelingt es ihm, sich zusammenzureißen (z.B. tagsüber im Kindergarten), manchmal gelingt ihm das nicht. In diesen Momenten der Verzweiflung braucht das Kind unseren Halt, Zuwendung und unsere Nähe.

Das Kind ernst zu nehmen, ist der erste Schritt. Seine Gefühle zu spiegeln ein weiterer. Das geht, indem wir einfach das Gefühl benennen, das wir beim Kind vermuten: „Du bist gerade wütend.“ Wenn wir dabei die Stimme ruhiger werden lassen, erhält auch das Kind die Chance ruhiger zu werden. Weniger Worte helfen. Denn wenn das Kind einen Wutanfall durchlebt, sind die Bereich des Gehirns heruntergefahren, die sich mit Logik und komplizierten Satzstrukturen befassen können. Nähe und Berührung können helfen – manche Kinder können allerdings es nicht vertragen,  wenn sie in den Arm genommen werden, während sie wütend sind. Da hilft nur ausprobieren.

Lösung finden oder Streit klären

Erst wenn sich das Kind beruhigt hat, klären wir die eigentliche Herausforderung oder den Anlass – falls das noch nötig ist.

3. Was macht die Wut des Kindes mit mir?

Zum Schluss finde ich es für mich sehr aufschlussreich zu sehen, was die Wut des Kindes mit mir macht! Bin ich entspannt, während das Kind sich schreiend auf dem Boden wälzt oder sogar nach mir schlägt? Oder werde ich selbst wütend, frustriert? Schäme ich mich, wenn „mir“ das in der Öffentlichkeit passiert – oder vor Freunden, Verwandten, gar den eigenen (Schwieger-)Eltern? Diese Antworten sind für mich wichtig. So kann ich erkennen, was bei mir noch an „unerledigter Arbeit“ liegt.

Es ist die Chance, mir meine Themen anzuschauen. Und wenn ich mir das anschaue, besteht die große Möglichkeit, dass ich mich besser verstehe, liebevoller mit mir umgehen kann – und dann auch wieder mit dem Kind. Insofern ist die Autonomiephase nicht nur eine Zeit, in der das Kind geradezu Unglaubliches lernt, sondern in der auch die Eltern noch geradezu Unglaubliches lernen können.

* Namen geändert


Der Kreis der Väter (Köln)

Für alle Väter aus dem Großraum Köln: Im Herbst 2018 starten wir den Kreis der Väter. Wir das sind Christoph und Christopher. Der Kreis der Väter ist ein halbjährlicher Prozess für alle, die sich gemeinsam auf den Weg machen wollen. Sechs Abende. Sechs Themen. Eine feste Gruppe von Männern. Meditation, Austausch, Musik, Selbsterfahrung. Mehr auf unserer Kreis-der-Väter-Seite!

 


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