Eine Übung im Zuhören – für uns Eltern

#Eltern-Gedöns Episode #028

Übung im Zuhörern für Eltern – eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Wenn wir einfach nur zuhören, ohne zu kommentieren, ohne zu antworten, ohne in die Wertung zu gehen, dann verändert das etwas. In dieser kleinen einfachen Übung kannst du etwas über dich und dein Kind herausfinden. Wie du Zuhören neu erfahren kannst, was Zuhören für dich bedeutet und was es mit deinem Kind macht.

Einfach zuzuhören, Zeuge sein dessen, was dein Kind sagt, einfach dazusein für dein Kind – dazu lade ich dich in dieser Übung ein. Wenn du zuhörst, dann hat das eine Wirkung auf dein Kind (und jeden anderen Menschen): Es fühlt sich gehört und gesehen – und es fühlt sich so angenommen.

Zuhör-Übung: Und so geht’s

Nimm diese Übung als Einladung, als spielerischen Versuch etwas über dich und dein Kind herauszufinden. Dazu gehst du wie folgt vor:

  1. Nimm dir Zeit: Oft passt der Wunsch des Kindes sich mitzuteilen und die Bereitschaft der Eltern zuzuhören zeitlich nicht übereinander. Deswegen: Plane diese Woche Zeit ein, deinem Kind zuzuhören. Hilfreich ist dir zu überlegen, wann dein Kind gerne erzählt. Unseres kommt liebend gerne eine Stunde nach dem Schlafengehen, wenn wir gerade irgendetwas nicht-kind-gerechtes wie Game of Thrones gucken 😉
  2.  Höre mit dem Herzen zu: Es hilft wirklich dir bildlich vorzustellen, dass du mit deinem Herzen zuhörst.
  3. Verzichte auf Kommentare – sowohl laute als auch leise. Leider neigt unser Verstand dazu alles und jedes zu kommentieren. Lass die Kommentare innerlich an dir vorbeiziehen …
  4. Nimm auf: Höre einfach, was gesagt wird. Es braucht nicht mehr.
  5. Beobachte dich: Was macht es mit dir, wenn ein Impuls aufsteigt etwas zu kommentieren, eine Frage zu beantworten, zu trösten oder sonstige etwas zu machen? Wieso tust du das und welche Funktion hat das für dich?
  6. Wenn Fragen kommen: Falls dich dein Kind etwas fragt, dann prüf das. Nimm dir einen Moment Zeit: Braucht diese Frage eine Antwort? Oder könnte das Kind sie selbst finden? Sollt dich dein Kind fragen, ob du überhaupt zuhörst, dann  sag ihm die Wahrheit, dass du gerade übst noch besser zuzuhören.

Und: Wie war es?

Jetzt bin ich gespannt, wie die Übung für dich war? Schreib mir doch an info@christohper-end.de oder gleich hier in die Kommentare. Ich höre dir gerne zu.

 

Kinder in die Stille führen

#Eltern-Gedöns Episode #026

Achtsamkeit: Kinder in die Stille führen – Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Kinder in die Stille zu führen, braucht ein paar einfache Zutaten. Dabei muss es nicht immer eine Meditation sein, um Achtsamkeit mit deinem Kind zu üben. In dieser Folge verrate ich dir an ein paar kurzen Beispielen, wie du mit deiner Stimme und Sprache dein Kind in ruhigere Gewässer bringen kannst.

3 Voraussetzungen um Achtsamkeit zu üben

Um dein Kind in Stille zu führen, bringe vor allem drei Dinge mit:

  1. Zeit
  2. keine Erwartungen haben, sondern präsent sein
  3. Einstimmen

Hilfreich ist natürlich auch, wenn du dich selbst schon ein wenig auf den Weg der Achtsamkeit begeben hast und erste Erfahrungen mit Meditation gemacht hat.

Es muss allerdings nicht immer gleich eine komplette Meditation sein, um deinem Kind beizubringen sich zu beruhigen. Häufig reicht es einzelne Elemente zu verwenden wie beispielsweise sehr langsam und mit einer ruhigen Stimme zu reden.

Ruhig werden am Abend

Gut Gelegenheiten dich mit deinem Kind zu verbinden und es zu beruhigen ist abends beim Schlafengehen. Dazu kann ich dir die Methode „Der Zauberkäfer“ aus dem gleichnamigen Buch von Martin Sutoris ans Herz legen – hier gibt es die Podcast-Folge mit Martin Sutoris.

Jetzt noch ein kleiner Hinweis für Kurzentschlossene aus dem Raum Köln:

Seminar-Tipp: Der kleine Samurai findet seine Mitte

Am Nachmittag des 3. Oktober findet von 14 bis 17 Uhr ein Meditations-Seminar für Eltern mit ihren Kindern statt: Unter dem Titel „Der kleine Samurai findet seine Mitte“ vermittelt Anando Würzburger Meditationen für Groß und Klein, achtsame Berührung und Techniken zur Selbstregulation. Hier gibt es alle Infos zum Seminar Meditation mit Kindern.

 

 

Audio-Reihe Achtsames Elternsein

 

 


Und für kurzentschlossene Väter 😉

Köln: Der Kreis der Väter 2018-2019

Der Kreis der Väter ist ein Selbsterfahrungsprozess über 6 Monate. 1 feste Gruppe von Vätern. 6 Abendseminare in Köln.

Weitere Infos und die Anmeldung.

Der Kreis der Väter in Köln

 


 

 

 

Béa Beste: Die richtige Schule für mein Kind finden

#Eltern-Gedöns Episode #025

Bea Beste: Die richtige Schule für mein Kind finden | Eltern-Gedöns-Podcast
Was ist die richtige Schule für mein Kind? Das fragen sich viele Eltern zur Einschulung oder Schulwechsel. Béa Beste verrät im Podcast-Interview viele Tipps und sie muss wissen, wie es geht – schließlich hat sie eine ganze Kette von Schulen (mit-)gegründet.

Béa Beste – die Schulgründerin

Zu erst einmal: Béa Beste heißt tatsächlich so – das wird sie nämlich häufig als erstes gefragt. Béa ist vor allem eine Gründerin aus Leidenschaft. Ein Unternehmen gründen ähnelt einer Geburt, meint sie.

„Du kannst alles, – du musst es erst noch lernen.“

Und Béa kennt alle Seiten des Unternehmertums: Während sie mit Phorms eine erfolgreiche Schulkette (mit)gegründet hat, die mittlerweile acht Standorte umfasst, ist ein anderes Unternehmen von ihr gescheitert. Ihrer sprühenden Energie und Optimismus hat das jedoch keinen Abbruch getan. Und eins ist all ihren Projekten gemeinsam: Es ist Bildung, für die Béas Herz schlägt.

Béas eigener – steiniger – Weg

Im Podcast erzählte sie über ihren eigenen Weg, wie sie früh ihre Eltern verlor, wie sie aus ihrem Land floh, was sie dabei getragen hat – und weshalb Kinder Freude und Sinn brauchen, um erfolgreich ihren Weg zu gehen.

Der wichtigste Tipp zur Schulwahl

„Vertraut keinen Gerüchten“, empfiehlt Béa Eltern. Stattdessen sollten sich Eltern ein eigenes Bild von der Schule machen – und zwar mit dem Kind. Dazu können im besten Fall ein Unterrichtsbesuch zählen, aber auch der Tag der offenen Tür.

„Nicht alle Kinder aus einer Familie müssen auf die gleiche Schule.“

Wichtig sei immer: Auch auf das eigene Bauchgefühl vertrauen. Denn alle schönen Konzept taugen am Ende nichts, wenn sich Kind und Eltern mit der Schulwahl unwohl fühlten. Ausführlich erklärt das Béa  mit weitern Tipps im Podcast. Da erfahrt ihr auch Béas geheimen Hausmeister Tipp 😉

Das alles und viel mehr im Podcast – und auf Béas Blog. Dort hat sie auch eine Checkliste für die richtige Schulwahl.

Hier findet ihr Béa im Netz

Ihr findet Béa auf Facebook oder Twitter oder Instagram oder ihr schaut einfach auf ihrem Blog tollabea.de vorbei. Auf ihrem Blog findet sich auch der Artikel Mission possible: Wie finde ich die richtige Schule für mein Kind? inklusive Checkliste! Das Ergebnis ihres Projektes Schulgründung könnt ihr in Form der Schulkette Phorms bestaunen.

 


Köln: Der Kreis der Väter 2018-2019

Der Kreis der Väter ist ein Selbsterfahrungsprozess über 6 Monate. 1 feste Gruppe von Vätern. 6 Abendseminare in Köln.

ACHTUNG: Der Kreis der Väter startet am 4. Oktober – nur noch wenige Plätze frei!

Weitere Infos und die Anmeldung.

Der Kreis der Väter in Köln

 


 

Angeleitete Meditationen: Der leichte Weg

#Eltern-Gedöns Episode #024

Angeleitete Meditationen für Eltern – Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

In vielen Familien potenziert sich der Stress der Gesellschaft. Zu den Anforderungen aus dem Beruf kommt jetzt noch die Dynamik von Kindern und Partnerschaft. Eigentlich wäre Anhalten, Innehalten oder Zu-Ruhe-Kommen genau jetzt angesagt. Doch genau das fällt vielen Eltern ja so schwer. Geführte Meditationen bieten für mich einen leichten Weg Achtsamkeit zu üben.

 

Wenn es mit dem Stillsitzen nicht klappt

Nicht nur kleine Zappelphilippe in der Schule hält es kaum auf den Stühlen – auch vielen Erwachsenen fällt es schwer, still zu werden. Dabei bedeutet Meditation eigentlich einfach zu schauen, was gerade da ist. Oft ist allerdings so viel los (im Kopf), dass es schon schwerfällt überhaupt sitzen zu bleiben. Deswegen liebe ich bewegte Meditationen (ausführlicher hier zu den Vorteilen der körperorientierten Meditationen) und angeleitete Meditationen.

Die Vorteile geführter Meditationen

Angeleitete Meditationen wirken aus meiner Sicht aus zwei Gründen besonders gut: Zum einen geben sie einen festen Rahmen vor und zum anderen ist da ein Person, die mich führt.

Der Fitness-Club-Effekt

Mir fällt es einfach leichter, regelmäßig Sport zu machen, wenn ich einen festen Rahmen dafür habe – zum Beispiel: Montagabend Aikido. Ich weiß ich muss pünktlich sein, sonst fangen die ohne mich an. Vielleicht warten sie sogar auf mich. Dieser Rahmen gibt mir Halt. Und das ist in der Meditation gerade am Anfang ungeheuer wichtig.

Zumindest ich lies mich anfangs viel zu schnell ablenken. Ein Gedanke kam und schon sprang ich auf. Oder ich saß da und die Sorgen wirbelten in meinem Kopf. Danach fühlte ich mich noch schlechter als zuvor.

Wenn hingegen mich jemand durch den Prozess führt, dann fällt es mir viel leichter zu bleiben. Damit kommen wir auch schon zum nächsten Punkt: Dem Gegenüber.

Wenn sich Stille überträgt

Ein Gegenüber, eine Person, die mich durch oder in Meditation führt, hat ganz entscheidende Vorteile: Allein durch ihre Anwesenheit kann sich mich beruhigen. Besonders wenn sie in Meditation geübt ist: Dann ist es als färbe ihre Stille auf mich ab. Soziale Ansteckung nennt man das.

Der Wirkung der Stimme kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu. Deswegen funktionieren geführte Meditationen auch als Audio, das heißt wenn überhaupt keine reale Person anwesend ist.

 

 

Cover Dem Herzen Kraft geben – die Hara-Herz-Meditation CD-Tipp

Die Hara-Herz-Meditation ist eine angeleitete bewegte Meditation, die das japanische Konzept des Haras (unserer Mitte) nutzt. In dieser Meditation stärkst du zuerst dein Hara und dann dein Herz. Am Ende gehe ich auf der einen Seite geerdert und beruhigt und auf der andern Seite mit Tatkraft aus der Meditation. Die Meditation dauert 35 Minuten und ist von Anando Würzburger eingesprochen.

 

Dem Herzen Kraft geben: Hara Herz Meditation 
Autor: Anando Würzburger

1 CD
ca. 16 EUR

CD auf Amazon

 

Audio-Reihe Achtsames Elternsein

 

 


Köln: Der Kreis der Väter 2018-2019

Der Kreis der Väter ist ein Selbsterfahrungsprozess über 6 Monate. 1 feste Gruppe von Vätern. 6 Abendseminare in Köln.

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Der Kreis der Väter in Köln

 


 

Andrea Böer-Brand: Die Gefühle der Kinder

#Eltern-Gedöns Episode #023

Andrea Böer-Brand: Die Gefühle der Kinder | Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Gefühle können Kinder schon mal überwältigen – und dabei die Erwachsenen gleich mit. Was dann hilft, wozu Gefühle gut sind und wieso wir eigentlich alle Kinder-Experten sind, erklärt die Therapeutin Andrea Prano Böer-Brand im Interview.

Weshalb uns die Gefühle der Kinder überfordern

Kinder gehen völlig in dem Gefühl auf, sagt Prano: Und diese Totalität kann uns Erwachsene leicht überfordern. Das hat auch damit zu tun, dass wir selbst häufig keinen guten Kontakt mehr zu unseren Gefühlen haben.

Wie mit den großen Gefühlen der Kinder umgehen?

Wenn Kinder Gefühlsausbrüche haben, scheint es schwer sie zu erreichen. Der erste Schritt, so Prano, sei es die Kinder und ihre  Welt zu verstehen. In dem Moment, in dem sie selbst ein Kind verstehe, komme sie selbst zur Ruhe. Und diese Ruhe überträgt sich wieder auf das Kind.

Zeit nehmen ist das A und O.
Andrea Böer-Brand

Der Erwachsene kann jetzt aus dieser Ruhe heraus auf das Kind schauen. Die Folge: Das Kind fühlt sich gesehen. Das können wir als Eltern noch verstärken, indem wir das Kind spiegeln.

Die drei Schritte bei großen Gefühlen

  1. Zeit nehmen
  2. Kind sehen
  3. Gefühle spiegeln

Was tun, wenn ich keine Zeit habe?

Leider gehört es zur Realität, dass wir häufig gar keine Zeit haben. Es fehlt uns also der Raum, den wir brauchen, um uns und das Kind zu beruhigen. Alles muss dann ganz schnell gehen.

In solchen Moment hilft es, sich wenigsten einen kleinen Augenblick Zeit zu nehmen und dem Kind wenigstens das zu sagen: „Jetzt habe ich keine Zeit. Wir kommen gleich darauf zurück.“

Wenn ich geübt bin, reichen manchmal zwei, drei Sekunden, um die Verbindung zum Kind aufzubauen.

Vorbilder in Gefühlsdingen

Kinder brauchen auch in Gefühlsdingen Vorbilder, ist Prano überzeugt: „Mutige Erwachsene, die vorleben, dass man sich freut, traurig ist, unsicher, die sauer sind, die streiten ohne zu verletzten.“
Eins ist ihr noch wichtig: Auch sich als Eltern gegenüber den Wünschen der Kinder abzugrenzen und seine eigenen Grenzen zu wahren, bedeutet ein gutes Vorbild zu sein.

Andrea Prano Böer-Brand

Andrea Prano Böer-Brand ist unter anderem Heilpädagogin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Kreative Kinder- und Familien-Therapeutin. Sie arbeitet in Bielefeld mit großen und kleinen Kindern – denn auch in Erwachsenen lebt das Innere Kind weiter. Einer ihrer Schwerpunkte sind Pflegefamilien. Ihr könnt sie über ihre Webseite kreative-therapie-bielefeld.de erreichen.

Pranos Buchempfehlungen

Wer mehr in die Gefühle der Kinder eintauchen will, dem empfiehlt Andrea zwei Bücher von Udo Baer: Wie Kinder fühlen (Bibliothek der Gefühle) (Beltz) und den frisch erschienenen Titel Die Weisheit der Kinder: Wie sie fühlen, denken und sich mitteilen (Klett-Cotta).

 

 

 

Ruhiger werden im Familienalltag: Bewegte Meditationen

#Eltern-Gedöns Episode #022

Bewegte Meditationen für Eltern – Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Still sitzen ist alles andere als einfach – vielen Eltern fehlt dazu schlicht die Muße und Ruhe. Doch wie dann aussteigen aus dem Gedankenkarussell oder was tun bei Stress? Bewegte Meditationen bieten einen leichten Einstieg in die Welt der Meditationen. Was dafür spricht und wie sie wirken, in dieser 5-Min-Solo-Nummer.

Der Vorteil bewegter Meditationen

Wer schon den ganzen Tag sitzend verbracht hat, dem fällt es unter Umständen schwierig mit einer klassischen Sitzmeditation zu beginnen. Bewegte Meditationen wirken wie eine Musterunterbrechung – da sie über den Körper gehen.

Körper und Geist sind eins: Den Zusammenhang kennen wir von psychosomatischen Störungen oder Krankheiten. Umgekehrt funktioniert das jedoch auch: Über den Körper bewegen oder beruhigen wir den Geist.

Viele kennen die Wirkung vom Sport. Wenn ich laufe, dann komme ich schnell in einen anderen Zustand.

Audio-Reihe Achtsames Elternsein

Unterschiedliche Meditationsformen

QiGong, Tai Chi oder Yoga – es gibt die unterschiedlichsten bewegten Meditationen. Eine Gehmediation lege ich auch mal für ein paar Minuten ein. Ein Innehalten, wenn ich spüre, dass ich gerade hektisch zu einem Termin hetze. Andere Formen sind auf eine halbe oder ganze Stunde angelegt.

Die Dynamische Meditation dauert zum Beispiel eine ganze Stunde. Musik führt mich durch fünf Phasen. Die ersten drei Phasen sind dabei sehr fordernd und aktivierend: Atmen, Ausdruck und Springen. Danach bin ich verschwitzt und k.o. So kann ich in die Stille fallen. Diese Meditation halte ich für sehr tiefgreifend – ich empfehle aber sie erstmal angeleitet in einer Gruppe auszuprobieren.

Ebenfalls eine Stunde dauert die Kundalini Meditation. Sie ist eine klassische Abendmeditation und eignet sich, um den Tag zu beschließen. Sie besteht aus den vier Phasen: Schütteln und tanzen und zwei Ruhephasen, wobei die erste im Stehen oder Sitzen stattfindet, und die zweite im Liegen. In vielen Städten gibt es Angebote für diese Meditation. Die Kundalini kannst du meines Erachtens auch sehr gut alleine machen. Die CDs zu beiden Meditationen sind im Handel erhältlich.

Eine andere, eher sanfte Meditationsform ist die Latihan Meditation. In der Latihan gibst du dem Körper die Gelegenheit sich selbst zu bewegen. Das hört sich vielleicht erstmal seltsam an, kann aber eine wundervolle Erfahrung sein, wenn du einfach dem folgst, was der Körper dir vorgibt.

Eine Gehmeditation kannst du hingegen einfach selbst ausprobieren – und zwar jetzt: Nimm dir einfach ein paar Minuten Zeit und gehe ganz bewusst. Schritt für Schritt. Setze einen Fuß nach dem anderen auf. Spüre, wie der Fuß abrollt. Spüre den Boden unter deinen Füßen. Kannst du die einzelnen Knochen im Fuß spüren? Was passiert im Bein, im restlichen Körper? Was nimmst du sonst wahr? Vielleicht rasen deine Gedanken weiter, während deine Füße schleichen? Alles darf sein. Es geht nur darum zu beobachten.

 

Happy Cells by Navanita Harris CD-Tipp

„Happy Cells“ ist eine angeleitete bewegte Meditation, die dich dabei begeleitet, in deinem Körper anzukommen. Eine, wie ich finde, sehr berührende Meditation – und eine meiner Lieblingsmeditationen unter den angeleiteten. Eingesprochen von Navanita Harris selbst, unterlegt mit wunderbaren Musikstücken. Die Meditation ist knapp über eine Stunde lang. Aufwändig gestaltet CD-Box mit zwei CDs. Auf der einen die gesprochene Meditation, auf der anderen die reine Musik.

Happy Cells (englisch!)
Autor: Navanita Harris

2 CDs
29,99 EUR

Die CD-Seite von Navanita

 


Köln: Der Kreis der Väter 2018-2019

Der Kreis der Väter ist ein Selbsterfahrungsprozess über 6 Monate. 1 feste Gruppe von Vätern. 6 Abendseminare in Köln.

Weitere Infos und die Anmeldung.

Der Kreis der Väter in Köln

 


 

Der Flix: Comics, Kinder und der Postbote

#Eltern-Gedöns Episode #021
Der Flix im Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Flix ist ein deutscher Comic-Autor und -Zeichner. Sein aktuelles Werk: Spirou in Berlin. Wir sprechen im Interview natürlich über Comics und seinen künstlerischen Werdegang, vor allem aber über seine Familie, sein eigenes Elternsein, über Beerdigungen, Trauer und Hoffnung, Künstlersein und Radtouren in der Kindheit. Doch dann klingelt es während des Interviews an der Tür … 

Wenn der Postbote einmal klingelt

Ja, in diesem Interview klingelt es an der Tür. Wieso das überhaupt nicht störend war, sondern am Ende ein echtes Geschenk ist, verrate ich an dieser Stelle nicht – dafür musst du schon in den Podcast reinhören 😉 Dafür verrate ich dir aber, wieso ich überhaupt hier einen Comic-Künstler interviewe.

Was haben Comics mit achtsamer Erziehung zu tun?

Klar, Comics und Kinder passen zusammen – zumindest spielten Comics in meiner Kindheit eine große Rolle (Auch wenn ich mir in meiner Wahrnehmung vieeeeel zu selten einen leisten konnte). Nun schreibt Flix aber eher für ein erwachsenes Publikum. Gut, sein aktuelles Werk „Spirou in Berlin“ ist da eine Ausnahme. Und ja, Flix ist auch selber Vater von zweier Töchter. Was ihn aber in meinen Augen vor allem so prädestiniert über Familie und Kinder zu sprechen, ist seine zutiefst humanistische Sicht. Denn die spricht aus jedem seiner Comics,. Und dass diese liebevolle Haltung mit einem sprühenden Humor einhergeht, macht ihn und seine Werke um so liebenswerter.

Der Flix

Flix heißt eigentlich mit bürgerlichem Namen Felix Görmann. Comics veröffentlicht er schon seit 20 Jahren. Obwohl seine Comics größtenteils fiktiv sind, behandeln sie häufig Alltagsthemen und richten sich eher an ein erwachsenen Publikum – sogleich er mit Ferdinand der Reporterhund auch Comics für Kinder schreibt. Seine Comic-Strips erschienen schon in renommierten Medien wie der FAZ, Dein Spiegel und Der Tagesspiegel.

„Etwas, was ich brauche, zum Leben ist Hoffnung.“
Flix

 

 

 

Mehr über und von Flix

Eine Übersicht über alle seine Werke sowie seinen aktuellen Comic „Glückskind“  findet ihr auf Flix Webseite www.der-flix.de. Darüber hinaus könnt ihr dem Comic-Zeichner auch auf seiner Facebook-Page oder auf seinem Instagram-Profil folgen.

Leseempfehlungen

Im Folgenden eine kleine Auswahl aus dem reichhaltigen Comic-Werk des Autors – okay, wenn ich ehrlich bin, ich liste euch einfach meine Flix-Lieblings-Comics auf 🙂

    • Da war mal was, 2009
    • Don Quijote, 2012
    • Ferdinand, der Reporterhund,  2013
    • Schöne Töchter,  2015
    • Glückskind, 2017
    • Spirou in Berlin, 2018

Was ist Meditation und wieso ist sie für Eltern gut?

#Eltern-Gedöns Episode #020

Meditation für Eltern – Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Was ist Meditation? Wieso ist Meditieren für uns Eltern so hilfreich? Und wie kann ich anfangen? Diese Fragen beantworte ich in dieser Solo-Folge von Eltern-Gedöns. Ich spreche dabei vor allem über meine persönliche Erfahrung mit Meditation.

Meine Erfahrung mit Meditation

Mich hat Meditation schon lange gereizt – und eigentlich viele der überlieferten Techniken, Wissen und Weisheiten aus Asien. Sei es nun Meditationsformen, Kampfkünste oder Gesundheitspraktiken. Vielleicht auch, dass diese Überlieferungen mir unverbrauchter erschienen, wahrhaftiger als viele unserer eigenen Überlieferungen. Es fühlte sich für mich an, als sei der Osten noch näher an der Quelle.

Ein langer Weg zu einem leichten Umgang mit Meditation

In den 90er Jahren hatte ich begonnen mich mit Meditation zu beschäftigen. Zazen heißt das stille Sitzen im Zen-Buddhismus. Ich hatte es mit einem Buch versucht. Doch sobald ich saß, fiel es mir schwer mich zu konzentrieren oder still zu sitzen. Meine Gedanken kreisten. Eine Methode ist, die Atemzüge zu zählen – nur bis zehn! Doch ich kam nicht mal bis drei und schon waren meine Gedanken auf und davon. Allein sitzen funktioniert nicht.

Still sitzen in Gemeinschaft

Ich versuchte es also in der Gemeinschaft. Ich besuchte ein Zen-Dojo. 45 Minuten saßen wir da in Stille. Mein Kopf ratterte genauso wie zuhause. Immerhin funktionierte der soziale Druck: Ich traute mich nicht aufzustehen und blieb sitzen. 45 Minuten lang. Mir tat alles weh! Also so ging es auch nicht …

Achtsamkeit in Bewegung

Ich habe irgendwann mit Qi Gong angefangen – das mache ich übrigens bis heute. Es ist Teil meiner morgendlichen Rituale und wenn es nur 5 Minuten auf dem Balkon sind. Dann habe ich 12 oder 13 Jahre lang Aikido gemacht. Dort bin ich mit Ki-Meditation und Ki-Atmung in Berührung gekommen. Beides war für mich sehr hilfreich, es hat meine Atmung verändert, wieder natürlicher werden lassen.

Der Vorteil bewegter Meditationen

Wir sitzen heute einen Großteil des Tages: Am Frühstückstisch, im Auto oder in der Bahn, am Computer, vor dem Fernseher. Der Körper, scheint es, wird kaum noch gebraucht. Gefragt ist bei vielen scheinbar nur noch der Kopf. Das Problem: Wenn wir uns dann hinsetzen und die Stille suchen, dann ist das das Gleiche, was wir schon den ganzen Tag gemacht haben: Und der Kopf rattert munter weiter.

Hier setzen bewegte Meditationen an. Bewegte Meditationen geben dem Körper Zeit und Raum sich auszudrücken. Sie geben uns Zeit, den Körper wieder wahrzunehmen. Und erst danach die Stille zu spüren.

Die Benefits: Was macht Meditation mit mir?

Ja, meist bin ich nach einer Meditation ruhiger. Es hat sich etwas beruhigt in mir. Doch das ist quasi nur ein Nebeneffekt. Vor allem komme ich in der Meditation in die Beobachterrolle oder übe diese. Beobachterrolle bedeutet, dass ich mich selbst beobachte – also meine Gedanken, meine Gefühle und meine Körperwahrnehmungen.

Meditation heißt nicht, dass automatisch alle Dinge von mir abfallen, die mich stören. Wenn ich zum Beispiel angespannt bin, dann nehme ich das in der Meditation bewusst wahr. Es kann sich dadurch verändern, muss es aber nicht. Was bei mir häufig passiert, ist dass ich einen Abstand zu den Dinge bekomme. Die Dinge sind nicht weg. Sei es nun das Gedankenkarussell, die Gefühle und die Körperwahrnehmungen sind alle noch da – nur ich bin nicht mehr so mit ihnen verhaftet.

Diese Beobachterrolle merke ich meist nach der Meditation – aber es ist auch ein langfristiger (Lern-)Effekt, der sich einstellt. Und damit sind wir auch bei dem Punkt angelangt, wieso Meditation für Eltern so ein Geschenk ist.

Audio-Reihe Achtsames Elternsein

Meditation und Elternsein

Wieso könnte es Eltern helfen, wenn sie meditieren? Ich merke, dass ich immer häufiger in die Beobachterrolle gehen kann – auch im Alltag. Bei einem Trotzanfall kann ich zum Beispiel sehen, dass ich es bin, der wütend wird. Ich sehe, dass es meine Wut ist und damit auch meine Verantwortung mit meiner Wut umzugehen. Und ich habe plötzlich einen Abstand zu der Wut.

Entspannt(er) mit Trotzanfall oder Vokabellernen

Oder: Ich werde sauer, weil mein Kind seine Vokabeln nicht lernen will. Dann merke ich: ICH will, dass mein Kind Vokabeln lernt. Und es ist meine Angst, weil ich so ein Ding mit der Schule hatte. Wenn ich das spüre und erkenne, dann kann ich die Angst und die Wut auch gut bei mir lassen. Dass ich sehe, dass es meins ist, entspannt mich. Es entspannt mich ganz allgemein und mach mich ruhiger – im Umgang mit meinem Kind, mit meiner Frau,m it Kollegen, mit Vorgesetzten oder sonstigem.

Übrigens: Mittlerweile bin ich auch sehr dankbar, wenn ich in Stille sitzen kann. 🙂

Wenn du noch Fragen hast zu Meditation, dann schreib mir gerne an info@christopher-end.de. Diese Folge ist Teil einer kleinen Reihe zu Achtsamen Elternsein. Die Folge 18 war quasi die Einführung ins Achtsame Elternsein.

 

 

 

Cover Die Hirnforschung auf Buddhas SpurenWer sich für wissenschaftliche Belege zu den Auswirkungen von Meditation interessiert, dem sei das Buch Die Hirnforschung auf Buddhas Spuren empfohlen. Es führt nicht nur verständlich in den aktuellen Stand der Forschung ein, sondern beschreibt auch ganz praktisch  Achtsamkeitsübungen und Meditationen.

Die Hirnforschung auf Buddhas Spuren
Autor: James Kingsland

331 Seiten, gebunden
BELTZ
ISBN 978-3-407-86444-4
19,95 EUR

Die Buch-Seite des Verlags.

Martin Sutoris: Kinder in den Schlaf begleiten

#Eltern-Gedöns Episode #019
Martin Sutoris: Einschlafen im Eltern-Gedöns-Podcast

 

Schlafen gehen ist eins der ganz großen Themen in der Erziehung. Eine einfach zu lernende Methode hat Martin Sutoris entwickelt – das Buch dazu ist gerade unter dem Titel „Der Zauberkäfer – Die liebevolle EInschlafmethode für Kinder“ erschienen. Im Interview verrät dir Martin, wie du deinem Kind mit Geschichten und Hypno-Techniken hilfst, seine Ängste und seine großen Gefühle in den Griff zu bekommen.

Martin Sutoris

Martin ist Coach und Trainer und unterstützt normalerweise Erwachsenen ihre mentale Fitness zu steigern: Also ihnen beizubringen, wie sie Herausforderungen bewältigen können – sei es nun als Unternehmer, Führungskraft, Angestellter oder Studierender. Es geht ihm um die Fähigkeit mich selbst zu regulieren. Als Coach und Vater hat er dieses Wissen auch immer schon bei seinen Kindern eingesetzt. Im Podcast erklärt er, wieso diese Fähigkeit in unserer heutigen Zeit so wichtig ist und wie wir Eltern unsere Kinder unterstützen können, damit sie die Fähigkeit sich selbst zu regulieren erlernen können.

Einschlafen oder: Mama, kannst du nochmal  …

Eigentlich ist es ganz einfach, Kinder in den Schlaf zu begleiten, meint Martin. Wir als Eltern müssen uns einfach zum Kind kuscheln und auf den Schlaf warten. Dumm nur, dass das so lange dauert (und dann nichts mehr von der Netflix-Zeit der Eltern übrig bleibt) oder wir als Eltern einfach vor dem Kind einschlafen …

Zum Schlaf braucht es vor allem einmal Entspannung.

Gefühle, Gedanken und Probleme lösen

Häufig sind es Gefühle oder Gedanken, die die Kinder vom Schlafen abhalten. Leider hilft gut zureden überhaupt nicht, wenn ich Angst vor der Schule, vor der Übernachtung oder dem Monster unter dem Bett habe. Was hilft, ist Martin überzeugt, ist die Arbeit mit Bildern.

Wie Bilder und Geschichten Kinder helfen

Bilder wirken anders als Gespräche und Worte. Mit Bildern erreicht man Kinder schneller. Wenn Papa sagt, „Das Bett ist jetzt ein Piratenboot“, dann ist das für Kinder sofort Realität. Diese Fähigkeit der Kinder können wir nutzen.

Wenn wir als Eltern die Bilder der Kinder aufgreifen, können wir diese zu einem Lösungsbild umwandeln. Aus der schwarzen Wolke im Bauch des Kindes können wir so einen bunten Schmetterling schaffen. Wir arbeiten also mit der Vorstellung der Kinder. Die Vorteil von der Arbeit mit Bildern:

  1. Bilder wirken schnell.
  2. An die eigenen Bilder können wir besonders leicht andocken.
  3. Bilder sind als Analogien so vage, dass das Kind die Lösung im Alltag selbst finden kann.

Selbstregulation möglichst früh lernen

Die eigenen Gefühle zu regulieren müssen Kinder erst lernen. Auch viele Erwachsene tun sich damit noch schwer. Da immer mehr Menschen unter Stress leiden, hält Martin es für sinnvoll, diese Fähigkeit möglichst früh zu lernen.

3 Schritte, Kinder bei der Lösungssuche zu unterstützen

Martin hat drei Schritte formuliert, wie wir beim Zubettbringen unseren Kindern helfen können, sich zu beruhigen und eine Lösung zu finden:

  1. selbst entspannen
  2. mit Bildern arbeiten
  3. Lösungsbild einbringen

Zuerst muss ich selbst entspannen. Denn meine Entspannung überträgt sich auf das Kind. Dabei hilft, wenn ich tief atmen, meine Stimme tiefer, ruhiger werden lasse, meine Muskeln entspanne. Dann frage ich das Kind nach einem Bild für sein Unwohlsein. Daraus entwickle ich eine Geschichte, in der es zu einer Lösung kommt. Dabei baue ich Bilder des Kindes ein oder lasse, das Kind selbst ein Lösungsbild formulieren.

Martin Sutoris

Martin Sutoris ist Coach und Trainer. Seine Webseite findest du unter coaching-smart.de, du kannst ihn aber auch über XINGLinkedIn oder Facebook erreichen.     Seine Einschlafmethode erklärt Martin in seinem Buch „Der Zauberkäfer – eine liebevolle Einschlafmethode für Kinder“ (GU, ISBN 3833866136), sein zweites Buch heißt „Der Uni-Coach – so kommst du entspannt, motiviert und erfolgreich durch dein Studium“ (Springer, ISBN 978-3-662-56664-0).


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Achtsames Elternsein

#Eltern-Gedöns Episode #018

Achtsames Elternsein – der Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Für mich ist Achtsamkeit ein Schlüssel im Leben mit meinen Kindern. Was ich unter achtsames Elternsein verstehe und wie du erste Schritte auf diesem Weg gehen kannst, erkläre ich in dieser Folge. 

„Was ist achtsames Elternsein?“, fragte mich letztens jemand und ich bin tatsächlich in einem fremden Podcast interviewt worden. Das war eine relativ lange Nummer und deswegen versuche ich jetzt mal hier in meinem Podcast das Ganze ein bisschen runter zu brechen und kurz zusammenzufassen.

Was ist Achtsamkeit?

Ich kann dir sagen, was Achtsamkeit für mich ist. Es bedeutet für mich bewusst zu sein
und zu sehen was ist. Jetzt sagst du vielleicht: „Na ja ich weiß schon bewusst, was ich immer tue und was ich sehe.“  Ich erlebe, dass ich häufig eher unbewusst reagiere – gerade im Hinblick auf den Umgang mit meinen Kindern. Dann bin ich plötzlich wütend und tue Dinge, von denen ich rückblickend betrachtet denke, dass die nicht nötig gewesen wären oder gar nicht dem Bild von mir entsprechen, wie ich gerne wäre.

Achtsamkeit hilft mir dabei, mir dessen bewusst zu werden. Es geht gar nicht mehr darum anders zu sein, sondern erstmal wirklich nur bewusst zu spüren und zu sehen und wahrzunehmen, was im Moment ist. Im Moment sein ist übrigens ein Schlüssel in der Achtsamkeit. Das hilft mir erstmal überhaupt wahrzunehmen, was ist.

Achtsamkeit = rosarote Wolke?

Achtsames Elternsein heißt übrig nicht, dass alles auf einer rosaroten Wolke passiert, und wie du noch ganz säuselnd miteinander sprechen und keinen Streit austragen würden. Es geht darum, dass das auch da sein darf. Der Konflikt, der Ärger, der Streit. Langfristig wünschen ich mir natürlich einen Weg, wie ich mein Ärger ausdrücken kann, ohne dass ich andere verletze. Erstmal geht es aber darum, mich nicht anders haben zu wollen, als ich gerade bin – sondern mich anzunehmen. Es ist also unterm Strich ein persönlicher Weg.

Ich muss mich schulen. Ich als Vater muss mich schulen – und dabei helfen mir so Dinge wie Meditation oder eine Begleitung von außen Ob das jetzt Coaching oder Therapie heißt. Mir hilft, wenn ich eine Haltung zu entwickeln, wie ich denn sein möchte, wie ich die Menschen sehe und meine Kinder.

Meine Kinder zeigen mir meine wunden Punkte

Meine Kinder sind auf diesem Weg mein Spiegel. Die zeigen mir nämlich Dinge, die ich vielleicht gar nicht so gerne mag an mir oder die ich vielleicht auch gar nicht sehe – meine blinden Flecken.

Wie das Kind mich spiegelt, so spiegle ich auch das Kind. Darüber mache ich demnächst mal eine eigene Folge (Spiegeln ist nämlich aus meiner Sicht eine sehr wirksame Methode sich in Achtsamkeit zu schulen und eine liebevolle Verbindung aufzubauen).

Wenn meine Projektionen dazwischen kommen

Das Kind zu spiegeln oder so zu sehen, wie es ist, bedeutet ohne Urteil zu sehen. Vielleicht wird es an einem Beispiel deutlich: Wenn mein Kind auf dem Sofa liegt, dabei liest oder mit dem Handy spielt, dann läuft bei mir häufig etwas wie folgt ab:.Ich denke dann: „Boah, ist der faul. Hängt der da auf dem Sofa rum. Der sollte aber mal … der könnte mal … und dieses scheiß Handy! Kann der das nicht mal weglegen und überhaupt der müsste …“

Dann bin ich mitten in meinen Projektionen. Das sind meine Gefühle. Ich bin wütend. Ich habe Angst, dass der irgendwie, keine Ahnung, in der Schule nicht vorwärts kommt. Oder es macht mich einfach nur fuchsig, dass der das so rumliegt.

Wenn ich mir die Zeit nehme und die Achtsamkeit zu schauen, was bei mir ist, kann ich vielleicht entdecken, dass ich eigentlich auch mal gerne so rumlümmeln würde. Sei es nun den halben Tag oder auch nur eine halbe Stunde oder zehn Minuten.

Bewusst zu sehen entspannt

Aber in dem Moment, in dem ich so unbewusst ins Wohnzimmer komme und diese Gefühle und Gedanken ungefiltert hoch kommen und ich das nicht sehe, sehe ich auch mein Kind gar nicht. Ich sehe auch nicht, was es braucht. Vielleicht hat es auch einen anstrengenden Tag gehabt und braucht einfach mal, dass es jetzt abhängt. Wenn ich so auf die Situation schauen kann, wie sie ist, mein Kind und mich sehen kann, dann entspannt das die ganze Situation. Es entspannt mich. Und es entspannt meinen Sohn, weil er so gesehen wird, wie er ist. Jetzt kann eine echte Begegnung zwischen uns beiden passieren.

Achtsam – aber ohne Stress bitte

Dieses achtsame Elternsein soll bitte, bitte kein Stress für euch sein. Also es geht mir gar nicht da drum euch zusätzlichem Stress auszusetzen. Nicht dass ihr denkt, Job und Familie ist eh schon so viel und dann versuche ich auf die Ernährung zu achten, ich versuche mein Kind bedürfnisorientiert zu erziehen, ich versuch möglichst nachhaltig zu leben – und jetzt soll ich auch noch achtsam sein. Nein, achtsames Elternsein, so wie ich es verstehe, ist ein Weg und jeder geht seinen eigenen Weg, beginnt an seinem eigenen Startpunkt. Eigentlich sind wir alle schon auf dem Weg. Auch du bist schon auf dem Weg.

Das Schöne an diesem Bild ist: Du kannst auch jederzeit anfangen diesen Weg zu gehen. Es geht darum einen Schritt nach dem anderen zu tun und jeder Schritt zählt.
Das Ganze hat auch kein Ende und kein Ziel, das du irgendwann erreichst. Keiner verleiht dir irgendwann eine Medaille und sagt: „Jetzt hast du achtsames Elternsein erreicht.“ Das gibt es nicht.

Elternsein – ein Weg mit Höhen und Tiefen

Dieser Weg, der verändert sich auch laufend. Ich glaube, das kennen viele Eltern. Dieser Momente, in denen du denkst, boah das ist jetzt ein steiniger Weg. Und dann ist es kaum noch ein Weg, es ist felsig, du musst  klettern und irgendwann hängst du nur noch an der Steilwand und der Wind zerrt an dir und du hast nur noch Angst abzustürzen.  Und dann gibt’s wieder Momente, in denen der Weg ein Spaziergang ist.  Du gehst durch ein liebliches Tal, da blühen Blumen und die Sonne scheint. Du bist ganz berührt und alles fühlt sich wunderbar leicht an.

Das darf alles sein. Generell geht es darum weniger zu tun. Wenn es eins ist, was du vielleicht mitnimmst aus dieser Folge,dann: weniger tun und mehr sein. Schließlich heißt es auch Elternsein und nicht Elterntun. Da sein. Einfach für dein Kind da sein. Für dich da sein.

Ja das braucht Zeit und vor allem braucht es aber diese Aufmerksamkeit, diese Wachheit diese Bewusstheit. Das kann natürlich auch anstrengend sein. Anstrengend in sich hineingehören, sich zu verändern und zu hinterfragen. Ich glaube, es lohnt sich. Weil ich mich immer besser kennenlerne, mich selbst immer mehr annehmen kann und so auch meine Kinder immer mehr annehmen kann.

5 Schritte des achtsamen Elternseins

Noch mal zusammengefasst, was ich glaube, was hilfreich ist für mich:

  1. achtsam sein im Moment
  2. mich schulen: Meditation
  3. Methoden wie Spiegeln
  4. Wissen und Austausch
  5. Ziel, Ausrichtung und Haltung

Erstens, das ist der zentrale Punkt, ist dieses Achtsamsein im Moment. Und da hilft mir wirklich mich selbst zu schulen, diesen Beobachter in mir zu schulen und das ist ein Effekt, der in Meditation einsetzt. Der dritte Punkt sind konkrete Methoden wie das Spiegeln des Kindes – das werde ich auch noch mal in einer Folge ausführlich darstellen.Viertens hilft mir auch einfaches Wissen, Wissen über kindliche Entwicklung, über Bindung und über Psychologie. Deswegen mache ich auch diesen Podcast – weil ich selbst lerne und gerne mit anderen Leuten spreche, die viele Erfahrungen gemacht haben. Und schließlich hilft mir,  ein Ziel zu haben. Eine Ausrichtung, also eine Haltung zu haben, wie will ich eigentlich als Vater sein möchte.

Reihe achtsames Elternsein

Diese Folge ist ein Auftakt zu einer kleinen Reihe um achtsames Elternsein. In den folgenden Episoden geht es um Meditation für uns Eltern sowie um konkrete Methoden im Umgang mit unseren Kindern.

PS: Ich im Interview bei Familieberlin

Zu Achtsamen Elternsein hat mich sehr ausführlich auch Bella von Familieberlin befragt – alles dazu in ihrem gleichnamigen Podcast Familieberlin.

Audio-Reihe Achtsames Elternsein

 


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