Martin Sutoris: Kinder in den Schlaf begleiten

#Eltern-Gedöns Episode #019
Martin Sutoris: Einschlafen im Eltern-Gedöns-Podcast

 

Schlafen gehen ist eins der ganz großen Themen in der Erziehung. Eine einfach zu lernende Methode hat Martin Sutoris entwickelt – das Buch dazu ist gerade unter dem Titel „Der Zauberkäfer – Die liebevolle EInschlafmethode für Kinder“ erschienen. Im Interview verrät dir Martin, wie du deinem Kind mit Geschichten und Hypno-Techniken hilfst, seine Ängste und seine großen Gefühle in den Griff zu bekommen.

Martin Sutoris

Martin ist Coach und Trainer und unterstützt normalerweise Erwachsenen ihre mentale Fitness zu steigern: Also ihnen beizubringen, wie sie Herausforderungen bewältigen können – sei es nun als Unternehmer, Führungskraft, Angestellter oder Studierender. Es geht ihm um die Fähigkeit mich selbst zu regulieren. Als Coach und Vater hat er dieses Wissen auch immer schon bei seinen Kindern eingesetzt. Im Podcast erklärt er, wieso diese Fähigkeit in unserer heutigen Zeit so wichtig ist und wie wir Eltern unsere Kinder unterstützen können, damit sie die Fähigkeit sich selbst zu regulieren erlernen können.

Einschlafen oder: Mama, kannst du nochmal  …

Eigentlich ist es ganz einfach, Kinder in den Schlaf zu begleiten, meint Martin. Wir als Eltern müssen uns einfach zum Kind kuscheln und auf den Schlaf warten. Dumm nur, dass das so lange dauert (und dann nichts mehr von der Netflix-Zeit der Eltern übrig bleibt) oder wir als Eltern einfach vor dem Kind einschlafen …

Zum Schlaf braucht es vor allem einmal Entspannung.

Gefühle, Gedanken und Probleme lösen

Häufig sind es Gefühle oder Gedanken, die die Kinder vom Schlafen abhalten. Leider hilft gut zureden überhaupt nicht, wenn ich Angst vor der Schule, vor der Übernachtung oder dem Monster unter dem Bett habe. Was hilft, ist Martin überzeugt, ist die Arbeit mit Bildern.

Wie Bilder und Geschichten Kinder helfen

Bilder wirken anders als Gespräche und Worte. Mit Bildern erreicht man Kinder schneller. Wenn Papa sagt, „Das Bett ist jetzt ein Piratenboot“, dann ist das für Kinder sofort Realität. Diese Fähigkeit der Kinder können wir nutzen.

Wenn wir als Eltern die Bilder der Kinder aufgreifen, können wir diese zu einem Lösungsbild umwandeln. Aus der schwarzen Wolke im Bauch des Kindes können wir so einen bunten Schmetterling schaffen. Wir arbeiten also mit der Vorstellung der Kinder. Die Vorteil von der Arbeit mit Bildern:

  1. Bilder wirken schnell.
  2. An die eigenen Bilder können wir besonders leicht andocken.
  3. Bilder sind als Analogien so vage, dass das Kind die Lösung im Alltag selbst finden kann.

Selbstregulation möglichst früh lernen

Die eigenen Gefühle zu regulieren müssen Kinder erst lernen. Auch viele Erwachsene tun sich damit noch schwer. Da immer mehr Menschen unter Stress leiden, hält Martin es für sinnvoll, diese Fähigkeit möglichst früh zu lernen.

3 Schritte, Kinder bei der Lösungssuche zu unterstützen

Martin hat drei Schritte formuliert, wie wir beim Zubettbringen unseren Kindern helfen können, sich zu beruhigen und eine Lösung zu finden:

  1. selbst entspannen
  2. mit Bildern arbeiten
  3. Lösungsbild einbringen

Zuerst muss ich selbst entspannen. Denn meine Entspannung überträgt sich auf das Kind. Dabei hilft, wenn ich tief atmen, meine Stimme tiefer, ruhiger werden lasse, meine Muskeln entspanne. Dann frage ich das Kind nach einem Bild für sein Unwohlsein. Daraus entwickle ich eine Geschichte, in der es zu einer Lösung kommt. Dabei baue ich Bilder des Kindes ein oder lasse, das Kind selbst ein Lösungsbild formulieren.

Martin Sutoris

Martin Sutoris ist Coach und Trainer. Seine Webseite findest du unter coaching-smart.de, du kannst ihn aber auch über XINGLinkedIn oder Facebook erreichen.     Seine Einschlafmethode erklärt Martin in seinem Buch „Der Zauberkäfer – eine liebevolle Einschlafmethode für Kinder“ (GU, ISBN 3833866136), sein zweites Buch heißt „Der Uni-Coach – so kommst du entspannt, motiviert und erfolgreich durch dein Studium“ (Springer, ISBN 978-3-662-56664-0).


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Achtsames Elternsein

#Eltern-Gedöns Episode #018

Achtsames Elternsein – der Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Für mich ist Achtsamkeit ein Schlüssel im Leben mit meinen Kindern. Was ich unter achtsames Elternsein verstehe und wie du erste Schritte auf diesem Weg gehen kannst, erkläre ich in dieser Folge. 

„Was ist achtsames Elternsein?“, fragte mich letztens jemand und ich bin tatsächlich in einem fremden Podcast interviewt worden. Das war eine relativ lange Nummer und deswegen versuche ich jetzt mal hier in meinem Podcast das Ganze ein bisschen runter zu brechen und kurz zusammenzufassen.

Was ist Achtsamkeit?

Ich kann dir sagen, was Achtsamkeit für mich ist. Es bedeutet für mich bewusst zu sein
und zu sehen was ist. Jetzt sagst du vielleicht: „Na ja ich weiß schon bewusst, was ich immer tue und was ich sehe.“  Ich erlebe, dass ich häufig eher unbewusst reagiere – gerade im Hinblick auf den Umgang mit meinen Kindern. Dann bin ich plötzlich wütend und tue Dinge, von denen ich rückblickend betrachtet denke, dass die nicht nötig gewesen wären oder gar nicht dem Bild von mir entsprechen, wie ich gerne wäre.

Achtsamkeit hilft mir dabei, mir dessen bewusst zu werden. Es geht gar nicht mehr darum anders zu sein, sondern erstmal wirklich nur bewusst zu spüren und zu sehen und wahrzunehmen, was im Moment ist. Im Moment sein ist übrigens ein Schlüssel in der Achtsamkeit. Das hilft mir erstmal überhaupt wahrzunehmen, was ist.

Achtsamkeit = rosarote Wolke?

Achtsames Elternsein heißt übrig nicht, dass alles auf einer rosaroten Wolke passiert, und wie du noch ganz säuselnd miteinander sprechen und keinen Streit austragen würden. Es geht darum, dass das auch da sein darf. Der Konflikt, der Ärger, der Streit. Langfristig wünschen ich mir natürlich einen Weg, wie ich mein Ärger ausdrücken kann, ohne dass ich andere verletze. Erstmal geht es aber darum, mich nicht anders haben zu wollen, als ich gerade bin – sondern mich anzunehmen. Es ist also unterm Strich ein persönlicher Weg.

Ich muss mich schulen. Ich als Vater muss mich schulen – und dabei helfen mir so Dinge wie Meditation oder eine Begleitung von außen Ob das jetzt Coaching oder Therapie heißt. Mir hilft, wenn ich eine Haltung zu entwickeln, wie ich denn sein möchte, wie ich die Menschen sehe und meine Kinder.

Meine Kinder zeigen mir meine wunden Punkte

Meine Kinder sind auf diesem Weg mein Spiegel. Die zeigen mir nämlich Dinge, die ich vielleicht gar nicht so gerne mag an mir oder die ich vielleicht auch gar nicht sehe – meine blinden Flecken.

Wie das Kind mich spiegelt, so spiegle ich auch das Kind. Darüber mache ich demnächst mal eine eigene Folge (Spiegeln ist nämlich aus meiner Sicht eine sehr wirksame Methode sich in Achtsamkeit zu schulen und eine liebevolle Verbindung aufzubauen).

Wenn meine Projektionen dazwischen kommen

Das Kind zu spiegeln oder so zu sehen, wie es ist, bedeutet ohne Urteil zu sehen. Vielleicht wird es an einem Beispiel deutlich: Wenn mein Kind auf dem Sofa liegt, dabei liest oder mit dem Handy spielt, dann läuft bei mir häufig etwas wie folgt ab:.Ich denke dann: „Boah, ist der faul. Hängt der da auf dem Sofa rum. Der sollte aber mal … der könnte mal … und dieses scheiß Handy! Kann der das nicht mal weglegen und überhaupt der müsste …“

Dann bin ich mitten in meinen Projektionen. Das sind meine Gefühle. Ich bin wütend. Ich habe Angst, dass der irgendwie, keine Ahnung, in der Schule nicht vorwärts kommt. Oder es macht mich einfach nur fuchsig, dass der das so rumliegt.

Wenn ich mir die Zeit nehme und die Achtsamkeit zu schauen, was bei mir ist, kann ich vielleicht entdecken, dass ich eigentlich auch mal gerne so rumlümmeln würde. Sei es nun den halben Tag oder auch nur eine halbe Stunde oder zehn Minuten.

Bewusst zu sehen entspannt

Aber in dem Moment, in dem ich so unbewusst ins Wohnzimmer komme und diese Gefühle und Gedanken ungefiltert hoch kommen und ich das nicht sehe, sehe ich auch mein Kind gar nicht. Ich sehe auch nicht, was es braucht. Vielleicht hat es auch einen anstrengenden Tag gehabt und braucht einfach mal, dass es jetzt abhängt. Wenn ich so auf die Situation schauen kann, wie sie ist, mein Kind und mich sehen kann, dann entspannt das die ganze Situation. Es entspannt mich. Und es entspannt meinen Sohn, weil er so gesehen wird, wie er ist. Jetzt kann eine echte Begegnung zwischen uns beiden passieren.

Achtsam – aber ohne Stress bitte

Dieses achtsame Elternsein soll bitte, bitte kein Stress für euch sein. Also es geht mir gar nicht da drum euch zusätzlichem Stress auszusetzen. Nicht dass ihr denkt, Job und Familie ist eh schon so viel und dann versuche ich auf die Ernährung zu achten, ich versuche mein Kind bedürfnisorientiert zu erziehen, ich versuch möglichst nachhaltig zu leben – und jetzt soll ich auch noch achtsam sein. Nein, achtsames Elternsein, so wie ich es verstehe, ist ein Weg und jeder geht seinen eigenen Weg, beginnt an seinem eigenen Startpunkt. Eigentlich sind wir alle schon auf dem Weg. Auch du bist schon auf dem Weg.

Das Schöne an diesem Bild ist: Du kannst auch jederzeit anfangen diesen Weg zu gehen. Es geht darum einen Schritt nach dem anderen zu tun und jeder Schritt zählt.
Das Ganze hat auch kein Ende und kein Ziel, das du irgendwann erreichst. Keiner verleiht dir irgendwann eine Medaille und sagt: „Jetzt hast du achtsames Elternsein erreicht.“ Das gibt es nicht.

Elternsein – ein Weg mit Höhen und Tiefen

Dieser Weg, der verändert sich auch laufend. Ich glaube, das kennen viele Eltern. Dieser Momente, in denen du denkst, boah das ist jetzt ein steiniger Weg. Und dann ist es kaum noch ein Weg, es ist felsig, du musst  klettern und irgendwann hängst du nur noch an der Steilwand und der Wind zerrt an dir und du hast nur noch Angst abzustürzen.  Und dann gibt’s wieder Momente, in denen der Weg ein Spaziergang ist.  Du gehst durch ein liebliches Tal, da blühen Blumen und die Sonne scheint. Du bist ganz berührt und alles fühlt sich wunderbar leicht an.

Das darf alles sein. Generell geht es darum weniger zu tun. Wenn es eins ist, was du vielleicht mitnimmst aus dieser Folge,dann: weniger tun und mehr sein. Schließlich heißt es auch Elternsein und nicht Elterntun. Da sein. Einfach für dein Kind da sein. Für dich da sein.

Ja das braucht Zeit und vor allem braucht es aber diese Aufmerksamkeit, diese Wachheit diese Bewusstheit. Das kann natürlich auch anstrengend sein. Anstrengend in sich hineingehören, sich zu verändern und zu hinterfragen. Ich glaube, es lohnt sich. Weil ich mich immer besser kennenlerne, mich selbst immer mehr annehmen kann und so auch meine Kinder immer mehr annehmen kann.

5 Schritte des achtsamen Elternseins

Noch mal zusammengefasst, was ich glaube, was hilfreich ist für mich:

  1. achtsam sein im Moment
  2. mich schulen: Meditation
  3. Methoden wie Spiegeln
  4. Wissen und Austausch
  5. Ziel, Ausrichtung und Haltung

Erstens, das ist der zentrale Punkt, ist dieses Achtsamsein im Moment. Und da hilft mir wirklich mich selbst zu schulen, diesen Beobachter in mir zu schulen und das ist ein Effekt, der in Meditation einsetzt. Der dritte Punkt sind konkrete Methoden wie das Spiegeln des Kindes – das werde ich auch noch mal in einer Folge ausführlich darstellen.Viertens hilft mir auch einfaches Wissen, Wissen über kindliche Entwicklung, über Bindung und über Psychologie. Deswegen mache ich auch diesen Podcast – weil ich selbst lerne und gerne mit anderen Leuten spreche, die viele Erfahrungen gemacht haben. Und schließlich hilft mir,  ein Ziel zu haben. Eine Ausrichtung, also eine Haltung zu haben, wie will ich eigentlich als Vater sein möchte.

Reihe achtsames Elternsein

Diese Folge ist ein Auftakt zu einer kleinen Reihe um achtsames Elternsein. In den folgenden Episoden geht es um Meditation für uns Eltern sowie um konkrete Methoden im Umgang mit unseren Kindern.

PS: Ich im Interview bei Familieberlin

Zu Achtsamen Elternsein hat mich sehr ausführlich auch Bella von Familieberlin befragt – alles dazu in ihrem gleichnamigen Podcast Familieberlin.

 


Köln: Der Kreis der Väter 2018-2019

Der Kreis der Väter ist ein Selbsterfahrungsprozess über 6 Monate. 1 feste Gruppe von Vätern. 6 Abendseminare in Köln.

Weitere Infos und die Anmeldung.

Der Kreis der Väter in Köln

 


 

Mechthild Schroeter-Rupieper: Wenn Kinder trauern

#Eltern-Gedöns Episode #017

Mechthild Schroeter-Rupieper: Trauer – Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Trauer ist ein Gefühl, was hierzulande immer noch tabuisiert wird. Eigentlich ist Trauer lebenswichtig, wir brauchen das Gefühl, um mit Abschied, Verlust und Tod umgehen zu können. Um so wichtiger, das Kinder früh lernen zu trauern. Wie Eltern sie dabei unterstützen können, erklärt Familientrauerbegleiterin Mechthild Schroeter-Rupieper im Interview in dieser Podcast-Folge.

Mechthild Schroeter-Rupieper

Mechthild ist Familientrauerbegleiterin – und das seit 25 Jahren. Sie hat quasi die Familientrauerarbeit nach Deutschland gebracht. Heute hat sie ein eigenes Institut, bildet Trauerbegleiter aus, bietet Fortbildungen unter anderem für Erzieherinnen und Lehrer an und hat zahlreiche Bücher über das Thema geschrieben.

„Behalt die Oma so in Erinnerung, wie sie war.“

Tod und Trauer sind in unserer Gesellschaft mittlerweile Tabus. Manche Eltern versuchen ihren Kindern die unangenehmen Gefühle zu ersparen. Kinder werden nicht zu Beerdigungen mitgenommen. Oder Eltern sind selbst mit ihren Gefühlen überfordert und fragen zum Beispiel Mechthild, ob sie ihren Kindern die schlimme Botschaft überbringen könne. Dabei, so Mechthild, ist es so wichtig, dass Eltern ihren Kindern die schreckliche Nachricht sagen. Kinder wünschen sich, dass in einer solchen Situation ihre Eltern für sie da sind.

Trauer gehört in den Alltag.

Es ist wichtig, dass wir den toten Menschen sehen – auch und gerade als Kind. Auch den Tod können Kinder manchmal erst begreifen, wenn sie den Toten angefasst, „begriffen“ haben.

Küche des Lavia Trauerinstitut in Gelsenkirchen

„Trauer gehört an den Küchentisch“, sagt Mechthild und schaffte kurzerhand für die Trauerarbeit eine wohnliche Küche in ihrem Institut.

Wenn die Oma stirbt

Kinder, deren Oma oder Opa stirbt, brauchen in der Regel keine Trauergruppe, meint Mechthild. „Das ist normale Trauer, wenn die Oma stirbt“, sagt Mechthild. Der Kreislauf des Lebens. Wie wertvoll ist es, wenn Eltern die Kinder jetzt in ihrer Trauer begleiten können.

Wir sollten viel mehr Anlässe nutzen, um traurig zu sein, so Mechthild. Eltern gibt sie das sehr unmissverständlich mit: „Irgendwann wird dein Kind dastehen und mit der Traurigkeit um deinen Tod umgehen müssen.“

Kinder vor Trauer schützen?

Mechthild plädiert dafür Kinder an die Hand zu nehmen und Trauer zu üben – gemeinsam. Außenvorlassen ist nicht schützen. Außenvorlassen ist Ausschließen. Und das verletzt oder verunsichert Kinder viel mehr, als mit ihnen gemeinsam durch die Trauer und Traurigkeit zu gehen.

 

Wenn Mama weint …

Traurigkeit ist ansteckend. Alle Gefühle sind ansteckend. Freude ist ansteckend. Wut ist ansteckend. Enkel ist ansteckend. Gefühle sind notwendig.

Wir können einen Verlust nur verarbeiten, wenn wir traurig sind. Wir brauchen also unsere Traurigkeit, um mit dem Verlust umzugehen.

Und es hilft, zusammenzusitzen und traurig zu sein. Wenn die  Traurigkeit Raum hat, dann hat auch wieder Freude Platz.

Wenn wir Gefühle wie Trauer nicht zulassen

Rettungsring im Lavia-Trauerinstitut

Ein Rettungsring im Lavia-Trauerinstitut

Das Problem, dass wir nicht traurig sein wollen. Wir werden erzogen, indem uns jemand sagt: Tut doch nicht weh. Stimmt aber nicht. Es tut weh. So erziehen wir unseren Kindern eine Wahrnehnungsstörung an, meint Mechthild. Deswegen sollten wir zuerst die Wahrnehmung bestätigen – und dann können wir schauen, wie wir einen Umgang damit finden.

Jungen weinen nicht

Leider ist es in unserer Gesellschaft immer noch so, dass Jungen sich das Weinen abgewöhnen. In der Grundschule fängt es schon an. Dabei sind  Jungs genauso traurig wie die Mädchen. Aber was macht eine Junge nun, wenn er traurig ist und nicht trauern kann?

In unserer Gesellschaft beginnen auch Frauen sich für ihre Traurigkeit entschuldigen. Hier läuft etwas verkehrt, ist Mechthild überzeugt.

Wie mit Trauer umgehen?

Das Gefühl zuzulassen ist der erste Schritte. Aber es geht nicht nur darum zuschauen, sondern vielmehr eine Form zu finden. Eine Form, wie ich meine Trauer ausdrücken kann. Mechthild empfiehlt, Kinder  miteinzubeziehen. Gemeinsam können Eltern und Kinder überlegen, was sie tun möchten und können.

Kinder könnten die Totenbriefe bemalen und sie in der Nachbarschaft verteilen – und so die Eltern tatsächlich ein stückweit entlasten. Kinder können den Sarg mit aussuchen. Es gibt viele Möglichkeiten. Im Podcast hat Mechthild noch viele Tipps parat, wie wir Kinder auch bei einer Beerdigung unterstützen.

Wieviel Trauer ist normal?

Musikzimmer im Lavia TrauerinstitutDie Traurigkeit wird immer da sein, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist, sagt Mechthild. Aber der Schmerz verändert sich. Die Traurigkeit darf belieb. Sie hat etwas mit Liebe zu tun. Ohne Traurigkeit wäre Gleichgültigkeit da.

Wie bereiten wir Kinder auf Trauer und Tod vor?

Trauer ist mehr als nur die Traurigkeit über den Tod, so Mechthild. Trauer passiert immer, wenn ich etwas verliere, was mir wichtig ist. Daher sind auch die kleinere Abschiede, wie der Übergang zur Schule oder ein Umzug Anlass für Trauer. Zu den größeren Verlusten zähen neben Tod auch Scheidung und Flucht (Verlust der Heimat).

Buchtipps von Mechthild

Mechthild meint, Kinderbücher über Trauer  gehören in jeden Familienhaushalt, in Kindergarten und Schule. Denn Kinder können erst Fragen stellen, wenn sie Wissen haben. Es braucht gar nicht den großen Abschied, den Tod, um sich mit Trauer zu beschäftigen. Über Abschied sprechen können wir im Herbst oder bei Veränderungen wie Abschied vom Kindergarten, bei kirchlichen Feiertagen.

Mechthild empfiehlt Bilderbücher – auch Erwachsenen, denn Trauernden haben oft nicht die Kraft und die Konzentration, um längere Texte zu lesen. Zwei Kinderbücher zum Einstieg sind „Wie der kleine rosa Elefant einmal sehr traurig war und wie es ihm wieder gut ging“ von Monika Witze und Eric Batet und „Hat Opa einen Anzug an?“ von Amelie Fried.

Über Mechthild Schroeter-Rupieper

Information zu Mechthilds Arbeit findest du auf ihrer Webseite familientrauerbegleitung.de und ihrer Facebook-Seite. Du kannst sie auch per E-Mail erreichen unter info@familientrauerbegleitung.de.

Mechthild Schroeter-Rupieper vor dem Eingang zu ihrem Lavia Trauerinstitut

Mechthild Schroeter-Rupieper vor dem Eingang zum Lavia Trauerinstitut.

Mechthild hat eine ganze Reihe Bücher zur Trauerarbeit geschrieben. Sie selbst empfiehlt zum Einstieg folgende beide Titel:

Geschichten, die das Leben erzählt, weil der Tod sie geschrieben hat (ISBN: 978-3-8436-0882-4)

Für immer und anders. Das Buch für Familien in Zeiten der Trauer und des Abschieds (ISBN-10: 3796614566)

Alle Bücher von Mechthild und viele weitere Literaturempfehlungen von anderen Autoren, Filmtipps und das Ganze thematisch geordnet (Scheidung, Trauma, Suizid usw.)  findest du unter familientrauerbegleitung.de/publikationen.html

Trauerarbeit unterstützen

Wenn du Mechthilds Arbeit unterstützen willst und Familien Trauerarbeit ermöglichen willst, die sich das sonst nicht leisten können, dann lege ich dir den Förderverein Lava Verein für Familientrauerbegleitung e.V. ans Herz.

„Trauer braucht ein Zuhause.“
Mechthild Schroeter-Rupieper

Das Lavia Trauerinstitut in Gelsenkirchen

„Trauer braucht ein Zuhause“, meint Mechthild Schroeter-Rupieper – und schuf das Lavia Trauerinstitut in Gelsenkirchen.

"Trauer-Gefühle sind Talente." Mechthild Schroeter-Rupieper über Trauer bei Kindern im Eltern-Gedöns-Podcast.


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Trotzphase oder Autonomiephase: Was tun mit einem wütenden Kind?

#Eltern-Gedöns Episode #016

Wütendes Kind in der Trotzphase / Autonomiephase: Was tun? | Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Wenn Kinder wüten oder trotzen, sind auch Eltern schnell verzweifelt oder wütend. Was hilft dann? Was besser hilft als Strafen wie ein Auszeit für das Kind. Wie Eltern ihre Kinder in dieser fordernden Zeit begleiten können, so dass das Kind lernt mit seinen Gefühlen umzugehen, erkläre ich in diesem 5-Minuten-Solo-Tipp.

In dieser Folge beantworte ich die Frage einer Hörerin. Sie schreibt:

„Henry* (3) wird in verschiedenen Situationen sehr wütend und das steigert sich dann auch in körperlicher Form, also er haut und wirft Sachen umher. Ich werde des Öfteren in der Kita von den Erziehern angesprochen oder besser gesagt, darüber informert, dass er dort auch das Verhalten hat.

Er wirft mit Steinen und Stöckern, er geht andere Kinder an wenn in seiner Wahrnehmung irgendetwas störend ist. Und hier zu Hause nimmt es dann Züge an, dass er seine große Schwester (6) bei den unterschiedlichsten Situationen haut, auch mal an den Harren zieht, kneift und wütend ist. Gesteigert wird das auch noch, dass ich feststelle, dass er das auch teilweise grundlos (in meiner Wahrnehmung) tut. Also eher provozieren möchte.

Wir haben hier zu Hause die Regel mit ihm, wenn er übergriffig wird, muss er raus in die Diele und dort auf der Dielenbank eine Auszeit nehmen.

Wie umgehen mit Wut?

Kurz zur Einleitung: Ein wütender, schreiender Dreijähriger – das hört sich für mich nach einem Kind an, das in der Autonomiephase steckt. Die Autonomiephase kann vom zweiten bis zum fünften Lebensjahr dauern. Sie ist herausfordernd für Kind UND Eltern! (Ausführlicher dazu in diesem Artikel– und wieso das nicht mehr Trotzphase heißt) Mir helfen dabei drei Dinge:

  1. Wissen, was beim Kind passiert
  2. Methoden, um mit einem Wutanfall umzugehen
  3. Der Blick auf mich

1. Was passiert bei dem Kind während der Autonomiephase?

Kinder kommen in der Autonomiephase häufig an ihre Grenzen – und sind entsprechend oft enttäuscht, traurig oder wütend. Hilfreich zu wissen: Sie können meist noch nicht zu jeder Zeit ihre Gefühle alleine regulieren. Und die Gefühle von Frust, Wut und Enttäuschung sind in diesem Alter wirklich groß! Auch die Neurobiologie unterstreicht diese Erkenntnis: Der Bereich im Gehirn, der die Gefühle bewusst regulieren kann, bildet sich während der Kindheit erst heraus. Das heißt: Das Kind kann gar nicht anders. Es wird regelrecht von den Gefühlen überschwemmt. Dieses Wissen hat mir zumindest einen völlig neuen Blick auf das schreiend Kind gegeben, das vor mir zusammenbrach.

2. Sofort-Hilfe bei Gefühlsausbrüchen

Bei schreienden Babys handelnd die meisten von uns intuitiv: Sie nehmen den Säugling auf den Arm, wiegen ihn und sprechen beruhigend auf ihn ein. Dann überlegen wir, was das Kind gerade braucht, welches Bedürfnis es hat (Hunger, Nähe, Wärme etc.). Nicht anders gehen wir vor, wenn ein Kind völlig überfordert ist und in der Autonomiephase zusammenbricht. Nur weil das Kind laufen und sprechen kann, heißt das nicht, dass es seine Gefühle regulieren kann. Manchmal gelingt es ihm, sich zusammenzureißen (z.B. tagsüber im Kindergarten), manchmal gelingt ihm das nicht. In diesen Momenten der Verzweiflung braucht das Kind unseren Halt, Zuwendung und unsere Nähe.

Das Kind ernst zu nehmen, ist der erste Schritt. Seine Gefühle zu spiegeln ein weiterer. Das geht, indem wir einfach das Gefühl benennen, das wir beim Kind vermuten: „Du bist gerade wütend.“ Wenn wir dabei die Stimme ruhiger werden lassen, erhält auch das Kind die Chance ruhiger zu werden. Weniger Worte helfen. Denn wenn das Kind einen Wutanfall durchlebt, sind die Bereich des Gehirns heruntergefahren, die sich mit Logik und komplizierten Satzstrukturen befassen können. Nähe und Berührung können helfen – manche Kinder können allerdings es nicht vertragen,  wenn sie in den Arm genommen werden, während sie wütend sind. Da hilft nur ausprobieren.

Lösung finden oder Streit klären

Erst wenn sich das Kind beruhigt hat, klären wir die eigentliche Herausforderung oder den Anlass – falls das noch nötig ist.

3. Was macht die Wut des Kindes mit mir?

Zum Schluss finde ich es für mich sehr aufschlussreich zu sehen, was die Wut des Kindes mit mir macht! Bin ich entspannt, während das Kind sich schreiend auf dem Boden wälzt oder sogar nach mir schlägt? Oder werde ich selbst wütend, frustriert? Schäme ich mich, wenn „mir“ das in der Öffentlichkeit passiert – oder vor Freunden, Verwandten, gar den eigenen (Schwieger-)Eltern? Diese Antworten sind für mich wichtig. So kann ich erkennen, was bei mir noch an „unerledigter Arbeit“ liegt.

Es ist die Chance, mir meine Themen anzuschauen. Und wenn ich mir das anschaue, besteht die große Möglichkeit, dass ich mich besser verstehe, liebevoller mit mir umgehen kann – und dann auch wieder mit dem Kind. Insofern ist die Autonomiephase nicht nur eine Zeit, in der das Kind geradezu Unglaubliches lernt, sondern in der auch die Eltern noch geradezu Unglaubliches lernen können.

* Namen geändert


Der Kreis der Väter (Köln)

Für alle Väter aus dem Großraum Köln: Im Herbst 2018 starten wir den Kreis der Väter. Wir das sind Christoph und Christopher. Der Kreis der Väter ist ein halbjährlicher Prozess für alle, die sich gemeinsam auf den Weg machen wollen. Sechs Abende. Sechs Themen. Eine feste Gruppe von Männern. Meditation, Austausch, Musik, Selbsterfahrung. Mehr auf unserer Kreis-der-Väter-Seite!

 


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Christoph Kraus: Der Kreis der Väter

#Eltern-Gedöns Episode #015

Christoph Kraus: Im Kreis der Väter | Der Eltern-Gedöns-Podast mit Christopher End

Was bedeutet Vatersein heute? Christoph Kraus und ich sprechen in dieser Folge über unser Vatersein, über unsere Kinder und über unsere Eltern. Wir sprechen darüber,  dass Väter heute manchmal ganz schön allein dastehen. Deswegen bieten wir einen Kreis für Väter ein. Was das ist und ob das was für dich ist, erfährst du in dieser Podcast-Folge.

Christoph Kraus ist Vater, Mental- und Entspannungstrainer und Tantra-Masseur. Er hilft Menschen auf achtsame Weise ihre Sexualität neu zu entdecken. Ich habe ihn in seinem Haus im Bergischen Land besucht. Christoph arbeitet ansonsten in Köln.

Diese Podcast-Folge ist besonders, finde ich. Und das aus mehreren Gründen: Erstens ist Christoph mein erster männlicher Gast im Podcast. Alle Gäste bis dahin waren Frauen! Wenn ich mir so meine Gästeliste anschaue, dann frage ich mich, ob Erziehung und Leben mit Kindern nicht immer noch zu großen Teilen Sache der Frauen ist. Genau da sind ja wir Väter gefragt. Und damit sind wir schon bei der zweiten Besonderheit dieser Folge. Diesmal geht es um ein Angebot von uns beiden, von Christoph & Christopher: Der Kreis der Väter! Und da dies unser gemeinsames Projekt ist, habe ich diesmal auch kein Interview geführt, in dem ich die Fragen stelle, sondern ein Gespräch, in dem wir beide zu Wort kommen. Das wäre dann die dritte Besonderheit. Ach ja: Und schneiden musste ich diesmal auch so gut wie gar nicht.

Mehr Infos zum Kreis der Väter

Der Kreis der Väter erstreckt sich über einen Zeitraum von einem halben Jahr. Etwa einmal im Monat kommen wir an einem Abend zusammen. Es wird Meditation, Musik, Übungen und Austausch im Kreis geben. Jeden Abend widmen wir dabei einem eigenen Thema.

Wenn du dich für den Kreis der Väter interessierst, dann kannst du dich auf der Info-Seite zu Der Kreis der Väter vormerken lassen. Wir informieren dich dann, sobald die Termine stehen und die Anmeldung beginnt.

Über Christoph Kraus

Informationen zu Christophs Arbeit findest du auf der Webseite Praxis Liebesleben und auf seinem Web-Profil. Du kannst auch über sein Facebook-Profil mit ihm in Kontakt treten.

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Liebevoll oder besser streng? Was tun als Eltern?

#Eltern-Gedöns Episode #014

Eltern-Gedöns Podcast mit Christopher End | Liebevoller oder strenger als Eltern?

Ist ein strenger oder freier Erziehungsstil besser? Muss ich meine Kinder eng führen oder ihnen eher viele Freiräume lassen? In dieser Solo-Nummer erkläre ich dir, wieso ich glaube, dass Zuneigung und Grenzen setzen nur zwei Seiten einer Medaille sind – und zum Leben mit Kindern dazugehören.

Liebe heißt für mich, dass ich mein Kind annehme, so wie es ist. Mein Nein oder Ja, meine Grenzen oder meine Zuneigung gilt immer nur dem Verhalten des Kindes.

Der Fluss zwischen Freiheit und Verbot

Mir hilft das Bild eines Flusses, der zwei Ufer hat. In der Mitte fließt der Fluß frei, an den Seiten besteht die Gefahr, dass das Boot auf Grund läuft. Die eine Seite ist die Freiheit, da lasse ich dem Kind jede Möglichkeit, sich auszudrücken. Die andere Seite ist das Verbot, da ist alles vorgeben und starr. Ich glaube Kindern tut es gut, wenn sie lernen sich zwischen diesen beiden Seiten zu bewegen, ohne dass Eltern in eines der Extreme verfallen.

Wenn wir Kindern keine Grenzen setzen, lernt das Kind auch nicht die Grenzen anderer zu achten oder gar wahrzunehmen. Setzen wir dem Kind hingegen keine Grenze, so verlernt es sich zu entfalten. Es ist als ob der Wunsch sich auszudrücken stirbt oder begraben wird.

Fragen zum Reflektieren

Meine grundsätzliche Frage: Nehme ich meine Kind so an, wie es ist? Und wenn nicht, wo nehme ich mein Kind nicht an? Oder welche Teile von ihm?

Das Ja zu meinem Kind ist die Grundlage

Oder ich frage mich: Warum sage ich Nein? Oder warum sage ich kein Nein? Meine Erfahrung ist, dass viele meiner Entscheidungen keine bewusste Entscheidungen sind, sondern alte Muster. Jeder Mensch hat meines Erachtens eine Tendenz – eine Tendenz eher zu verbieten oder eher zu erlauben.Viele dieser Muster haben wir selbst mal uns angeeignet – nicht selten in der eigenen Kindheit. Das ist auch gar nichts Schlechtes.

Was muss ich erlauben, was darf ich verbieten?

Bei uns zuhause ist es zum Beispiel verboten, auf dem Sofa zu springen. Bei anderen Familien ist das hingegen erlaubt. Diese unterschiedlichen Regeln fordern uns als Eltern natürlich heraus. Kinder spüren diese Unterschiede und wollen häufig durchsetzen, was für sie gerade passend ist.

Jede Familie hat ihre eigenen Regeln

Ich finde es legitim, wenn jede Familie ihre eigenen Regeln hat. Und ich finde es legitim, wenn Kinder lernen, dass jedes System seine eigenen Regeln hat.

 

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Nicola Herrmann: Einfach zuckerfrei leben mit Kindern

#Eltern-Gedöns Episode #013

Nicola Herrmann: Einfach zuckerfrei leben mit Kindern | Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Kindheit ohne Süßigkeiten? Was sich erstmal wie ein Paradoxon anhört, macht viel Sinn, wenn man Nicola Hermann zugehört hat. Im Interview erklärt sie sowohl die Gründe und wie es geht!

Nicola ist Hebamme, Ernährungsberaterin und Leiterin einer Elternschule – und vor allem hat sie selbst den Weg vom Zucker-liebenden Kind zum erwachsenen „Gemüsejunkie“ vollzogen (wie sie sich selbstironisch nennt). Eine humorvolle Gesprächspartnerin, die jede Menge familienerprobte Tipps und Tricks auf Lager hat.

Stracciatella-Keks-Brei vs. Möhren

Dass Stracciatella-Keks-Brei nicht das ist, was Kinder evolutionär bedingt als Nahrungsmittel erwarten, ist eigentlich trivial. Allerdings war mir nicht klar, wie stark Kinder und zwar schon im Säuglingsalter geschmacklich geprägt werden – was das für Auswirkungen auf ihr gesamtes Leben haben kann und wie geschickt das Kinder an Produkte bindet …

Das Gute: Es ist nie zu spät, ein Gemüsejunkie zu werden, sagt Nicola. Sie sei das beste Beispiel. Denn als Kind habe sie sich alles andere als gesund ernährt. Wie es dazu kam und vor allem wie sie den Weg daraus gefunden hat, erklärt sie im Podcast.

3 Schritte, um zuckerfrei mit der Familie zu leben

Nicola hat drei einfache Regeln, mit der es gelingt die ersten Schritte in Richtung zuckerfrei zu schaffen – auch als Familie mit kleinen Kinder!

  1. Nichts über Knie brechen
  2. Kinder mitnehmen -> gemeinsamer Beschluss der Familie
  3. Bei mir selber anfangen

Was hilft auf dem Weg zu einer gesunden Ernährung, ist eine klare Haltung, so Nicola. Dazu zählt auch  ihre Überzeugung, dass Süßigkeiten keine Lebensmittel sind!

Schokolade dank Kinderarbeit?

Süßes kann ganz schön sauer aufstoßen kann: Vor allem wenn man sich mit den Produktionsbedingungen in Entwicklungsländern beschäftigt, meint Nicola. Problematisch sei die Kakao-Gewinnung für Schokolade, erklärt die Ernährungsberaterin. Das sei keine Kinderarbeit, so Nicola – sondern etwas viel Schlimmeres …

Wieso ihr auf Fairtrade achten solltet!

Daher empfiehlt Nicola nur fair gehandelt Schokolade – doch statt das Kindern einfach vorzuschreiben, ist es viel sinnvoller, wenn Kinder und Eltern sich das gemeinsam erarbeiten. Also: ran an den Computer und einfach mal in die Suchmaschine Kakao und Kinderarbeit eingeben …

Über Nicola Herrmann

Du erreichst Nicola über ihre Webseite nicola-herrmann.de – dort findest du alle Informationen zu ihren Webinaren, Seminaren und anderen Angeboten wie ihr wundervoll gestaltetes und
kostenlose Mini-Kochbuch (PDF). Ach ja: Und hier gibt es den im Podcast erwähnten Gemüse-Lutscher.

Ansonsten kannst du Nicola auf ihrer Facebook-Seite, auf Instagram und Pinterest folgen. Empfehlenswert ist dabei dienstags um 8 Uhr morgens auf Facebook vorbeizuschauen: dann kocht Nicola live in ihrer Küche – natürlich zuckerfrei ;-)!

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Der Wert der Pause – für Eltern

#Eltern-Gedöns Episode #012

Mach mal Pause | Der Eltern-Gedöns-Podcast mit Christoper End

Pause machen ist wichtig – klar wissen wir alle. Aber tun wir es auch? Obwohl Burnout oder Stress in aller Munde ist, geben gerade Eltern gerne alles – im Job und in der Familie. Was es mit der Pause eigentlich auf sich hat, erkläre ich in diesem 5-Min-Tipp.

Pause ist weit mehr als Akku aufladen!

Ich glaube, Pause ist viel mehr als nur auszuspannen. Pause hat 4 Funktionen, die ich dir in dieser Folge vorstellen. Außerdem erzähle ich dir, warum Pause machen nicht automatisch heißt die Füße hochzulegen 😉

Die 4 Funktionen von Pause

Pause besteht für mich aus 4 Elementen, die alle sehr hilfreich sind:
1. Unterbrechung
2. Ruhephase
3. Integration
4. Neuanfang

„Dafür habe ich keine Zeit“

Wenn ich Eltern vorschlage, dass sie mal Pause machen könnten, kommt häufig: „Dafür habe ich keine Zeit.“ Was sich so lustig anhört, ist eigentlich ein Zeichen, wie dringend sie Pausen brauchen. Denn ohne Pausen laufen wir alle Gefahr in der Selbstausbeutung und totalen Erschöpfung zu landen!

Wie kann ich mehr Pausen einbauen?

Priorisieren, Grenzen neu setzen und eventuell Konflikte austragen oder einfach nur Kleinigkeiten ändern, wie dir bewusst zu machen, wie wichtig Pausen sind – was genau dir hilft, weißt du am besten. Mir ging es vor allem darum, dir die Bedeutung der Pause nahezubringen (oder ins Gedächtnis zurückzurufen …).

Zeichen für Pausen

Wenn du bei der Arbeit feststeckst, dich nicht mehr konzentrieren kannst, du dich gestresst fühlst oder überfordert, dann sind das Zeichen, dass die Pause längst überfällig ist! Also: Rechtzeitig vorher einen Gang runterschalten!

Welche Pause tut dir gut?

Wann machst du Pause – und welche Pausen tun dir gut? Diese Frage möchte ich dir heute mit auf den Weg geben. Du kannst mir auch gerne schreiben – hier in den Kommentaren oder per E-Mail an [info@christopher-end.de](mailto:info@christopher-end.de).

 

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Ruho Nina Lösel: Die Kreativität unserer Kinder

#Eltern-Gedöns Episode #011

Kreativität: Ruho Nina Lösel im Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Was können wir als Eltern tun, damit Kinder kreativ sind und bleiben? Und was sollten wir besser nicht tun? Ein Interview mit Ruho Nina Lösel – Ruho hat Grafik und Kunstpädagogik studiert, langjährige Meditationserfahrung und bietet Kurse für Eltern und Kinder zu Kreativität und Meditation an. 

Kreativität ist wie ein Fluß

Ein Fluß bringt man nicht zum Fließen, wenn man etwas tut – er fließt von sich aus. So ist es auch mit der Kreativität bei uns Menschen und gerade bei Kindern. Wenn wir etwas tun als Eltern, etwas wollen, dann besteht vielmehr die Gefahr, dass wir diesen Fluß unterbrechen.

Der natürliche Ausdruck

Jedem Menschen wohnt etwas inne, was sich ausdrücken will. Ruho hat bei Arno Stern das Malspiel gelernt oder wie er es selbst nennt, das Formulationsspiel. Dafür braucht es nach Arno Stern einen Malort. Die Grundidee dahinter können Eltern aber auch selbst schaffen, meint Ruho.

Den Wert des Spielens

Kreativität ist eng mit Spielen verbunden, sagt Ruho. Leider ist das Spiel in unserer Gesellschaft alles andere als frei, selbst das kindliche Spiel – und das schadet auch der Kreativität. Im Podcast erklärt Ruho, wieso „geh mal spielen“ meist wenig hilfreich ist und was Kinder brauchen, um spielen zu können.

Zu viel Aufmerksamkeit auf das Kind?

Zu viel Aufmerksamkeit auf das Kind, stellt Ruho bei manchen Eltern fest. Das heißt nicht, dass wir in Zukunft unsere Kinder links liegen lassen sollen. Ganz im Gegenteil, nur sollte sich nicht immer alles um sie drehen.

Shownotes

Auf der offiziellen Webseite von Arno Stern findest du Informationen über ihn und sein Malspiel. Arno Stern ist auch im Film Alphabet  zu sehen.

Ruho Nina Lösel

Hier findest du die aktuellen Kurse und Angebote von Ruho. Wenn du mit ihr persönlich Kontakt aufnehmen willst, dann erreichst du sie über ihre E-Mail-Adresse ninaloesel@gmx.net.

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Trauer bei Kindern: Wenn das Kaninchen stirbt

#Eltern-Gedöns Episode #010

Wenn das Haustier stirbt – und Kinder trauern – Der Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher EndAls unsere alte Kaninchendame für uns unerwartet plötzlich stirbt, ist unsere ganze Familie erschüttert. In dieser Folge erzähle ich, was bei uns geholfen hat, was eher nicht und was meine Lehren für den Umgang mit Trauer ist.

Auch wenn es bei uns „nur“ die Trauer um ein Haustier war, was wir im Kleinen erleben, lässt sich auch zu Teilen auf den Umgang mit dem Tod eines Menschen übertragen.

Trauern heißt Abschied nehmen

Trauer ist nicht ausschließlich mit dem Tod verbunden. Trauerprozesse können auch durch andere Abschiede ausgelöst werden. Bei vielen Kindern steht jetzt zu den Sommerferien große Veränderungen: der erste Kindergartentag, die erste Schultag oder der Start in die weiterführende Schule. All das sind auch immer Abschiede.

Wenn Haustiere sterben: Unsere alte Hasendame

Was es braucht, um Verlust zu verarbeiten

Aus meiner Sicht braucht es zwei Dinge, um gut trauern zu können: Erstens die Sicherheit, dass mein Gefühl zu trauern willkommen ist. Und zweitens eine Möglichkeit die Trauer zu verarbeiten – zum Beispiel in einem Ritual. Dabei ist es aus meiner Sicht unerheblich, ob es sich um ein bestehendes Ritual oder ein selbst ausgedachtes Ritual handelt.

Kinder und Beerdigungen?

Ja, unsere Kinder dürfen bei Beerdigungen dabei sein – wenn sie wollen und so lange sie wollen. Wenn sie dann nicht mehr konnten und zum Beispiel aus der Kapelle wollten, dann ist einer von uns mit ihnen rausgegangen. Manchmal ist es dann für mich in solchen Momenten übrigens sehr erleichternd, wenn ich eine kleine Hand ergreifen kann und mit einem kleinen Menschen draußen spielen darf …

Was unsere alte Kaninchendame anging, so haben unsere Kinder die Trauerfeier und Beerdigung selbst gestaltet. Das war eine, wie ich finde, sehr runde Sache. Es war so spielerisch und leicht – und zugleich berührend.

Unsere Aufgaben als Eltern

Wir als Eltern haben – meines Erachtens – die Aufgabe, den Kindern den Raum zu geben, so dass sie trauern können. Das heißt offen zu sein, für alles das, was kommt. Dabei ist es hilfreich zu wissen, dass Trauer individuell ist. Sie unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Zum Schluss halte ich es für wichtig, dass wir als Erwachsene in Trauerprozessen auch gut für uns selbst sorgen.

Wenn das Haustier stirbt und Kinder trauern | Der Eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Deine Anregungen oder Fragen

Du hast Anregung oder eine Frage, du wünscht dir ein spezielles Thema oder einen besonderen Gast, den ich im Podcast interviewen soll? Dann schreib mir an info@christopher-end.de. 

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