Was du tun solltest, wenn es dir gut geht

#Eltern-Gedöns Episode #EG059

Eltern-Gedöns-Podcast: Folge 58 - was du tun solltest, wenn es dir gut geht

Wenn es uns gut geht, dann sollten wir besonders aufmerksam sein! Gerade als Eltern. Wieso? Ganz einfach – damit wir lernen, was wir gemacht haben, damit es uns gut geht. 

 

Lösungen kommen aus uns

Problem kommen aus dem Unbewussten – und die Lösungen kommen aus dem Unbewussten, sagt Dr. Gunther Schmidt (Milton Erickson Institut Heidelberg). Anders ausgedrückt: Es geht um unsere Lösungskompetenz!

Die eigene Lösungskompetenz mehr und mehr zu verstehen und ihr vertrauen zu lernen, kann ein mächtiges Instrument sein, wenn es darum geht den zuweilen stressigen Familienalltag zu meistern.

 

Meist ist es jedoch besonders schwer sich seiner eigenen Lösungskompetenz zu erinnern oder ihr gar zu vertrauen, wenn alles über mir zusammenschlägt. Dann ist der Glaube an mich selbst nicht nur klein, sondern verstellt uns auch die Verzweiflung jede Erinnerung an Lösungsstrategien.

Um die eigene Lösungskompetenz besser kennenzulernen und lernen ihr zu vertrauen, ist es also so wichtig in „guten Zeiten“ einen Blick auf sich selbst zu werfen.

Das erfordert gar nicht viel.

Werde Detektiv in eigener Sache

Ich empfehle dir drei kleine Schritte, um dir selbst auf die Schliche zu kommen:

  1. Bade im Glück!
  2. Spüre genau, wie sich das anfühlt!
  3. Frage dich: „Wie mache ich das?“

Es geht also darum Detektiv in eigener Sache zu werden.

So nährst du zum einen die Erkenntnis, was du dazu beiträgst, dass es dir gut geht. Zum anderen machst du dir deine Erfahrung noch mal bewusst. Das ist so eine Art Frederick-Effekt – in Anlehnung an die Maus Frederick aus dem Kinderbuch von Leo Lionni: Du sammelst deine Glückserfahrungen in dir!

 

 

Weltspieltag: Raus mit euch!

Weltspieltag

Der Wert des Spielens wird gerade wieder neu entdeckt: Neurobiologen wie Gerald Hüther erklären, dass das Spiel unser ureigenste Weise ist zu lernen. Und moderne Unternehmen holen das Spiel in die Arbeitswelt zurück. Und wie sieht es dort aus, wo eigentlich gespielt wird? In der Kindheit? In der Familie? In Kindergarten und – ich traue mich gar nicht zu fragen: In Schule? 

Eine Studie im Auftrag des Deutsches Kinderhilfswerk* kommt zu gemischten Ergebnissen anlässlich des heutigen #Weltspieltag: Zwar halten die meisten Eltern gelegentliche Langeweile für hilfreich – dennoch ist die Mehrheit der Meinung Hausaufgaben seien wichtiger als freies Spiel!

Aus meiner Sicht sind es vor allem drei wesentliche Dinge:

  1. Raum und Zeit geben
  2. loslassen
  3. staunen und mitfreuen

Spielen fördern? Raus mit euch!

Freies spielen funktioniert übrigens meiner Erfahrung nach am besten draußen in der Natur. Ob Urwald oder Wiese, großer Garten oder kleiner Park ist dabei nebensächlich. Wichtig ist jedoch der offene Raum und der  Kontakt mit der Natur.

Beides verändert etwas in der Art, wie Kinder sich entfalten – im Gegensatz zu geschlossenen Räumen. So meine Beobachtung.

Spielen braucht vor allem: wenig

Und ja, beim Spielen hilft es auf Spielzeug zu verzichten. Der Verzicht hat viele Vorteile, der wichtigste: Die Kinder sind viel freier. Denn Spielzeuge haben meistens einen vorgegeben Zweck.Ein Stock, eine Kastanie oder ein Stein können fast alles sein, was wir uns vorstellen.

All diese natürlichen Dinge haben an sich erstmal keinen Zweck, wie mit ihnen zu spielen sei. Eine Puppe hingegen ist eine Puppe. Ein Spielzeugauto ein Spielzeugauto.

Die Natur lädt zum Entdecken ein

Streife ich durch den Wald und mir ist danach Auto zu spielen, dann suche ich mir das, was es mir ermöglicht Auto zu spielen. Der Impuls dazu kommt aus mir. Der Wald gibt mir einfach das, was ich brauche, um mein Bedürfnis umzusetzen, um es auszudrücken.

Sitze ich im Zimmer …

Sitze ich hingegen in meinem Zimmer – und da fängt es schon an: Dass wir in einem Zimmer eher sitzen als darin herumzustreifen! Schon die äußere Bewegung oder Bewegungslosigkeit macht einen Unterschied in meiner inneren Bewegung.

Also im Zimmer habe ich viele konkrete äußere Spielangebote. Jetzt müssen meine inneren Spielimpulse sich quasi mit den äußeren Spielzeugen, den äußeren Bildern decken. Das mag eine feine Betrachtung sein, eine subtile Unterscheidung, aber für mich ist sie spürbar. Ich spüre einen Unterschied, ob Kinder draußen in unserem Garten spielen oder drinnen im Zimmer.

Äußere Bewegung unterstützt innere Bewegung

Nicht dass Kinder drinnen nicht auch hingebungsvoll im Spiel versinken könnten – nein. Nur ist meine Erfahrung, dass sie draußen ganz anders spielen. Also ob die äußere Freiheit sie dabei unterstützt ihre innere Freiheit auszuleben.

Während ich die Zeilen schreibe – in meinem Zimmer 😉 – ertappe ich mich dabei, dass ich mich frage, wann ich das letzte Mal im Wald war mit meinen Kindern.  Ich glaube es ist schon fast zwei Wochen her. Ich glaube, wir müssen mal wieder raus. Wir alle!

Und: Wann bist du das nächste Mal im Wald?

* Zur Studie des Deutschen Kinderhilfswerk e.V.


 

Anne & Uli: 22 Monate – Leben und Abschied von Josef

#Eltern-Gedöns Episode #EG058

Was wenn ein Kind schwerst krank ist – was wenn es stirbt? Anne & Uli beginnen vier Jahr nach der Geburt von Josef und zwei Jahr nach seinem Tod das Leben mit ihm nachzuerzählen. Tag für Tag im Blog 22monate.de.

Josef kommt schwer krank auf die Welt. Die Eltern, Anne und Uli, und die große Schwester Klara leben jetzt mit einem Kind, das laufend Betreuung braucht, rund um die Uhr. Sie entscheiden Josef zuhause zu pflegen.

Pflege: Wenn die Grenzen verschwinden

Doch dann springt eine Betreuungsmaschine an, die alle überrascht und irgendwann auch heraus- wenn nicht überfordert hat. Denn da die Eltern ihr Kind zuhause pflegen wollten, kamen nun all diese Unterstützerinnen und Unterstützer zu ihnen nachhause.

Man kann nicht nach Hause gehen.
– Uli

Krankenschwestern und Therapeutinnen, Familienbegleiter und Ärztinnen – das Zuhause von Anne und Uli und der Tochter Klara wird zur Pflegestation. So liebevoll viele der Menschen sind, so wichtig diese Unterstützung ist, für die Familie bleibt kaum noch ein Rückzugsort. Denn so sagt Uli: „Man kann von zuhause nicht nach hause gehen.“

Lieb gemeint: Wenn Hilfe übergriffig wird

In alldem erfährt die Familie viel Unterstützung: Familie und Freunde, die für sie da sind. Doch sie erleben auch, wenn ihre Grenzen überschritten werden – wohlgemeinte Ratschläge, ungefragte Hilfe bis hin zu Menschen, die den Kontakt meiden.

Besonders treibt die Eltern aber die Erfahrung um, das ihnen von außen ein Bild zugeschrieben wird. Ein Bild, das ihnen – und Josef – nicht gerecht wird. Anne und Uli erzählen jetzt ihre eigene Geschichte. Tag für Tag. 22 Monate lang.

In all dem Organisieren und Pflegen, zwischen Krankheit und Tod lebt diese Familie ihr Leben. Lacht und liebt. Die Liebe spüre ich, wenn Anne aus ihrem Blog, aus ihrem Leben mit Josef vorliest. Dieses Lachen habe ich oft gehört im Gespräch mit den beiden. Im Podcast erzählen sie auch von diesen skurrilen Momenten wie dem „übelsten Spaß im Kinderhospiz“.

Mehr von Anne & Uli

Täglich schreibt Anne auf 22monate.de, Uli macht die Bilder. Du kannst ihnen auf Twitter, Facebook und Instagram folgen. Fragen beantworten beide auch gerne per E-Mail unter post@22monate.de. Überhaupt sind sie sehr offen für den Austausch – wenn du ein Anliegen hast oder eine Idee, sprich sie bitte einfach an.

Was du in dieser Episode noch erfährst

  • Was Anne und Uli geholfen hat
  • Was sich Anne und Uli von anderen Menschen gewünscht haben
  • Wie die 6-jährige Klara mit dem schwerkranken Bruder umging

Der Kreis der Väter

Wir, Christoph und Christopher, sehen unser Vatersein als Weg an. Ein Weg, der sich entwickelt und auf dem wir laufend lernen. Wir lassen uns dabei von Liebe, Achtsamkeit und Mitgefühl leiten. Wir erleben, wie so Bindung und Nähe zu unseren Kinder entsteht. Und wir sehen, wie das unsere Beziehung und Partnerschaft nährt.

In dieser Gesellschaft fehlt oft der Platz für einen solchen Austausch – so wie es in den alten Kulturen noch gab. Wir wollen so einen Ort für euch kreieren.

Alle Infos zum Kreis der Väter und zur Online-Anmeldung. 

 

Was tun: Unser Kind geht in die Welt – und leidet

#Eltern-Gedöns Episode #EG057

Wenn unser Kind in den Kindergarten oder die Schule geht, nimmt unser Einfluß ab. Was tun, wenn es unserem Kind dort nicht gut geht?

Das Loslassen ist ein Riesenschritt – vor allem für uns Eltern. Und die Kinder gehen schneller in die Welt, als uns manchmal lieb ist: Sie kommen zur Tagesmutter oder früh in die Kita und irgendwann in die Schule.

Loslassen und Vertrauen

Unser Einfluß dort draußen auf unsere Kinder ist begrenzt und plötzlich nur noch mittelbar. Wir erreichen sie nicht mehr direkt. Das erfordert von uns viel Vertrauen. Vertrauen in die anderen Menschen. Vertrauen in unser Kind.

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
Reinhold Niebuhr

Das ist die eine Seite, das Loslassen und Vertrauen – und das kann schon herausfordernd sein. Doch es gibt auch noch eine andere Seite.

Wenn unser Kind nicht zurecht kommt …

Was wenn wir das Gefühl haben, unser Kind kommt da draußen nicht zurecht? Wenn wir spüren, dass es leidet? Was dann?

Ich finde das einen schwierigen Punkt zu schreiben oder zu sagen, was richtig ist.

Denn manchmal ist es angebracht, dass wir uns einmischen, dass wir uns schützend vor unser Kind stellen. Manchmal ist es aber auch angebracht, dass wir unserem Kind den Rücken stärken.

Wann was angemessen ist, muss und kann nur jeder selbst herausfinden.

Die drei Angelegenheiten nach Byron Katie

Mir hilft dabei manchmal das Konzept der drei Angelegenheiten nach Byron Katie. Sie unterscheidet in folgende Angelegenheiten:

  1. Meine Angelegenheiten
  2. Die Angelegenheit der anderen
  3. Die Angelegenheiten Gottes

Die drei Angelegenheiten sind wie ein Prüfinstrument. Wie ein Sieb, durch das ich alles schütten kann, was mich bewegt oder ärgert. Wenn ich mich nämlich auf die Dinge konzentriere, die meine Angelegenheiten sind, dann komme ich zu den Dingen, die ich auch selber kontrollieren kann.

Ich ärgere mich zum Beispiel häufig im Straßenverkehr über andere Verkehrsteilnehmer – doch deren Verhalten ist etwas, das ich nicht ändern kann. Ihr Verhalten ist nicht meine Angelegenheit. (Außer ich wäre Polizist oder beim Ordnungsamt ;-)). Meine Angelegenheit ist nur mein Umgang damit. Also wie ich reagiere, wenn jemand auf dem Radweg parkt oder bei Rot über die Ampel fährt.

In der Podcast-Folge erkläre ich das noch mal an dem Beispiel einer Mutter, deren Kind in der Schule eine schwere Zeit hat, da ein anderes Kind dort die Mitschülerinnen und Mitschüler ärgert und drangsaliert.

 


Der Kreis der Väter

Wir, Christoph und Christopher, sehen unser Vatersein als Weg an. Ein Weg, der sich entwickelt und auf dem wir laufend lernen. Wir lassen uns dabei von Liebe, Achtsamkeit und Mitgefühl leiten. Wir erleben, wie so Bindung und Nähe zu unseren Kinder entsteht. Und wir sehen, wie das unsere Beziehung und Partnerschaft nährt.

In dieser Gesellschaft fehlt oft der Platz für einen solchen Austausch – so wie es in den alten Kulturen noch gab. Wir wollen so einen Ort für euch kreieren.

Alle Infos zum Kreis der Väter und zur Online-Anmeldung. 

 

Eilert Bartels: Männer, Väter & Gefühle

#Eltern-Gedöns Episode #EG056

Eilert Bartels im Interview im Eltern-GEdöns-Podcast mit Christopher End

Mit HuMANNoid hat der Paartherapeut Eilert Bartels ein Männer-Buch geschaffen, das den Mann hinter den Rollen zeigt. Die Männer machen sich hier im übertragenen wie im wortwörtlichen Sinne nackt.

Die verlorene Verletzlichkeit der Männer

Verletzlichkeit ist in unserer Gesellschaft eine Eigenschaft, die wenigsten würden wohl (leider) Fähigkeit sagen, die Klassischerweise den Frauen zugeschrieben wird. Doch damit nehmen sich gerade Männer viel.

„Ich stelle mir Menschsein wie einen Fächer vor“, sagt Eilert. Erst wenn der Fächer ganz geöffnet ist, sind wir ganz Mensch. In unserer Kultur klappen die Männer die eine Hälfte des Fächer zu und Frauen die andere.

Das heißt die Gefühle und Fähigkeiten sind bei allen vorhanden, aber nicht entwickelt, so Eilert.

Menschsein ist ein Fächer

In dem Moment, in dem wir den Fächer zur ganzen Entfaltung bringen, werden wir ganz.

Eilert macht das mit einem Bild deutlich: „Was nützt es dir in der Ritterrüstung herumzulaufen, wenn in der Rüstung nichts ist, was es lohnt beschützt zu werden.“

Wenn Väter ihre eigenen Themen nicht bearbeiten, dann schleppen sie das in ihre Paar-Beziehung und damit auch in ihre Familie. Das tut dann weder ihnen noch ihrer Partnerin noch ihren Kindern gut …

Mehr zu Eilert

Du erreichst Eilert über seine Website eilert-bartels.de oder über sein Facebook-Profil. Die gemeinsame Seite mit seiner Frau Judika heißt beziehungsperspektive.de. Sein Buch Humannoid ist im März 2019 beim Böhland & Schremmer Verlag erschienen. Mehr zu seinem Buch Humannoid erfährst du auf der gleichnamigen Website humannoid.de.

Shownotes

Was du in dieser Episode lernst

  • Wieso Verletzlichkeit zum Mannsein dazugehört.
  • Wie wir uns durch klassische Geschlechterrollen in eine Abhängigkeit begeben.
  • Wieso Triangulation in der Familie eine Belastung für Kinder ist.
  • Wie Eilert seinen Weg gegangen ist.

Darum brauchen Eltern einen Regenschirm

#Eltern-Gedöns Episode #EG055

Wieso Eltern einen „Regenschirm“ für die Familie  brauchen!

Hast du deinen Regenschirm dabei für dein Leben mit deinen Kindern?

Wenn es nach Regen aussieht, dann packen wir den Regenschirm ein. ich kenne sogar ein Radfahrer, der hat immer (!) Regensachen dabei!

Wenn es nach schlechtem Wetter aussieht, dann bereiten uns darauf vor. Wir stellen uns darauf ein, dass es ungemütlich wird. Das wir vielleicht nass werden. Dass wir in einen Regenschauer oder gar ein Gewitter oder Sturm kommen. Und was hat das mit den Elternsein zu tun, mit dem Elternwerden? Viel …

Wenn wir Eltern werden, dann bereiten wir uns in der Regel nicht darauf vor, dass es ungemütlich wird, dass wir im Sturm unseren Halt verlieren oder im Nebel unseren Partner aus den Augen verlieren.

Doch Eltern sein ist eine Herausforderung. Natürlich kann vieles im Leben eine Herausforderung eine Prüfung für uns sein. Das Elternsein hat aber eine Besonderheit: kaum jemand kommt dir so nahe wie dein Kind. Kaum etwas kann dich so herausfordern, wie das Leben mit Kindern.

Es ist eine Verantwortung, die uns das Leben lang begleitet (ob wir uns ihr stellen ist eine andere Frage …).

Für diese Herausforderung, und eine Herausforderung ist es, sollten wir gewappnet sein. So wie wir uns halt auch für den Regenschauer oder den Sturm wappnen.

Deswegen ist es gut in Zeiten, in denen es ruhig ist, sich vorzubereiten. Als werdende Eltern sich auch auf die unruhigen Zeiten einzustellen.

Und ebenso wenn wir bereits Eltern sind, zu schauen, wie wir uns wappnen können. Zum Beispiel wie wir unsere Akkus wieder aufladen können.

Was aber wenn aber mein ganzes Leben, mein ganzer Alltag „auf Kante genäht ist“? Wenn jeder funktionieren muss, dann reicht schon ein kleines Stolpern, um die Maschine auf den Tag zu bringen. Dann haben wir vergessen, den Regenschirm bereit zu legen. Dann haben wir und nicht die Zeit genommen uns vorzubereiten.

Was ist dein Regenschirm für das Leben mit deinem Kind?

PS: Diese Episode ist ursprünglich als Post auf meinem Instagram-Profil erschienen – leider hat das WordPress meine Emojis nicht übernommen … 🙁