Weltspieltag: Raus mit euch!

Weltspieltag

Der Wert des Spielens wird gerade wieder neu entdeckt: Neurobiologen wie Gerald Hüther erklären, dass das Spiel unser ureigenste Weise ist zu lernen. Und moderne Unternehmen holen das Spiel in die Arbeitswelt zurück. Und wie sieht es dort aus, wo eigentlich gespielt wird? In der Kindheit? In der Familie? In Kindergarten und – ich traue mich gar nicht zu fragen: In Schule? 

Eine Studie im Auftrag des Deutsches Kinderhilfswerk* kommt zu gemischten Ergebnissen anlässlich des heutigen #Weltspieltag: Zwar halten die meisten Eltern gelegentliche Langeweile für hilfreich – dennoch ist die Mehrheit der Meinung Hausaufgaben seien wichtiger als freies Spiel!

Aus meiner Sicht sind es vor allem drei wesentliche Dinge:

  1. Raum und Zeit geben
  2. loslassen
  3. staunen und mitfreuen

Spielen fördern? Raus mit euch!

Freies spielen funktioniert übrigens meiner Erfahrung nach am besten draußen in der Natur. Ob Urwald oder Wiese, großer Garten oder kleiner Park ist dabei nebensächlich. Wichtig ist jedoch der offene Raum und der  Kontakt mit der Natur.

Beides verändert etwas in der Art, wie Kinder sich entfalten – im Gegensatz zu geschlossenen Räumen. So meine Beobachtung.

Spielen braucht vor allem: wenig

Und ja, beim Spielen hilft es auf Spielzeug zu verzichten. Der Verzicht hat viele Vorteile, der wichtigste: Die Kinder sind viel freier. Denn Spielzeuge haben meistens einen vorgegeben Zweck.Ein Stock, eine Kastanie oder ein Stein können fast alles sein, was wir uns vorstellen.

All diese natürlichen Dinge haben an sich erstmal keinen Zweck, wie mit ihnen zu spielen sei. Eine Puppe hingegen ist eine Puppe. Ein Spielzeugauto ein Spielzeugauto.

Die Natur lädt zum Entdecken ein

Streife ich durch den Wald und mir ist danach Auto zu spielen, dann suche ich mir das, was es mir ermöglicht Auto zu spielen. Der Impuls dazu kommt aus mir. Der Wald gibt mir einfach das, was ich brauche, um mein Bedürfnis umzusetzen, um es auszudrücken.

Sitze ich im Zimmer …

Sitze ich hingegen in meinem Zimmer – und da fängt es schon an: Dass wir in einem Zimmer eher sitzen als darin herumzustreifen! Schon die äußere Bewegung oder Bewegungslosigkeit macht einen Unterschied in meiner inneren Bewegung.

Also im Zimmer habe ich viele konkrete äußere Spielangebote. Jetzt müssen meine inneren Spielimpulse sich quasi mit den äußeren Spielzeugen, den äußeren Bildern decken. Das mag eine feine Betrachtung sein, eine subtile Unterscheidung, aber für mich ist sie spürbar. Ich spüre einen Unterschied, ob Kinder draußen in unserem Garten spielen oder drinnen im Zimmer.

Äußere Bewegung unterstützt innere Bewegung

Nicht dass Kinder drinnen nicht auch hingebungsvoll im Spiel versinken könnten – nein. Nur ist meine Erfahrung, dass sie draußen ganz anders spielen. Also ob die äußere Freiheit sie dabei unterstützt ihre innere Freiheit auszuleben.

Während ich die Zeilen schreibe – in meinem Zimmer 😉 – ertappe ich mich dabei, dass ich mich frage, wann ich das letzte Mal im Wald war mit meinen Kindern.  Ich glaube es ist schon fast zwei Wochen her. Ich glaube, wir müssen mal wieder raus. Wir alle!

Und: Wann bist du das nächste Mal im Wald?

* Zur Studie des Deutschen Kinderhilfswerk e.V.


 

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, dann freue ich mich, wenn du ihn teilst. Danke!
0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.