• Mit einem Freund drüber reden – reicht das?

Eltern-Gedöns Episode #EG428

„Ich bespreche das mit einem Freund.“ – Diesen Satz höre ich oft. Und er klingt erst einmal gut. Schließlich ist es wertvoll, wenn wir uns öffnen, wenn wir nicht alles mit uns selbst ausmachen. Doch manchmal – das habe ich über die Jahre gelernt – reicht das eben nicht.

Wenn Reden nicht automatisch hilft

Ich erinnere mich an ein Gespräch, das mich damals ziemlich irritiert hat.

Ich erzählte einem Vater begeistert von meiner eigenen Begleitung – Therapie, Coaching, Innenschau. Ich war Feuer und Flamme, weil ich gespürt hatte, wie viel sich in mir veränderte.

Und er sagte nur:
„Ich bespreche so was mit einem Freund.“

Damals fand ich das unverständlich. Heute sehe ich: Dahinter steckt Vertrauen.

Wer etwas mit einem Freund teilt, zeigt sich. Und das ist ein wichtiger erster Schritt.

Denn Öffnung ist die Voraussetzung, dass überhaupt etwas Neues entstehen kann.

Öffnen heißt: zeigen – UND – empfangen

Öffnen hat zwei Seiten:

  1. Ich öffne mich – zeige, was in mir vorgeht, zeige vielleicht auch Verletzlichkeit, Scham, Wut, Traurigkeit.
  2. Und ich öffne mich für das, was vom Gegenüber kommt

Diese doppelte Offenheit ist die Grundlage jeder echten Begegnung.

Doch genau hier liegt die Grenze vieler Gespräche unter Freunden: Wir öffnen uns, ja – aber wir bleiben oft in unserer Perspektive stecken.

Das Gegenüber hört zu, nickt, versteht und bestärkt!

Und genau dadurch kann es passieren, dass sich nichts verändert!

Wenn Verständnis zur Falle wird

Verständnis fühlt sich gut an – aber es kann uns auch festhalten.

Wenn mein Freund mich nur in meiner Sicht bestätigt („Ja, das ist wirklich unfair!“), dann bestärkt er unbewusst auch meinen Anteil am Konflikt.

Wir bleiben beide im Alten verhaftet.

Es gibt keine Bewegung, keinen neuen Blick, keinen Perspektivwechsel.

Und ohne Perspektivwechsel gibt es keine wirkliche Veränderung.

Warum Perspektive Resonanz braucht

Das bedeutet nicht, dass Freundschaftsgespräche sinnlos sind.
Im Gegenteil: Sie sind wichtig – als Resonanzraum, als Ort der Nähe und Echtheit.

Aber manchmal braucht es ein Gegenüber, das mehr kann als trösten:
→ jemand, der Resonanz gibt – und zugleich den Blick öffnet.

Genau das ist es, was im Kreis der Väter passiert.

Dort entsteht beziehungsbasiertes Lernen – nicht nur durch mich als Begleiter, sondern durch die Gruppe selbst.

Mehrere Väter hören zu, spiegeln, teilen, zeigen sich.

Das wirkt wie ein doppelter Resonanzkörper.

Oder anders gesagt: wie „Kumpel hoch zwei“.

Vom Reden ins Verstehen – und dann ins Begreifen!

Ein Vater aus einem früheren Kreis sagte letztens:
„Ich kann gar nicht genau sagen, was sich verändert hat – aber ich spüre, dass die Verbindung zu meinen Kindern tiefer geworden ist.“

Genau darum geht es: nicht an der Oberfläche zu arbeiten, nicht nur am Verhalten, sondern an der Haltung.

Das beginnt in Beziehung.

Und dort beginnt Veränderung.

Der Kreis der Väter

Im Kreis der Väter findest du nicht nur Raum zum waschen – du findest dich selbst in deiner ganzen Weite!
Hier begegnen sich Männer, die ihre Stärke mit Herz leben wollen. Die Verbindung suchen – zu sich, zu ihren Kindern, zu ihrer Partner*in, zu ihrem Leben. Hier kannst du ankommen, atmen, spüren, was dich wirklich trägt. Kannst loslassen, was dich behindert, um deine Kraft voll zu leben.

klar. verbunden. frei.

Foto:  Mona Dadari

Was, wenn Gespräche nicht länger im Streit enden müssen?
Wenn du dein Gegenüber wirklich erreichst – dein Kind, deine Partnerin, Kolleginnen – und gleichzeitig bei dir bleibst?
Wenn aus Gegensätzen wieder Verbindung entstehen kann?

In der Auszeit am See lernst du, Beziehung bewusst zu gestalten:
mit Präsenz, Klarheit und echtem Kontakt.
Ein Retreat für Menschen, die tiefer gehen wollen –
raus aus Distanz, rein in Verbindung.
Mit sich. Mit anderen. Im Alltag.