Leoni Spiesecke: Circle Way in Familien

#Eltern-Gedöns Episode #EG053

Leoni Spiesecke über Circle Way im Eltern-Gedöns-Podcast

Leoni Spiesecke unterrichtet Circle Way, den Weg des Kreises. Ursprünglich brachte ihre Mutter diese hierarchiefreie Kommunikationsform der amerikanischen Ureinwohner in die Familie – und das veränderte das Familienleben. Daraufhin lernte die heute 27-Jährige Circleway unter anderem bei Manitonquat, einem Ältesten der Wampanoag-Nation aus dem Nordosten der USA.

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Im Kreis sitzen und teilen

Leoni hat Circle Way nicht nur gelernt, sondern auch am eigenen Leib erfahren, was der Kreis verändern kann – und zwar in ihrer Familie! Im Podcast spricht sie ausführlich über diese Veränderung.

Leoni beschreibt sich als äußerst feinfühlig im Sinne, dass sie sich in andere einfühlen konnte. Doch das war als Kind nicht immer leicht, denn die Erwachsenen sendeten häufig widersprüchliche Botschaften. Der Kreis verändert die Kommunikation in ihrer Familie. Eine ganze neue Form von Beziehung entstand.

Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten den Kreis kennenzulernen. Menschen wie Leoni geben das Wissen weiter oder auch in einem der Circle-Way-Camps (Links weiter unten in den Shownotes).

Familien können aber auch den ersten Schritt selbst machen und einen Kreis einberufen. Die Regeln sind einfach.

Circle Way: Die Regeln

Eigentlich braucht der Circleway nur wenige Regeln – und doch verändern diese so vieles in unserer Kommunikation.

  1. einstimmen mit einem Gebet
  2. mit ungeteilter Aufmerksamkeit zuhören
  3. wenn ich spreche, bei mir bleiben
  4. nicht kommentieren, was die anderen sagen
  5. jedem die gleiche Zeit zuteil werden lassen

Was du noch in dieser Folge lernst

  • Wieso Circle Way für Väter so bedeutend ist
  • Eins der für mich berührenden spontanen Gebete
  • Was ein Mini ist und wie er funktioniert
  • Was Eltern im Kreis mit ihren Kindern nicht klären sollten
  • ab wieviel Jahren du mit Kindern einen Kreis machen kannst

Shownotes

Die offizielle Circle-Way-Seite ist circleway.org.

Leoni erwähnt im Podcast auch Vivian Dittmar.

Mehr zu Leoni

Mehr zu Leoni und ihrer Arbeit gibt es auf ihrer Webseite herz-leben . Du kannst auch über ihr Facebook-Profil mit ihr Kontakt aufnehmen. Und hier spricht Leoni auf Youtube mit ihrer Mutter Silke darüber, was Circle Way in ihrem Leben verändert hat.


Tagesseminar Elternsein 11. Mai

Einen Tag lang widmen wir uns unserem Elternsein: Welches Bild haben wir von uns als Mutter oder Vater? Was davon tut uns gut? Was braucht eigentlich unser Kind? Und wie können wir anders miteinander sein, uns miteinander austauschen?

Dieses Seminar ist eine liebevolle Reise zu dir – entschleunigend und meditativ.

Und: Wir nutzen auch einen Redekreis 🙂

Tagesseminar ElternSein
11. Mai 2019
Wandelraum | Rösrath (bei Köln)

Hier gibt’s alle Infos und die Anmeldung zum Tagesseminar Elternsein


Kommunikation: Der Familien-Kreis

#Eltern-Gedöns Episode #032

Kommunikation: Der Familien-Kreis | Der Eltern-Gedöns-Podcast

Der Kreis ist eine, wenn nicht die Ur-Form der menschlichen Kommunikation. Eine Kommunikationsform, die echten Austausch auf Augenhöhe und tiefe Verbundenheit möglich macht. Die Regeln sind einfach. Daher ist der Kreis eine hervorragende Möglichkeit achtsam in der Familie zu kommunizieren.

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Diese Folge gibt es auch als Video:

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Der Kreis und seine Regeln

Die Regeln sind wie gesagt einfach:

  1. Nur wer dran ist, spricht auch.
  2. Sprich aus dem Herzen und dem Moment
  3. Hör mit dem Herzen zu

Hilfreich ist ein Redegegenstand: So ist klar, wer gerade dran ist. Vor allem der Übergang von einem Redner zum nächsten wird so sichtbar und (be)greifbar! Jetzt habe ich ihn noch, jetzt gebe ich ihn ab und jetzt empfange ich ihn und damit die Rolle des Redners.

In der Tradition der nordamerikanischen Ureinwohner war das häufig ein Redestab. Trifft sich ein Kreis häufiger oder regelmäßig kann es ein kraftvolles Zeichen sein, wenn sich der Kreis einen eigenen Redegegenstand sucht – vielleicht ist es in der Familie sogar ein Duplo-Auto.

Aus dem Herzen sprechen

Aus dem Herzen zu sprechen bedeutet zu fühlen und zu spüren, wie es mir geht und was gerade in mir los ist. Ich überlege mir also nicht vorher, was ich sagen will. Lege mir keine klugen Worte zurecht, sondern spreche aus dem Herzen und dem Moment. Damit funktioniert der Kreis anders als die meisten Diskussionen, in denen zwei konträre Meinungen aufeinandertreffen und am Ende die Kontrahenten unversöhnlich auseinander gehen. Deswegen ist es auch hilfreich, von sich zu sprechen – die berühmten Ich-Botschaften.

Mit dem Herzen hören

Dass es eine andere Art des Austausches geben kann, daran trägt auch das Hören mit dem Herzen seinen Anteil. Spricht jemand anders höre ich zu. Ich lasse das Gesagte in mein Herz. Ich spüre, was das mit mir macht, was das mit dem anderen macht. Und ich steige nicht in die Gedanken ein oder überlege mir eine rhetorische Strategie, den anderen umzustimmen oder zu überzeugen. Ich höre einfach zu.

Wenn du dich im Kreis ausprobierst, so bin ich gespannt auf deine Erfahrungen oder deine Fragen – schreib mir in die Kommentare oder an info@christopher-end.de. Wenn du noch ein wenig tiefer einsteigen willst, dann habe ich für dich einen Buchtipp und zwei Seminare mit mir 🙂

Buchtipp

Der große Rat ist eine, wie ich finde, verständliche und liebevolle Einführung in die Kreiskommunikation. Vor allem der erste Teil ist leicht zu lesen und hat mich an vielen Stellen berührt. Jack Zimmermann und Virginia Coyle gelingt es den Bogen zu schlagen von den Wurzeln des Kreises in der Kultur und Weisheit der nordamerikanischen Ureinwohnern hin zu Anwendungen in Schulen, Familien und Unternehmen der Gegenwart. Die letzten Kapitel richten sich mit speziellen Fragestellungen eher an langjährige Praktizierende.

Der große Rat
Das Council – mit dem Herzen hören und sprechen, den Kreis erweitern
Jack Zimmerman & Virginia Coyle
Arbor Verlag
ISBN 9783936855920
448 Seiten
19,90 €

Seminar-Tipps

Eltern-Kreis für mehr Achtsamkeit

Der Eltern-Kreis für mehr Achtsamkeit ist eine kostenlose Abendveranstaltung. Ein offener Abend für alle, die sich zum Thema achtsames Elternsein austauschen wollen. Dabei verwenden wir den Kreis als Kommunikationsmittel.

Der nächste Eltern-Kreis findet am 29. November in Köln statt. Alle Informationen und die Anmeldemöglichkeiten.

 

Der Kreis der Väter – Vol. 2

Der Kreis der Väter ist ein angeleiteter Selbsterfahrungs-Prozess, der sich über ein halbes Jahr erstreckt. An sechs Abendseminaren trifft sich eine feste Gruppe von Vätern. Mit Musik und Meditation, im Kreis und durch Kommunikation spüren wir unserem Vatersein nach: Wodurch wird es gespeist, was davon tut mir und meiner Familie gut und was ist eher störend?

Der nächste Kreis der Väter startet im Februar 2019 in Köln – hier findest du die Termine, viele Infos und die Anmeldemöglichkeiten.

 

 

Eine Übung im Zuhören – für uns Eltern

#Eltern-Gedöns Episode #028

Übung im Zuhörern für Eltern – eltern-Gedöns-Podcast mit Christopher End

Wenn wir einfach nur zuhören, ohne zu kommentieren, ohne zu antworten, ohne in die Wertung zu gehen, dann verändert das etwas. In dieser kleinen einfachen Übung kannst du etwas über dich und dein Kind herausfinden. Wie du Zuhören neu erfahren kannst, was Zuhören für dich bedeutet und was es mit deinem Kind macht.

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Einfach zuzuhören, Zeuge sein dessen, was dein Kind sagt, einfach dazusein für dein Kind – dazu lade ich dich in dieser Übung ein. Wenn du zuhörst, dann hat das eine Wirkung auf dein Kind (und jeden anderen Menschen): Es fühlt sich gehört und gesehen – und es fühlt sich so angenommen.

Zuhör-Übung: Und so geht’s

Nimm diese Übung als Einladung, als spielerischen Versuch etwas über dich und dein Kind herauszufinden. Dazu gehst du wie folgt vor:

  1. Nimm dir Zeit: Oft passt der Wunsch des Kindes sich mitzuteilen und die Bereitschaft der Eltern zuzuhören zeitlich nicht übereinander. Deswegen: Plane diese Woche Zeit ein, deinem Kind zuzuhören. Hilfreich ist dir zu überlegen, wann dein Kind gerne erzählt. Unseres kommt liebend gerne eine Stunde nach dem Schlafengehen, wenn wir gerade irgendetwas nicht-kind-gerechtes wie Game of Thrones gucken 😉
  2.  Höre mit dem Herzen zu: Es hilft wirklich dir bildlich vorzustellen, dass du mit deinem Herzen zuhörst.
  3. Verzichte auf Kommentare – sowohl laute als auch leise. Leider neigt unser Verstand dazu alles und jedes zu kommentieren. Lass die Kommentare innerlich an dir vorbeiziehen …
  4. Nimm auf: Höre einfach, was gesagt wird. Es braucht nicht mehr.
  5. Beobachte dich: Was macht es mit dir, wenn ein Impuls aufsteigt etwas zu kommentieren, eine Frage zu beantworten, zu trösten oder sonstige etwas zu machen? Wieso tust du das und welche Funktion hat das für dich?
  6. Wenn Fragen kommen: Falls dich dein Kind etwas fragt, dann prüf das. Nimm dir einen Moment Zeit: Braucht diese Frage eine Antwort? Oder könnte das Kind sie selbst finden? Sollt dich dein Kind fragen, ob du überhaupt zuhörst, dann  sag ihm die Wahrheit, dass du gerade übst noch besser zuzuhören.

Und: Wie war es?

Jetzt bin ich gespannt, wie die Übung für dich war? Schreib mir doch an info@christohper-end.de oder gleich hier in die Kommentare. Ich höre dir gerne zu.

 

Trösten: Warum „Ist doch nicht so schlimm“ schlimm ist

Trösten schadet manchmal mehr, als dass es nützt. Was dein Kind braucht, wenn es weint oder schreit und wie du es wirklich unterstützt.

Gastbeitrag: Wie Familienkonferenzen helfen, dass unsere Kinder kooperieren!

Zeichnung einer Familie. Text: Familienkonferenz

Gastbeitrag von Annamaria Fisler

Die Familienkonferenz, auch Familienrat genannt, ist eine Möglichkeit, die Kooperationsbereitschaft in der Familie zu fördern. Sie hilft der Familie, über Gefühle zu sprechen, diese mitzuteilen, sich als Team zu fühlen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen und sich gemeinsam auf den Lösungsweg zu begeben. Familienkonferenzen sind für alle Arten von Familien geeignet.

Vielleicht fragen Sie sich, ob eine Familienkonferenz helfen kann, unsere Kinder zur Kooperation zu bringen? Ich kann Sie nur dazu ermutigen, sich auf dieses Experiment einzulassen und sich gemeinsam mit Ihren Kindern auf diesen Weg zu begeben. Sie werden erstaunt sein, wie kooperationsfähig Ihre Kinder sein können.

Die Wirkung einer Familienkonferenz

Die Familienkonferenz bietet einen Rahmen, in dem die Kinder (an-)gehört werden.

Die Familienkonferenz …

  • … gibt jedem die Möglichkeit, über Gefühle zu sprechen und mitzuteilen
  • … gibt der Familie die Möglichkeit, sich als ein Team zu fühlen
  • … fördert den Gemeinschaftssinn, alle unterstützen sich gegenseitig
  • … vermittelt Kindern Respekt
  • … hilft Lösungswege gemeinsam zu finden
  • … bietet Kindern Gelegenheit, sich gehört und geliebt zu fühlen
  • … hilft Eltern, welche schreien oder gar schlagen, damit aufzuhören
  • … gibt der Familie die Möglichkeit, miteinander Spaß zu haben.

Zeichnung einer Familie um einen Tisch mit Fragezeichen

Der Wegweiser für Familienkonferenzen

Wie vieles andere braucht auch die Familienkonferenz Zeit und Geduld, damit sie zu einem Ritual, zu einer Gewohnheit wird. Das heißt, dass wir als Eltern uns Mühe geben müssen, wenn wir wollen, dass sich einerseits etwas verändert und andererseits, dass unsere Kinder kooperieren.

Immer zur gleichen Zeit

Eine Familienkonferenz sollte regelmässig abgehalten werden, idealerweise einmal wöchentlich, immer zur gleichen Zeit und zum gleichen Wochentag. Sie dauert zwischen 20 und 30 Minuten.

„Wir müssen dem Kind dabei helfen, selbst zu handeln, selbst zu wollen, selbst zu denken.“

Dr. Maria Montessori

Auf das Alter der Kinder sollten Sie unbedingt Rücksicht nehmen. Mit Kleinkindern dauert die Konferenz eher kurz und vielleicht genügt es auch alle zwei Wochen, mit Teenagern kann man bis zu 60 Minuten einplanen, hier sind wöchentliche Treffen sicherlich von Vorteil.

Liste/Plakat/Agenda der anfallenden Themen

Wir machen eine Themenliste. Vielleicht ist eines Ihrer Kinder besonders kreativ und möchte diese Aufgabe übernehmen, oder Sie gestalten gemeinsam mit der ganzen Familie die Themenliste.

Wir hängen die Themenliste an einen sichtbaren Ort auf, so können alle Familienmitglieder während der Tage vor der Konferenz Besprechungspunkte hinzufügen. Somit wissen wir auch, was anderen Familienmitgliedern auf dem Herzen liegt. In dieser Phase der Entstehung kommentieren wir die Punkte der anderen nicht!

Die Themen könnten aber auch gemeinsam mit der ganzen Familie während des Abendessens besprochen und festgehalten werden. Ein Familienmitglied übernimmt das Notieren.

Hier ein paar mögliche Themen für die Familienkonferenz:

  • Hausaufgaben
  • Taschengeld
  • Mithilfe im Haushalt
  • Pflege der Haustiere
  • Hausregeln
  • Regeln wenn Freunde zu Besuch sind
  • TV, Computer, Handy

Zeitplanung

Anfangs müssen wir als Eltern die Zeitplanung übernehmen und einführen. Wir schauen uns die Themenliste an und entscheiden, mit welchen Themen wir uns in den ersten Familienkonferenzen beschäftigen können. Um Alternativmöglichkeiten zu erforschen und Entscheidungen treffen zu können, planen wir genug Zeit ein. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es gerade bei der Einführung der Familienkonferenz sinnvoll ist, mit positiven Themen zu beginnen.

Positive Themen einer Familienkonferenz können sein:

  • über gute und schöne Erfahrungen sprechen
  • sich bei einem Familienmitglied bedanken, das in der Woche geholfen hat

Wir geben allen die Möglichkeit, über etwas zu berichten, was gut für sie läuft.

Denken Sie daran, dass die Familienkonferenz für Ihre Kinder etwas Neues ist, sie wissen nicht was auf sie zukommt. Mit positiven Themen zu beginnen, erleichtert Ihnen und der ganzen Familie den Einstieg. So schaffen Sie eine gute Atmosphäre. Das ist eine solide Grundlage, um später auch mal schwierigere Themen zu besprechen.

Zeichnung einer Familie um einen Tisch mit Ausrufezeichen

Abwechselnd Aufgaben erfüllen

Wenn sich das Ritual „Familienkonferenz/Familienrat“ eingespielt hat, sollen die Aufgaben abwechselnd übernommen werden. Die Konferenz wird von einem Familienmitglied geleitet. Dieses liest die Themenliste und achtet darauf, dass nicht von den Themen abgewichen wird. Jedes Familienmitglied sollte die Chance bekommen, einmal die Konferenz zu leiten. Jüngere Kinder werden dafür etwas Hilfe benötigen – das ist völlig in Ordnung. Übrigens: ältere Geschwister übernehmen diese Rolle gerne.

Notizen

Die getroffenen Vereinbarungen werden von einem anderen Familienmitglied schriftlich festgehalten. Auf diese Weise wird niemand etwas vergessen oder sich über etwas im Unklaren sein. Auch dies ist eine Aufgabe, die immer wieder jemand anderes übernehmen sollte. Auch hier können die älteren Geschwister den jüngeren helfen, zum Beispiel indem sie die Notizen vorlesen, wenn die jüngeren Kinder noch nicht lesen können. Jüngere Kinder können die Vereinbarung auch anhand einer Zeichnung festhalten.

Haltung und Regeln bei der Familienkonferenz

Wir lassen jeden zu Wort kommen

Wir lassen zuerst unsere Kinder zu Wort kommen, wenn wir die Themenliste besprechen. Das hilft Kindern, sich verantwortlich zu fühlen. Wenn Sie merken, dass eines Ihrer Kinder nicht zu Wort gekommen ist oder sich nicht traut, fragen wir nach: „Und was meinst du?“

Sind wir der Meinung, dass ein Kind zu viel redet, bleiben wir respektvoll und sagen etwas wie: „Das scheint für dich sehr wichtig zu sein. Wir müssen jetzt aber auch hören, was die anderen darüber denken.“

„Die Familienkonferenz bietet Kindern Gelegenheit, sich gehört und geliebt zu fühlen.“

Annamaria Fisler

Wenn jemand keinen Respekt zeigt, benutzen wir ICH-Aussagen und keine DU-Aussagen, da Du-Aussagen wie Beschuldigungen wirken. Zum Beispiel würde ich sagen: „Wenn ich Beschimpfungen höre, fürchte ich, dass wir keinen gemeinsamen Weg finden werden, um zusammenzuarbeiten.“

Das Maß der Klagen begrenzen

Wir begrenzen das Ausmaß der vorgebrachten Klagen, da diese die Familienkonferenz in eine unerfreuliche Angelegenheit verwandeln. Durch Klagen werden keine Probleme gelöst und der Familie wird nicht geholfen. Das Ziel, miteinander Spass zu haben sollte an erster Stelle stehen. Wenn Klagen ein Problem sind, fragen wir: „Was können wir daran ändern?“, „Wie könnten wir das Problem lösen?“ oder „Hat jemand eine Idee?“ Wir helfen so unseren Kindern aus dem Problemfokus einen Lösungsfokus zu entwickeln.

Wir Eltern kooperieren und gehen mit gutem Vorbild voran

Wir alle wissen, dass bestimmte häusliche Arbeiten nicht gerne erledigt werden. Als Eltern zeigen wir uns daher kooperativ und können uns bei den Aufgaben, die niemand gerne macht, freiwillig melden. Wir könnten sagen: „Ich übernehme das Staubsaugen und das Sauber machen des Badezimmers. Wer übernimmt es, das Altpapier und Glas zu entsorgen?“ Mit der Zeit werden Sie die Erfahrung machen, dass auch die anderen Familienmitglieder einige der unbeliebten Aufgaben übernehmen.

Wir halten uns an die getroffenen Vereinbarungen

Alle Familienmitglieder halten sich bis zur nächsten Konferenz an die Vereinbarungen. Möchte ein Familienmitglied eine Vereinbarung ändern, wird dies nicht geduldet und muss bis zur nächsten Sitzung warten. Es kann auch vorkommen, dass man eine Vereinbarung nicht einhalten kann, weil zum Beispiel an einem Tag die Zeit dafür fehlt. Das könnte übrigens auch einem Kind passieren. Wichtig ist hier, dass man dies der Familie kommuniziert und mitteilt, dass man darum bemüht ist, es besser zu machen. Niemand ist perfekt!

Viel Glück, bei der Umsetzung und erlebnisreiche Stunden wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie von Herzen!

 

Foto Annamaria FislerAnnamaria Fisler
Die Schweizer Dipl. Erziehungsberaterin/Elterncoach und Dipl. Montessori-Pädagogin steht Eltern zur Seite, welche verunsichert, entmutigt, verzweifelt, müde oder gar genervt sind.