Foto eines Mädchen, das auf dem Sofa liest. Text: Geschichten für Groß und Klein. Zum Vorlesen oder Hören.

Eine Geschichte zum Vorlesen oder Hören

Ein Weihnachtswichtel im Sommerurlaub

Eine Weihnachtswichtel-Geschichte für den Sommer – zum selber Lesen, Vorlesen oder Hören, für kleine und große Zuhörer. Sie können hier die komplette Geschichte lesen, sie sich als Audio-Datei anhören und runterladen oder als PDF zum Selberausdrucken und Vorlesen. 

Die Audio-Datei: Die Geschichte zum Hören

Eigentlich sind Ferien klasse: Endlich keine Schule, Kindergarten und Arbeit. Doch, die Sache hat einen Hacken. Bei aller Entspannung und Freizeit beginnen sich die Kinder oft zu langweilen. Sei es nun zuhause, weil alle Freunde im Urlaub sind, oder unterwegs im Auto oder Zug. Für diese seltenen Momente der Langeweile habe ich Ihnen und Ihren Kindern eine Geschichte für die Sommerferien geschrieben. Und nachdem meine Geschichte vom Weihnachtswichtel so gut ankam, habe ich den kleinen Kerl einfach ins nächste Abenteuer geschickt – aber lesen Sie selbst:

Wenn es also zu stressig zum Vorlesen wird, dann spielen Sie die Geschichte einfach Ihren Kindern vor:

Ach ja: Falls Sie die Geschichte lieber auf Ihrem MP3-Player oder Handy abspielen, können Sie sich hier Ein Weihnachtswichtel im Sommerurlaub (Download) auch kostenlos als MP3-Datei herunterladen.

Viel Spaß beim Hören und Ihnen tolle und erholsame Ferien

Ihr Christopher End

Der Text: Die Geschichte zum (Vor-)Lesen

Bild eines Wichtels. Illustration Alexandra VölkerDer Sommer war das Langweiligste am ganzen Jahr. Zumindest wenn man ein Weihnachtswichtel war und Ribbelwitsch war ein Weihnachtswichtel. Er saß am Fenster und starrte in den Regen.

Es regnete seit Stunden. Ribbelwitsch kamen es wie Jahre vor. Er fragte sich, weshalb die Menschen sich so auf den Sommer freuten. Sommer hieß für Weihnachtswichtel: Regen. Nebel. Matsch. Und was das Schlimmste war: Langeweile! Klar, die glücklichste Zeit war Weihnachten. Wenn die Wichtel ausschwärmten, um den Weihnachtsbaum bei den Familien zu segnen und – natürlich – um die Geschenke zu bringen. Doch bis dahin war es noch lange hin. Jetzt gab es nichts zu tun. Ribbelwitsch gähnte und rutschte auf dem Fensterbrett hin und her. Vom langen Sitzen tat ihm der Hintern weh.

Der Wichtel stand auf und streckte sich. Er überlegte: Wie war das noch letzte Weihnachten in der Familie gewesen, der er den Weihnachtsbaum gesegnet hatte? Okay, dabei hatte auch den ganzen Baum zerstört, aber das war eine andere Geschichte. Damals hatte der Vater der Familie irgendetwas vom Sommer erzählt. Genau: „Im Sommer geht es in die Wärme“, hatte er gesagt. Und als die Kinder fragten, wohin sie fahren würden, hatte er geantwortet: „In den Süden!“ Alle hatten gelacht und sich gefreut. Ribbelwitsch strich sich durch den weißen Wichtelbart und dachte nach.

Der Wichtel stand auf dem Fensterbrett und blickte nach draußen. Doch er sah weder die Rentiere, die vorbeizogen, noch den Regen, der sich wie ein Schleier über die Landschaft legte. Er sah in weite Fernen und träumte von einem Ort, an dem die Sonne schien, an dem es warm war – und an dem er Geschenke verteilen durfte.

Ein Ruck schien durch den Wichtel zu gehen, als er sich umdrehte und vom Fensterbrett sprang. Mit schnellen Schritten verließ er das Zimmer, tauchte in dunkle Flure ein und wuselte einsame Treppen empor, suchte sich seinen Weg durch das verwinkelte Haus des Weihnachtsmanns. Dann blieb er stehen. An der Wand hing eine seltsame Apparatur: Auf einem verwitterten Holzbrett war mit einer Schnur ein abgewetzter roter Stiefel befestigt, umrahmt von 24 goldenen Glöckchen. Auf jedem Glöckchen stand ein Buchstabe: Das Weihnachtstelefon!

Es war ein besonderes Telefon. Nun ja, eigentlich war es überhaupt kein Telefon. Man konnte natürlich damit telefonieren, aber man konnte damit auch viel, viel mehr: Man konnte damit an andere Orte reisen! Ribbelwitsch hatte das durch Zufall herausgefunden und war dabei in ein schreckliches Schlamassel mit dem Osterhasen geraten – aber das ist eine andere Geschichte für ein anderes Mal. Diesmal wusste er, was er machen musste und worauf er zu achten hatte. Vor allem, worauf er zu achten hatte, wenn er wieder zurückkehren wollte.

Ribbelwitsch war zum Weihnachtstelefon geklettert und stand jetzt auf dem Rand des Stiefels. Er überlegte kurz. Dann streckte er seine Hand aus und begann nacheinander die Glöckchen mit den Buchstaben S, Ü, D, E und N anzuschlagen. Dann griff er sich das Glöckchen mit dem W und sprang in den Stiefel. Er fiel und fiel und fiel …

Während er durch das Dunkle fiel, freute sich Ribbelwitsch auf die Wärme. Er würde am Strand liegen und sich die Sonne auf seinen Wichtelbauch scheinen lassen. Über sich würde er den klaren blauen Himmel sehen. Seine Gedanken wurden unterbrochen, als vor ihm etwas Helles erschien: Das Ende der Reise. Ribbelwitsch stürzte zu Boden – doch er fiel weich und landete in etwas großem Weißen. Einen Moment blieb er liegen und genoss die Wärme, dann sprang er mit einem Satz hoch. Denn es war nicht warm, nein, überhaupt nicht, es war vielmehr kalt. Bitter kalt. Besser gesagt: Eiskalt!

Ribbelwitsch blickte zu Boden. Er konnte nicht glauben, was er sah. Seine Stiefel steckten in einer Schneewehe! Schnee? Hier im Süden? Wo war der Strand? Die Sonne? Langsam, ganz langsam hob er den Blick. Doch es wurde nicht besser: Schnee, überall Schnee! Panisch riss er den Kopf herum und schaute in die andere Richtung: Schnee, so weit sein Auge reichte. Weit in der Ferne erhoben sich Berge. Eine gigantische Bergkette, bedeckt mit Schnee. Das sollte der Süden sein?

Irgendetwas war schief gegangen bei der Reise mit dem Weihnachtstelefon, das war Ribbelwitsch inzwischen klar. Hatte er die falschen Glöckchen angeschlagen? Schließlich passierte ihm durchaus hin und wieder mal ein kleiner Fehler. Nun, das war natürlich untertrieben. Hättet ihr einen der anderen Wichtel gefragt, hätten sie eher geantwortet, dass Ribbelwitsch nur Fehler machte. Es war eher die Ausnahme, dass ihm mal etwas gelang. Ribbelwitsch galt schlichtweg als der tollpatschigste Weihnachtswichtel überhaupt. Aber zurück zu unserer Geschichte: Ribbelwitsch überlegte. Nein, er war sich sicher, er hatte die richtigen Glöckchen angeschlagen: Die mit den Buchstaben S, Ü, D, E und N. Und das ergab SÜDEN. Aber wieso stand er dann im Schnee? Es war doch Sommer!

Ribbelwitsch zitterte am ganzen Körper – und nicht nur, weil es furchtbar kalt war. Weihnachtswichtel macht Kälte, selbst Eiseskälte nun mal nichts aus. Schließlich wohnen sie sehr weit oben im Norden. Ribbelwitsch zitterte, weil er schlicht und einfach Angst hatte. Wenn es Sommer war und hier überall Schnee lag, war er dann vielleicht durch die Zeit gereist? Zurück in den Winter? Aber wo war dann das Haus des Weihnachtsmanns? War er vielleicht in eine Zeit zurück gereist, als es das Haus des Weihnachtsmannes noch gar nicht gab? Als vielleicht sogar der Weihnachtsmann selbst noch gar nicht lebte? Konnte das sein? Dem kleinen Männchen begannen Tränen über die Wangen zu laufen – aber sie froren direkt zu Eiszapfen.

„Ich bin allein. Ich bin der einzige Weihnachtswichtel auf der ganzen Welt“, schluchzte er. „Vielleicht sogar das einzige Lebewesen.“ Da ertönte hinter ihm eine Trompete. Ribbelwitsch sah sich um. Doch er konnte nichts erkennen, alles sah verschwommen aus. Er brauchte einen Augenblick, um den Grund zu verstehen: Die Tränen waren vor seinen Augen zu einem Vorhang aus Eiszapfen gefroren. Ribbelwitsch blies seinen Atem in seine Hände und sprach einen Wichtelzauber. Dann wischte er sich übers Gesicht. Die Eiszapfen lösten sich wie von Zauberhand und er konnte wieder sehen. Aber was musst er da sehen: Ein Armee aus schwarzer Ungeheuer stapfte durch den Schnee auf ihn zu! Dann ertönte erneut die Trompete. Die Armee griff an. Das war zu viel für den kleinen Wichtel. Ribbelwitsch fiel in Ohnmacht.

Als er erwachte, wusste er sofort, dass er verloren war. Seine Augen hielt er noch geschlossen, aber er hörte sie – er hörte die Schnee-Ungeheuer. Schnatternd unterhielten sich. Bestimmt berieten sie, was sie mit ihm anstellen sollten. Ribbelwitsch zitterte wieder. Ab und zu strich eine ihre kalten Flossen über ihn. Es waren viele und sie hatten ihn gefangen. Er hatte keine Chance.

„Was machen sie bloß mit mir?“, überlegte Ribbelwitsch. Nur dazuliegen mit geschlossenen Augen und abzuwarten, machte ihn ganz nervös. Er musste wissen, was ihm bevorstand! Nach einer Weile fasste sich der Wichtel ein Herz und öffnete langsam ein Auge. Nur einen Spalt breit. Dann sah er sie – und musste grinsen. Die Ungeheuer waren Pinguine!

Überall um ihn herum standen oder watschelten Pinguine. Es waren große Pinguine. Nicht so groß wie Menschen, aber ungefähr so groß wie ein sechsjähriges Kind oder wie ein ausgewachsener Zwerg. Pinguine und keine Ungeheuer! Aber wenn es Pinguine waren, dann konnte das nicht die Heimat des Weihnachtsmanns sein. Denn dort gab es höchstens Rentiere und vielleicht Eisbären. Wenn es hier Pinguine gab und im Sommer Schnee, dann war das hier – der Südpol!

Mit einem Mal wusste Ribbelwitsch, wie er hierhin gekommen war. Er hatte am Weihnachtstelefon ja „SÜDEN“ eingegeben. Und dorthin hatte das Telefon ihn gebracht, an den Südpol. Weiter südlich ging es nicht. Nur leider war es hier alles andere als warm. Zum Glück war Ribbelwitsch vorbereitet. Er zog das Glöckchen mit dem „W“ heraus und schüttelte es dreimal: „Kling, kling, kling.“ Als das letzte Klingeln verklungen war, verschwand der Wichtel. Zurück blieben nur die Pinguine.

Ribbelwitsch stand wieder im Haus des Weihnachtsmannes, in der Hand hielt er das Glöckchen. Über ihm an der Wand hing das Weihnachtsmanntelefon. Er seufzte. Der Ausflug war ja gründlich schief gegangen. Aber vielleicht probierte er es einfach noch einmal? Er überlegte: „Er durfte also nicht zu weit nach Süden reisen. Was war denn zwischen seiner Heimat hier im Norden und dem Südpol? Genau um die Mitte der Erde verlief der Äquator.“ Das hatte er im Wichtelunterricht gelernt. Schließlich müssen sich Weihnachtswichtel auf der ganzen Welt auskennen, wenn sie die Geschenke ausliefern.

Er kletterte erneut auf das Weihnachtstelefon. Diesmal schlug er die Glöckchen mit den „Ä“, „Q“, „U“, „A“, „T“, „O“ und „R“ an – ÄQUATOR! Dann sprang er in den Stiefel und fiel und fiel und fiel …

Wieder landete der Wichtel weich. Etwas großes Grünes hatte ihn aufgefangen. Ein Blatt. Es war nicht das einzige Blatt. Über ihm und unter ihm und neben ihm, überall hingen Blätter. Überhaupt war alles um ihn herum grün. Jetzt erst erkannte er: Er saß in einem Baum, einem riesigen Baum. So groß, dass Ribbelwitsch den Boden unter sich kaum sah. Und um ihn herum standen weitere dieser Baumriesen ­– so weit das Auge sah. Ribbelwitsch war in einem Wald gigantischer Bäume gelandet. Einem Urwald.

Das Beste aber war: Es war warm. Ribbelwitsch seufzte. Endlich. Endlich hatte er auch mal Ferien. Es war fast wie in seinem Traum: Die Sonne schien – auch wenn er sie durch das dichte Blätterdach nicht sehen konnte. Und es gab Bäume. Als Weihnachtswichtel bevorzugte er zwar Tannen, Fichten oder notfalls auch eine Kiefer, aber der Urwald hier war allemal besser als die Eiswüste des Südpols. Er seufzte noch einmal. Fehlten nur noch die Geschenke. Ribbelwitsch liebte Geschenke und Überraschungen. Da raschelte es hinter ihm im Baum. Ribbelwitsch drehte sich um und da hatte er seine Überraschung: Hinter ihm hockte ein Ungeheuer!

Das Ungeheuer war über und über mit Fell bedeckt und hing direkt vor ihm an einem Ast. Ribbelwitsch stockte der Atem. Das Wesen blickte ihn aus unbarmherzigen Augen geradewegs an, rührte sich aber nicht. Der Wichtel sah die riesigen Krallen und wagte sich nicht zu bewegen. „Wenn ich ganz still bin, tut es mir vielleicht nichts“, dachte er. Aus den Augenwinkeln späht er über den Blattrand. Es ging steil in die Tiefe, fast 50 Meter.

Doch dann geschah es: Es kam Ribbelwitsch vor, als bewege sich das Wesen wie in Zeitlupe. Es löste eine der Klauen vom Ast und Ribbelwitsch sah die drei schrecklich langen Krallen. Der Wichtel stieß einen Schrei aus und stolperte rückwärts. Da war das Ende des Blattes. Sein linker Fuß tastete plötzlich in der Luft. Ribbelwitsch ruderte mit den Armen, versuchte sein Gleichgewicht zu halten. Dann stürzte er hintenüber vom Blatt. Das Faultier sah ihm verwundert nach, dann griff es langsam, ganz langsam zu der roten Frucht, die über dem Blatt hing, auf dem eben noch der Wichtel gestanden hatte.

Ribbelwitsch aber stürzte in die Tiefe. Er überschlug sich, griff er nach Blättern und Zweigen – aber vergeblich, sie rauschten nur so an ihm vorbei. Weit unter sich sah er den Boden und wusste, dass er diesmal nicht weich fallen würde. Vor Angst verlor er das Bewusstsein. Er fiel weiter, als plötzlich eine große Hand in einem dicken roten Handschuh wie aus dem Nichts erschien und ihn gerade noch rechtzeitig auffing.

Sanft, fast zärtlich setzte die Hand den Wichtel auf dem Boden ab und bettete ihn im Moos zwischen zwei Wurzeln. Die Hand, die trotz der Hitze in einem dicken Handschuh steckte, strich zwei, drei Mal über die Wichtelmütze, dann richtete sich der alte Mann in dem roten Mantel schwerfällig auf. Er seufzte und strich sich durch den langen weißen Bart. Er sah sich um. Dann sprang er mit einem Satz nach oben, erwischte einen der niedrighängenden Äste und hangelte sich überraschend behände das Astwerke nach oben in den Baum. Als er gut zwanzig Meter über dem Boden angekommen war, schwang er sich auf einen breiten Ast und lehnte sich mit dem Rücken an den dicken Baumstamm. Dann wartete er.

Ribbelwitsch erwachte, sprang auf und blickte sich erstaunt um. Er lag im Moos am Fuß des Baumes. Wie hatte er den Sturz überlebt? Ohne jede Schramme? Er sah ungläubig an sich herab. Dann betastete er seinen Wichtelkörper. Alles war da. Alles ganz und heil. Erleichtert ließ er sich wieder zu Boden sinken. Sein Blick wanderte den gigantischen Baum hoch, soweit das im dichten Astwerk möglich war. Irgendwo dort oben lauerte das schreckliche Ungeheuer. Mit einem Mal fröstelte ihn. Da ertönte in der Ferne ein Schrei. Ein zweiter antwortete. Ein dritter. Ribbelwitsch sah sich um. Nichts zu sehen. Aber jetzt merkte er, wie laut es war. Der Urwald war voller Geräusche – Vogelstimmen, Fiepen, Geraschel, Ächzen, Knarren und Schreie. Ribbelwitsch zitterte am ganzen Körper und wünschte sich mit einem Mal nur noch nach hause, ins nebelige Lappland. Zurück in die warme Stube zu den anderen Wichteln und zum Weihnachtsmann. Er zog das goldene Glöckchen hervor und schüttelte es dreimal: Kling, kling, kling. Beim letzten Bimmeln verschwand der Wichtel.

Ribbelwitsch war zurück. Es fühlte sich gut an, wieder zuhause zu sein, in der vertrauten Umgebung: Über ihm hing das Weihnachtstelefon mit dem großen Stiefel, unter seinen Füßen die alten Holzdielen und vor ihm erstreckte sich der lange Gang, irgendwo im Inneren des Hauses des Weihnachtsmannes. Ribbelwitsch fühlte sich wohl, ja, das war es. Und doch – er seufzte. Er hatte sich so gewünscht dem Nebel und Regen zu entfliehen und dem Sommer im Warmen zu verbringen. Irgendwo an einem Strand mit Sonne und unter blauem Himmel. Hier im Haus des Weihnachtsmannes war es zwar warm, aber es war auch dunkel und in der Ferne prasselte der Regen gegen die Scheiben. Moment – das stimmte ja gar nicht. Er lauschte: Es war nichts zu hören. Hatte der Regen etwa aufgehört? Und es war auch nicht mehr dunkel. Am Ende des Ganges leuchtete es sogar. Ungläubig, aber neugierig ging der Wichtel auf das Licht zu.

Zum Ende hin wurde der Gang immer heller und heller, dann endete er abrupt. Nein, er endete nicht, sondern bog nur ab. Vorsichtig lugte Ribbelwitsch um die Ecke und schreckte sofort zurück. Er war fast geblendet, so hell war es hier. Im ersten Moment konnte er nichts sehen. Dann erkannte er, dass der Gang vor einem Fenster endet

und das leuchtet so stark, als brenne ein Feuer in ihm. Ribbelwitsch kniff die Augen zusammen und ging auf das Fenster zu. Erst als er die Augen zusätzlich mit der Hand abschirmte, sah er, was draußen war. Unter dem Fenster lag zwischen den Bäumen und den Wiesen der See!

Überall glitzerte und funkelte es auf dem Wasser und die Sonne brannte von einem blauen Himmel. Es war wunderschön. „Wie konnte das sein?“, fragte sich der Wichtel. Dann, erst langsam erinnerte er sich, dass so eigentlich immer die Sommer in Lappland waren: Hell, heiß und lichtdurchflutet. Der Regen und Nebel und die Kälte waren dieses Jahr einfach nur viel länger geblieben als sonst. Und in den unzähligen Regenwochen hatte der kleine Wichtel am Ende vergessen, dass die Sonne auch hier, weit im Norden im Sommer immer schien. Ribbelwitsch jauchzte, als er aus der Tür rannte, hinaus zum See, wo der Sommer wartete.

Christopher End erzählt Geschichten, seit er sprechen kann. Heute hört er Eltern zu, die mit ihrer Familiengeschichte unzufrieden sind. Und er unterstützt sie darin, ihre aktuelle Familiengeschichte neu zu schreiben. Kurzum: er liebt Geschichten.

Alexandra Völker zeichnet seit ihrem 14. Lebensjahr. Bekannt ist sie für ihre Mangas. Wenn sie nicht selber zeichnet, bringt sie das Manga-Zeichnen in Workshops anderen bei. Auch als Japan-Liebhaberin kann sie mehr als nur Kulleraugen zeichnen – zum Beispiel Wichtel.

PDF: Die Geschichte zum Ausdrucken & Vorlesen

Es geht doch nichts über eine Geschichte, die Mama oder Papa vorlesen – oder die große Schwester. Deswegen finden Sie hier die Geschichte noch einmal als PDF zum Download. Für ein gemütliches Vorlesen in den Ferien.

Ein Weihnachtswichtel im Sommerurlaub (PDF 1 MB)

PS: Für Eltern gibt es noch die kleine Zusatzgeschichte Was hat der Weihnachtsmann im Urwald verloren 😉

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