Foto eines Mädchen, das auf dem Sofa liest. Text: Geschichten für Groß und Klein. Zum Vorlesen oder Hören.

Eine Geschichte für Eltern

Was hat der Weihnachtsmann im Urwald verloren?

Diese Geschichte schließt an die Geschichte „Ein Weihnachtswichtel im Sommerurlaub“ an – und richtet sich diesmal ausschließlich an die Eltern. Deswegen gibt es sie auch nur als Text zum Lesen oder als PDF zum Runterladen. 

Die Geschichte ist quasi ein Nebenprodukt zur eigentlichen Geschichte. Vielleicht ist es ein bisschen mit mir durchgegangen – sagen wir, ich hatte viel Spaß beim Schreiben. Vielleicht haben Sie ja auch etwas Spaß beim Lesen. Auf jeden Fall baut sie auf der Sommer-Wichtelgeschichte Ein Weihnachtswichtel im Sommerurlaub auf. Wenn Sie diese noch nicht gelesen haben, dann holen Sie das bitte jetzt nach. Und dann kommen Sie wieder hierin zurück. Viel Spaß 🙂

Bild eines Wichtels. Illustration Alexandra Völker

Illustration: Alexandra Völker

Die Geschichte für die Eltern

Was hat der Weihnachtsmann im Urwald verloren?

Mit dem letzten Kling des goldenen Glöckchens verschwand der Wichtel, zurück blieb der Urwald mit all seinen Tieren und Pflanzen – und dem Weihnachtsmann. Der saß weiter auf seinem Ast, rieb sich den langen Bart und schmunzelte.

„Ist ja gerade noch mal gut gegangen“, sagte der blaue Ara, der neben ihm im Baum saß.

„Nur sag mal, wieso bist du eigentlich auf den Baum geklettert?“

„Na, er sollte halt nicht wissen, dass ich da war und ihm geholfen habe“, antwortete der Weihnachtsmann.

„Und wieso nicht, wenn ich fragen darf?“, fragte der Ara, der zwar neugierig war, aber sich zu benehmen wusste.

„Es war sein Abenteuer, er muss es alleine erleben.“

„Aber wieso hast du ihm dann überhaupt geholfen?“, bohrte der Ara weiter.

„Hätte ich ihn etwa zu Boden stürzen lassen sollen?“, fragte der Weihnachtsmann zurück und sah den Vogel vorwurfsvoll an.

Der Ara flatterte erschreckt auf, setzte sich dann aber wieder auf den Ast.

„Na ja, worin liegt denn das Abenteuer, wenn du eh immer da bist und ihn aus jeder Gefahr rettest?“, fragte er vorsichtig, denn seine Neugier war doch größer als sein gutes Benehmen.

Der Weihnachtsmann funkelte ihn genervt an, worauf der Ara erschrocken die Flügel ausbreitete. Der Weihnachtsmann atmete einmal tief ein und aus und sagte dann: „Das ist es ja – ich werde nicht immer da sein können.“

Der Vogel sah ihn verständnislos an.

Der Weihnachtsmann fuhr sich durch den Bart und erklärte: „Er muss alles alleine ausprobieren können und dennoch wache ich über ihn. Auch und gerade, wenn er nicht weiß, dass ich da bin. Solange bis er sicher genug ist, dass ich ihn guten Gewissens alleine ziehen lassen kann.“
„Den? Alleine loslassen?“, rief der Ara und sah ihn mit großen Augen an. „Bist du völlig …“ Da erinnerte er sich seines guten Benehmens und mit wem er eigentlich sprach. „Äh, ich meine …“

„Ja, ja“, beschwichtigte der Weihnachtsmann. „Ich versteh dich ja. Aber es sieht schlimmer aus, als es ist. Weißt du er hat sich echt gemacht. Er hat sich auf der Reise nur einmal in richtige Schwierigkeiten gebracht. Das ist ein echter Fortschritt. Ich könnte dir da ganz andere Geschichten erzählen. Letztens beim Osterhasen …“

Der Ara sah ihn erwartungsvoll an. Der Weihnachtsmann hielt inne.

„Was ich eigentlich sagen wollte: Man muss für sie da sein, für sie sorgen und gleichzeitig muss man sie loslassen. Ach es ist kompliziert. Was ich erzähl ich das eigentlich irgendeinem Papagei?“

„Irgendein Papagei? Ich bin ein Ara, ein Lear-Ara, nicht irgendein Papagei“, antwortete der Vogel leicht gekränkt. Dann setzte er sich gerade hin und sagte stolz: „Ganz genau genommen ein Anodorhynchus leari.“

„Ja, ja, ist ja gut“, besänftigte der Weihnachtsmann ihn. „Wie dem auch sei, ich bin spät dran. Die Wichtel warten bestimmt mit dem Essen. Nichts für ungut. Mach’s gut, fröhliche Weihnachten, ein gutes neues Jahr und so.“ Er stand auf, kramte in seinem Mantel, während er in seinen Bart murmelte: „Sprech ich hier mit einem Vogel. Wenn das der Nikolaus sähe.“ Dann holte er ein goldenes Glöckchen hervor, bimmelte dreimal und verschwand.

Der blaue Ara, genauer gesagt das prachtvolle Männchen der Art Anodorhynchus Leari, von der es nur noch sehr wenige im Amazonas Urwald gab, wiegte mit dem Kopf nachdenklich und sagte: „Ach so, man muss für sie das sein, für sie sorgen und gleichzeitig muss man sie loslassen. Gut zu wissen.“ Dann breitete er seine Schwingen aus, stieß sich ab und flog zurück zu seinem Nest, das einen geheimen Ort verborgen war. Dort wo seine Frau mit den zwei Eiern wartete.

PDF: Die Geschichte zum Ausdrucken

Es geht doch nichts über eine Geschichte, die Mama oder Papa vorlesen – oder die große Schwester. Deswegen finden Sie hier die Geschichte noch einmal als PDF zum Download. Für ein gemütliches Vorlesen in den Ferien.

Was hat der Weihnachtsmann im Urwald verloren?

PS: Hier gibt es die ursprüngliche Geschichte für Groß und Klein Ein Weihnachtswichtel im Sommerurlaub!

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