Lautes Kinderspiel: Wie ich mit Reframing Kreischen etwas Positives abgewinne

Aus jeder Herausforderung machte Pipi Langstrumpf ein Spiel. Ein tolles Vorbild für Kinder und Eltern. Doch wenn meine Kinder am Ende eines langen Tages schreiend durch die Wohnung toben, ist es mit meiner langstrumpfigen Ruhe schnell vorbei. Ist halt nur eine Geschichte? Von wegen – im „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“ liegt eine große Weisheit und Fähigkeit. Reframing heißt die Technik, die Coaches und Therapeuten gerne einsetzen – und die Sie auch nutzen können.

Was ist Reframing?

Reframing bedeutet etwas umzudeuten oder um im englischen Sprachbild zu bleiben: einen neuen Rahmen zu schaffen. Oft reicht ein einzelnes Wort, um eine Aussage zu verändern. Aus einem „Ich kann das nicht“ spricht Hoffnungslosigkeit. Ergänzt um das Wort „noch“ wird daraus „ich kann das noch nicht“ und gleich ist die Hoffnung da, es doch irgendwann zu können.

Schreien und Toben: Wenn sich bei Eltern der Frust aufbaut

Nach dem Abendbrot sitzen meine Frau und ich am Tisch und unterhalten uns. Die Kinder spielen. Eigentlich sollten sie Zähneputzen. Und eigentlich sollten sie sich umziehen und eigentlich schon im Bett liegen. Stattdessen spielen sie – oder streiten sie? Auf jeden Fall kreischen und brüllen beide wie am Spieß! Unterm Strich: Ziemlich viel Krach. Zu viel. Ich versteh mein eigenes Wort nicht mehr. Ich werde wütend und denke: „Meine Güte, sind die anstrengend, können die nicht mal Rücksicht nehmen?“

Schreien: Rücksichtslos oder selbstbewusst?

Wenn ich meine Kinder als anstrengend und rücksichtslos sehe, beschreibe ich meine Kinder als defizitär. Ich spüre, dass ihnen etwas fehlt – in dem Fall: Rücksicht. Ich kann das laute Schreien beim Spiel aber auch völlig anders sehen. Sage ich mir: „Wow, wie viel Energie die noch am Ende eines Tages haben!“ schwingt in dem Satz schon Bewunderung mit. Oder wenn ich denke, dass das laute Spielen ja auf ein großes Selbstbewusstsein hinweisen könnte, werde ich vielleicht sogar stolz auf mein Kinder. Ich vertraue ihnen, dass sie auch in Zukunft ihre Interessen kraftvoll durchsetzen können.

Reframing und alles wird gut?

Beim Reframing ändert sich erst einmal nur meine Sichtweise und Bewertung der Situation. Denn nur dadurch, dass ich plötzlich stolz auf meine schreienden Kinder bin, hören die ja nicht auf zu schreien – oder?

Tatsächlich bewirkt mein Perspektivwechsel etwas: Ich gehe nämlich ganz anders auf meine Kinder zu. Es macht – meiner Erfahrung nach – einen himmelweiten Unterschied, ob ich ruhig und stolz mein kreischendes Kind einfange und zu Bett bringe oder ob ich dabei unter Strom stehe. Wie gesagt: Es kann gut sein, dass das Kind noch eine Weile weiterschreit – nur mir fällt es viel leichter, damit umzugehen. Es soll aber auch schon vorgekommen sein, dass das Kind sich schneller beruhigt hat.

Woher kommt Reframing?

Reframing ist eine Technik aus der systemischen Arbeit. In Coaching und in Therapie ist es ein Mittel, um einen Perspektivwechsel einzuleiten. Die gleiche Situation wird plötzlich aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und bewertet: So wird aus dem Quasselkasper ein Kind, dass sich gern und umfangreich mitteilt.

Eine Grundlage des Reframing ist der Konstruktivismus. Paul Watzlawick, einer der Väter des Konstruktivismus in der Therapie, meinte, dass jeder sich seine eigene Wirklichkeit konstruiert. „Aber es ist doch eine Tatsache, dass …“ mag der ein oder andere einwenden und sagen, dass die Wirklichkeit für alle gleich ist. Watzlawick unterschied daher zwischen zwei verschiedenen Wirklichkeiten:

Verschiedene Wirklichkeiten

Wirklichkeiten erster Ordnung sind Wirklichkeiten, die objektiv messbar sind. Also zum Beispiel wie schwer meine Tochter ist. Oder wie lange mein Sohn am Stück geredet hat. Trefflich darüber streiten lässt sich aber, ob es mir zu anstrengend ist meine Tochter in die Luft zu werfen, oder ob mein Sohn zu lange gesprochen. Das alles sind meine persönlichen Erfahrungen und Bewertungen. Oder um mit Watzlawick zu sprechen: Es sind Wirklichkeiten zweiter Ordnung, denn wir erfahren sie subjektiv.

Ein großer Teil unserer Probleme und Herausforderungen liegen im zwischenmenschlichen Bereich und sind damit Wirklichkeiten zweiter Ordnung. Zum Glück: Denn diese sind veränderbar über unsere Wahrnehmung, Einstellung und Kommunikation. Und genau hier setzt Reframing an!

Um das Beispiel vom Anfang wieder aufzugreifen: Die Zeit nach dem Abendbrot erlebten meine Kinder und ich völlig anders! Während ich genervt das Kreischen und Brüllen als rücksichtslos bewertete, erlebten meine Kinder in ihrer Wirklichkeit ein spannendes Abenteuer. In dem war meine Tochter eine edle Prinzessin, die kreischend vor einem brüllenden Schneeungeheuer floh – letzteres äußerst überzeugend dargestellt von meinem Sohn.

Nicht zu vergessen: Meine Frau war ja auch anwesend an diesem Abend und sah, ganz die erfahrene Sozialpädagogin, wieder etwas anderes: einen 10-Jährigen, der kompetent und kreativ mit seiner fünf Jahre jüngeren Schwester spielte, und eine 5-Jährige, die sich der komplexen Erzählstruktur und der Führung des Älteren anvertraute. Wie unterschiedlich wir doch ein und die selbe Situation erlebten!

Voraussetzungen für Reframing

Reframing setzt voraus, dass ich dem anderen eine positive Absicht unterstelle. Ich betrachte ihn liebevoll. Ich nehme an, dass jedes Verhalten:

  1. zielgerichtet ist,
  2. eine positive Absicht hat und
  3. zielführend in mindestens einem Zusammenhang ist.

Oder anders ausgedrückt: Jedes Verhalten ist oder war zumindest zu einem bestimmten Zeitpunkt und in einer bestimmten Situation für etwas gut. Das beinhaltet natürlich auch, dass ein Verhalten zu einem andern Zeitpunkt und in einer anderen Situation eher hinderlich als förderlich ist. Denn wenn ich das laute Spiel meiner Kinder jetzt positiv sehe, so heißt das doch nicht, dass ich darauf verzichte, weiterhin mit ihnen auch Ruhe und Zuhören zu üben.

Fotos eines unordentlichen Kinderzimmers. Text: Kinder sind Experten für Abenteuer

Wenn ich Reframing einsetze, heißt das nicht, jede unangenehme Situation umzudeuten und jedem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Eltern sollten meines Erachtens das Heft in der Hand behalten – mehr zur elterlichen Präsenz demnächst in einem weiteren Blogpost.

Wie geht Reframing konkret?

Der erste Schritt ist, dass ich, wie oben beschrieben, im Verhalten (des anderen oder bei mir) eine positive Absicht annehme. Ich verändere also meine innere Haltung. Der zweite Schritt ist dann ganz konkret mich zu fragen: Wofür ist das gut?

Wofür ist das gut?

„Klar, toben und spielen ist natürlich für was gut – für körperliche und geistig Entwicklung oder so“, sagt jetzt der aufgeklärte Vater, bevor er fortfährt: „Aber manche Angewohnheiten sind einfach nur lästig. Dafür finde ich beim besten Willen keine positive Erklärung.“ Meine Antwort: Ist auch gar nicht notwendig. Es ist zumindest nicht notwendig eine Erklärung zu finden, die erklärt, wie und wieso es dazu gekommen ist. Beim Reframing dürfen Sie fantasieren, was das Zeug hält. Es gilt vielmehr eine neue, hilfreiche Beschreibung zu erfinden. Und ja, die darf sogar lustig sein.

Lachen erlaubt

Apropos lustig: Witze sind oft nichts anderes als ein Reframing. Als Beispiel ein Klassiker: Ein Tourist quält sich in den Alpen den Berg hinauf. Als er einen Einheimischen trifft, sagt dieser: „Grüß Gott.“ Darauf der erschöpfte Wanderer: „Oh nein, soweit steig ich nicht mehr hoch.“

Das Reframing ist verständlich: Der Tourist deutet das „Grüß Gott“ nicht als den gebräuchlichen Gruß, sondern nimmt es wortwörtlich.

Grenzen von Reframing

Es gibt auch Grenzen fürs Reframing. Dabei ist das nicht so sehr die Frage ob bestimmte Themen wie Trauer nicht fürs Reframing geeignet sind, sondern eher nach dem Wie und Wann. Ein Beispiel: Die erste Freundin hat sich vom Sohn getrennt und dieser versinkt im Liebeskummer. Wie schnell sind manche Erwachsene dabei zu vertrösten oder abzuwiegen, in der vermeintlich guten Absicht dem Kind Schmerz und Trauer zu ersparen.

Doch „Das wird schon wieder“ oder „andere Mütter haben auch schöne Töchter“ wirkt gerade zu Beginn eher verletzend. Der Trauernde – und Liebeskummer ist eine Art des Trauerns – fühlt sich schlichtweg weder gesehen noch in seiner Trauer angenommen. Trauern ist ein Prozess und der lässt sich nicht abkürzen. In einem frühen Stadium des Trauerns ist vor allem ein liebevolles und verständnisvolles Annehmen hilfreich.

Das Timing zählt

Mit Abstand kann der Trauernde dann zu einer Erkenntnis kommen und das Erlebte neu deuten – ein verbreitetes Reframing lautet ja: „Wie gut, dass das mit uns nicht geklappt hat, sonst wäre ich mit meiner neuen Freundin nicht zusammen.“ Das heißt: Fürs Reframing ist der Zeitpunkt entscheidend.

Reframing heißt: Sinn geben

Zusammengefasst bedeutet Reframing also den Dingen einen Sinn zu geben – und zwar einen positiven Sinn. Der Sinn muss dabei nicht im logischen Sinne Sinn machen. Es darf auch kreativ, verdreht und humorvoll sein. Ja, ich bin überzeugt: Je witziger, desto hilfreicher.

Und jetzt Sie!

Probieren Sie es aus! Wichtig beim Reframing ist wie bei allen Methoden: Schauen Sie, wie es Ihnen damit geht! Hilft es? Oder wirkt es eher aufgesetzt? Wenn Sie sich unwohl fühlen, dann versuchen Sie lieber etwas anders! Es soll helfen und Ihnen eine neue Möglichkeit geben, Herausforderungen leichter zu bewältigen.

Foto: inkje / photocase.de; Christopher End

Wie Sie mit Ihrem Perfektionismus und innerem Kritiker umgehen

Perfektionismus hilft uns im Beruf weiter, zumindest oberflächlich betrachtet. Tatsächlich führt er zu einem inneren Konflikt und der macht im schlimmsten Fall krank. Damit es nicht so weit kommt, weisen Sie Perfektionismus und den inneren Kritiker in die Schranken, und zwar so:

„Du musst noch diesen Blogpost schreiben.“ Dieses „du musst“ hallte am letzten Tag vor unserem Urlaub durch meinen Kopf. Leider war es nicht das einzige „du musst“ und so fiel es am Ende des Tages unter den Tisch beziehungsweise stand noch sehr anklagend auf meiner To-do-Liste. Ich bin mit einem schlechten Gewissen zu Bett gegangen: „Hätte ich doch früher damit angefangen, hätte ich doch …“

Tatsache ist, dass ich an diesem Tag extrem fleißig gewesen bin. Ich hatte unglaublich viel erledigt: letzte Telefonate und E-Mails, Steuererklärung, Buchhaltung, Packen, letzte Vorbereitung wie Auto Waschen und Auftanken. Der Tagesrückblick hätte eigentlich sein sollen: Wow, was habe ich heute alles geschafft! Das wäre eine angemessene Reaktion gewesen. Doch: das „hättest du doch“ und „du musst“ haben mich runtergezogen.

Der innere Kritiker und die Antreiber

„Du musst“ ist ein klassischer Hinweis auf den inneren Kritiker oder den Antreiber „sei perfekt“. Diesen Antreiber in mir kenne ich sehr gut, immerhin begleitet er mich schon sehr lange und ich habe mich schon oft mit ihm beschäftigt. Die Arbeit mit den inneren Antreibern, an dieser Stelle nehme ich mal die Illusion schneller Lösungen, ist – häufig – ein lebenslanges Ringen, ein lebenslanges Wachsen. Die gute Nachricht: Wir können uns verändern, dazu ist es nie zu spät!

Den inneren Kritiker in die Schranken weisen

Der erste Schritt ist, den inneren Kritiker zu erkennen. Der zweite ist, ihm seine Macht zu nehmen. Das geht im inneren Dialog in der direkten Konfrontation, also zum Beispiel: „Nein, du hast mir nichts zu sagen – ich bestimme, wo es langt geht.“ Und es geht wie immer leichter mit Humor, also auf ein inneres „du musst“ zum Beispiel zu antworten: „Ich muss gar nichts – außer mal aufs Klo.“

Reframing: Die Wirklichkeit umdeuten

Mir ist eine nützliche Umdeutung, auch Reframing genannt, im Urlaub zwei Tage später eingefallen. Während ich im Liegestuhl lag, zwischen den Bäumen schien die Sonne Burgunds, die Kinder planschten im Fluss, kam mir plötzlich die Einsicht: Das „ich muss den Blogartikel schreiben“ kann ich positiv nutzen, in dem ich einen Blogartikel über das „ich muss“ schreibe.

Der unperfekte Artikel über Perfektionismus

Und um den inneren Kritiker in seine Schranken zu weisen, mache ich diesen Blogpost ziemlich unperfekt: Statt lang zu planen, spreche ich den Artikel spontan ins Mikro meines Handys, danach schreibe ich ihn ab und halte mich maximal eine halbe Stunde mit dem Layout des Artikels auf.

Perfektionismus erwünscht: Steigere das Brutto-Sozial-Produkt

Die Crux am inneren Kritiker und am Perfektionismus ist die Folgende: Sie helfen uns gerade beruflich weiter. In unserer Gesellschaft ist das Streben nach mehr, der Wunsch, immer mehr erreichen zu wollen, anerkannt und geschätzt. Es ist quasi eine Grundlage unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Um es mit der 80er-Jahre-Band Geiersturzflug zu sagen: Steigere das Brutto-Sozial-Produkt. Lange galt es ja als schlau im Vorstellungsgespräch auf die Frage nach einer Schwäche zu antworten: „Ich bin perfektionistisch.“ Der Nachteil: Gerade der Perfektionismus lässt uns selbst – und andere – ganz schön leiden.

Perfektionismus, Perfektion und perfekt – eine Abgrenzung

„Perfekt“ bedeutet „vollendet“ oder „vollkommen“, sagt der Duden. „Perfektion“ ist damit die „Vollendung“ oder „Vollkommenheit“. Erstmal sind diese Zustände – auch aus meiner Sicht – durchaus erstrebenswert. Interessant wird es, wenn ich mir die Definition von „Perfektionismus“ anschaue, das bedeutet nämlich: „Übertriebenes Streben nach Vervollkommnung.“ Damit ist auch das Problem klar beschrieben: Es ist „übertrieben“.

Das Leben ist an sich nicht perfekt – oder? Es ist ein ewiges Auf und Ab. Mal gelingt uns etwas gut, mal misslingt es. Und wie es im Außen ein Auf und Ab gibt, so gibt es das auch im Innen: Wir haben Stärken und Schwächen, helle und dunkle Seiten. Mal sind wir froh, mal traurig. Und das Leise, das Dunkle, der Schmerz, all das hat seinen Platz in unserem Leben. Der Perfektionismus aber untergräbt dies. Er gaukelt uns vor, wir müssten (!) immer auf der Sonnenseite sein. So erzeugen wir in uns eine Spannung.

Was nicht ins perfekte Bild passt, darf nicht sein

Wir versuchen zu unterdrücken, was die vermeintlich perfekte Fassade stört: Ins Fettnäpfchen zu treten, Wut zu zeigen, Hilflosigkeit, Verzweiflung, Fehler und Misserfolge. So unterdrücken wir unsere Spontanität, unsere Gefühle. In dem wir unsere Reaktionen durch einen Filter laufen lassen, unterdrücken wir aber auch unsere hellen Gefühle wie Überraschung und Freude. Damit zerstört der Perfektionismus das, auf was er eigentlich abzielt: Zufriedenheit und Glück.

Heißt auf Perfektionismus verzichten auf Ziele zu verzichten?

Ach ja: Ich spreche mich nicht gegen Ziele aus oder den Wunsch etwas erreichen zu wollen. Ganz im Gegenteil. Zu wissen, was ich will und das zu verfolgen, ist sehr wichtig auf dem Weg zu mehr Zufriedenheit und Glück. Gefährlich wird es nur, wenn wir vom „ich will“ zum „ich soll“ und „ich muss“ gehen. Dann wird aus dem freiwilligen Streben nach etwas ein Druck.

Tatsächlich glaube ich, dass es Perfektion gibt und dass uns das Streben danach bereichert – damit stimme ich übrigens mit Peter Wiesejahn überein, der seinen Blogpost zum Thema provokant mit Ich bin Perfektion-ist, und das ist gut so betitelt hat.

Übung: Sei unperfekt – und damit perfekt

Daher bitte ich Sie: Tuen Sie heute eine Sache bewusst nicht perfekt. Lassen Sie eine Aufgabe unter den Tisch fallen, legen Sie sich stattdessen aufs Sofa oder in den Liegestuhl, machen Sie eine Sache nur halb, lassen Sie eine Ihrer dunklen Seiten zu – und wenn es nur ein klitzekleines Stück weit ist. Seien Sie perfekt, indem Sie unperfekt sind.

 

Dem inneren Kritiker Einhalt gebieten: "Nein, jetzt will ich mich erholen" Bild: Koffer

 

 

Die Heldenreise als Blaupause fürs Leben

Die Heldenreise ist der Weg eines Helden durch sein Abenteuer. Es ist die Blaupause für jede Erzählung. Sie liegt als Schablone unter Filmen, Comics und Märchen. Deswegen interessieren sich Autoren von Hollywood-Filmen ebenso brennend für sie wie Marketingexperten. Dabei ist die Heldenreise mehr als eine Anleitung für gute Geschichten – sie hilft uns unser Leben besser zu verstehen und zu meistern!

Die Heldenreise besteht, grob gesagt, aus drei Teilen: Am Anfang verlässt der Held seine vertraute Umgebung und bricht auf in das Unbekannte. Dort erlebt er eine Prüfung, wobei er im Idealfall etwas gewinnt. Mit diesem Schatz kehrt er zurück in seine vertraute Umgebung. So weit, so einfach, so verständlich. Neben diesen drei Grundphasen gibt es übrigens viele weitere Stationen, die der Held auf seiner Reise durchlaufen kann. Aber woher stammt dieses Geschichtengrundgerüst?

Das Ursprung aller Geschichten: Der Monomythos

Von den alten Sumerern über die Aborigines bis hin zu den amerikanischen Ureinwohnern untersuchte der Mythenforscher Joseph Campbell mythische und religiöse Erzählungen. Schließlich fand er ein zugrundeliegendes Erzählmuster, das über Zeiten, Orten und Kulturen hinweg bestand: Er nannte es den Monomythos – oder halt: die Reise des Helden. (Ausführlich dazu in seinem Buch „Der Heros in tausend Gestalten“)

Unser ganzes Leben ist eine einzige Heldenreise.

Campbell sah in den Mythen einen Schlüssel, um Herausforderungen und Strukturveränderungen in unserem Leben zu bewältigen; heute würden wir sagen: um den Change zu bewältigen. Die Heldenreise ist damit ein Schlüssel, der uns quasi angeboren ist, und eine Methode, die der menschlichen Psyche entspricht.

Riten und Zeremonien: Den Mythos selbst durchleben

Dieses erzählerische Grundmuster findet sich auch in Initiationsriten. Es handelt sich dabei um Methoden, um Übergänge durch- und erlebbar zu machen und uns so zu erleichtern. Ob Geburt, Erwachsenwerden, Hochzeit oder Tod für jede einschneidende Wendung im Leben gibt es eine Zeremonie – in allen Kulturen und zu allen Zeiten.

Wie wichtig diese Riten für uns als Mensch sind, sehen wir in unserer eigenen Kultur, in der sich ein wachsender Teil von den organisierten Religionen abwendet. Dennoch feiern wir Hochzeiten und treffen uns zum Leichenschmaus wie eh und je. Der Grund: Ganz einfach, weil wir sie brauchen – die Riten und Zeremonien, die uns auf unserer Reise durchs Leben begleiten.

Initiationsriten: So funktionieren sie

Auch den Übergang vom Kind zum Erwachsenen durchlaufen Menschen seit Jahrtausenden mit Hilfe einer Zeremonie – der Initiation. Diese Initiationsriten folgen ebenfalls dem dreiteiligen Muster der Heldenreise aus Aufbruch, Prüfung und Rückkehr:

  • Aufbruch: Verlassen der Gemeinschaft und Überschreiten der Schwelle
  • Prüfung: Bewährung in der Anderswelt, der Schwellenzeit
  • Rückkehr: Heimkehr und Aufnahme in die Gemeinschaft sowie Teilen des Erlebten

In indianischen Kulturen gingen die Heranwachsenden bei ihrem Initiationsritus auf eine Visionssuche. Sie verließen die Gemeinschaft und mussten mehrere Tage allein überleben. Diese Kulturen waren überzeugt, dass der Suchende auch die normale Welt verließ, in dem er eine Schwelle überschritt.

Während dieser Schwellenzeit – oder in der Anderswelt – nahm der Suchende Kontakt mit dem Göttlichen oder Unbewussten auf. Er bekam eine Vision seiner selbst. Mit dieser Erkenntnis im Gepäck überschritt er am Ende ein zweites Mal die Schwelle: Er kehrte zurück in die Gemeinschaft und teilte seine Erkenntnis im Kreis der erwachsenen Stammesmitglieder, zu denen er nun zählte.

Selbst Held sein – oder der Heldenreise-Workshop

Wenn Heldenreise und Initiationsriten von so elementarer Bedeutung für uns Menschen sind, wieso sie dann nicht auch heute zur Selbsterfahrung nutzen? Paul Rebillot dachte sich etwas ähnliches und schuf ein mehrtägiges Heldenreisen-Seminar (Mehr dazu im Buch Die Heldenreise von Paul Rebillot). Hilfreich – aber wir brauchen nicht unbedingt bei jedem Anlass einen langwierigen Initiationsritus.

Um die Kraft der Mythen zu nutzen, gibt es auch andere, kürzere Wege. Den einfachsten beschreiten viele von uns übrigens auch in der modernen Gesellschaft tagtäglich: Wir lassen uns von Geschichten unterhalten! Aber bringt das was?

Geschichten: Wirklich nur unterhaltsam?

Ja, selbst wenn wir eine Geschichte nur hören, als Buch lesen oder als Film sehen, wirkt sie. Geschichten können unser Verhalten verändern! Es ist, als seien Geschichten unser ureigene Art Wissen und Erfahrungen weiterzugeben und anzueignen. Vor allem Wissen, wie wir schwierige Situationen bewältigen. Jonathan Gottschall nannte den Mensch daher in seinem gleichnamigen Buch „The Storytelling Animal“. Welche Ironie, wenn unsere selbsternannte aufgeklärte Gesellschaft oft genug das „Unterhaltende“ dem „Informativen“ als unterlegen ansieht.

Werkzeug Heldenreise: Die Macht von Geschichten

Wie Geschichten uns den Weg zeigen

Wir können aber auch noch gezielter Geschichten nutzen, um zu lernen. Einer der Menschen, die mich auf meinem Weg begleiteten, empfahl mir vor Jahren das Buch „Der Alchemist“ von Paulo Coehlo (Und wer es von Ihnen tatsächlich noch nicht kennt, dem lege ich es hiermit wärmstens ans Herz). In dem Buch geht es um die Reise des Hirtenjungen Santiago, der seinem Traum folgt, von Spanien nach Afrika bis – aber mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Wie weit bin ich in meinem Abenteuer?

Auf meinem persönlichen Weg fragte mich mein Begleiter ab und zu: Und wo stehst du (im Vergleich zu Santiago)? Bist du noch in Spanien oder bereits in Afrika? Hast du deine Schafe schon verkauft? Hast du das eine schon verloren? Oder hast du das andere schon gewonnen? Diese Fragen haben mir geholfen, meinen eigenen Standort zu bestimmen. So habe ich meine Situation besser verstanden.

Was beruflicher Change mit der Heldenreise zu tun hat

Die Heldenreise ist also ein seit Jahrtausenden erprobtes und mächtiges Werkzeug, wenn ich Umbrüchen in meinem Leben bewältigen will. Und die berufliche Veränderung, sei es nun der Neuanfang in einer Abteilung, einer neuen Firma oder sogar in einem völlig anderen Beruf, ist ein solcher Umbruch. Daher beschreibe ich Ihnen in den nächsten Beiträgen die Suche und den Weg zu einem neuen Beruf anhand der Stationen der Heldenreise. Folgen Sie mir auf diesem teilweise spannenden, teilweise beängstigend, manchmal mühsamen, manchmal poetischen und hoffentlich lehrreichen Abenteuer des beruflichen Neustarts.

 

Meine Frage an Sie: Wie hat es Ihnen gefallen?

Wie spannend fanden Sie die Heldenreise? Schreiben Sie mir doch bitte in den Kommentaren, ob Ihnen der Blogpost gefallen hat, was noch fehlt, was hilfreich war und was nicht.

 

Lese-Tipps

Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten.
Epochales Werk zur Heldenreise. Im Gewand einer anthropologischen Abhandlung, anspruchsvoll geschrieben, mag für heutige Leser streckenweise gestelzt wirken.

Christoph Vogler: Die Odyssee des Drehbuchschreibers.
Verständliche und leicht zu lesende Einführung in die Heldenreise anhand populäre Filme. Ursprünglich für Autoren gedacht.

Paul Rebillot: Die Heldenreise. Das Abenteuer der kreativen Selbsterfahrung.
Handbuch für die Heldenreise als mehrtägiges Seminar.

Petra Sammer: Storytelling. Die Zukunft von PR und Marketing.
Einführung ins Storytelling als Mittel in der professionellen Kommunikation. Anschauliche Beispiele und direkt einsetzbare Methoden.

 

Lösungsorientierte Beratung: Trotz Hindernissen ins Ziel

„Ich hab mich verlaufen“, denk ich, als vor mir ein Abgrund auftaucht. Irgendwo muss ich falsch abgebogen sein. Ich schau auf die Karte und suche einen anderen Weg. Was bei einer Wanderung für uns selbstverständlich ist, vergessen wir bei anderen Problemen oft. Stattdessen kreisen unsere Gedanken scheinbar endlos um das Problem, setzen uns Ärger und Wut zu. Lösungsorientierte Beratung ist wie ein guter Wanderer: Statt Tränen zu vergießen sucht sie nach einem Weg zum Ziel. 

„Warum“ und „wer hat schuld?“ sind beliebte Fragen – nicht nur beim Tatort am Sonntagabend. Bei Konflikten oder Problemen suchen wir oft erst einmal nach den Ursachen, dem Motiv und einem Schuldigen. Dabei hat dieses Vorgehen eine Reihe von handfesten Nachteilen.

Die Schuldfrage gehört abgeschafft

Die Frage nach der Ursache führt wie die Schuldfrage zu einem Schuldigen oder einem Auslöser des Problems. Doch mit der Aufklärung ist nur für Tatort-Kommissare die Arbeit getan.

Wenn wir wissen, was unser persönliches Problem verursacht hat, ist unsere Arbeit immer noch nicht getan. Denn dem Problem ist es völlig egal, dass wir wissen, wie es (wahrscheinlich) entstanden ist: Es besteht nach wie vor!

Nachteile von Schuldzuweisungen und der Suche nach dem Warum:

  • Die Suche nach einem Schuldigen oder einer Ursache bindet Zeit und Energie.
  • Indem wir Zeit und Aufmerksamkeit dem Problem widmen, wächst es unter Umständen.
  • Schuldzuweisungen führen zu Anklagen. („Die hat angefangen …“)
  • Anklagen in einer Beziehung verletzen und erschweren es zusammenzuarbeiten.
  • Schuldzuweisungen erschweren aber auch mir den Zugang zu meinen Ressourcen. Denn die Verantwortung und die Fähigkeit etwas zu ändern liegen nun beim „Schuldigen“ – und nicht mehr bei mir („Wenn der endlich mal aufräumen würde, dann würde ich ja auch …“).
Zeichnung eines Wagen im Straßengraben. Text: Problem oder Lösung? Ich wähle meinen Fokus!

Den Karren in den Dreck setzen, sagt das Sprichwort. Unfälle, Fehler und Unglücke passieren. Aber es ist meine Wahl, ob ich meine Zeit und Energie für die Fehlersuche („Wie bin ich hier nur gelandet?“) oder die Lösungssuche einsetze („Wie komme ich hier wieder raus?“).

Problem und Lösung sind getrennt

Lösungsorientiertes Arbeiten verändert den Fokus: Weg vom Problemwälzen hin zur Lösung. Die Erfahrung in der Beratung zeigt, dass eine Lösung auch ohne Wissen um das Probleme entstehen kann. Damit ist lösungsorientierte Beratung schnell, denn die Analyse-Phase fällt weg.

Die Lösung und den Menschen im Blick

Lösungsorientierte Beratung lenkt den Blick auf das, was funktioniert und nicht auf das, was nicht funktioniert. Dahinter steht ein liebevoller und positiver Blick auf Menschen. Es geht nicht darum Fehler oder Defizite zu beseitigen, sondern darum Fähigkeiten zu entfalten.

Damit orientiert sich Lösungsorientierte Beratung an der Gegenwart („Was läuft jetzt bereits gut?“) und der Zukunft („Was möchte ich?“) und weniger an der Vergangenheit („Wer ist schuld?“ und „Wie kam es dazu?“).

Bild eines Zaunes. Text: Ich habe die Wahl: Ich kann mich beklagen oder nach einem Ausweg suchen.

Auf die Haltung kommt es an

Die Grundlage für die Lösungsorientierte Arbeit ist die innere Haltung des Beraters oder Coachs: Als Coach vertraue ich dem Klienten. Ich vertraue darauf, dass er in der Lage ist, seine Probleme zu lösen.

Der Klient ist Experte für sein Leben. Er könnte mir tagelang, wochenlang oder sogar jahrelang von seinem Leben erzählen und dennoch würde ich es nie so verstehen können wie er. Denn es ist sein Leben. Deswegen ist auch die Lösung seine Lösung!

Infografik: Annahmen für lösungsorientiertes Arbeiten

 

Methoden: Fragen nach Ausnahmen

Der Coach weiß, dass er nichts weiß – zumindest nicht hundertprozentig, wie es in der inneren Welt des Klienten zugeht. Aus dieser Haltung des „Nichtwissens“ heraus setzt er seine Methoden ein. Das sind vor allem Fragen, mit denen er den Klienten durch dessen innere Welt leitet.

Der eigentliche Weg besteht aus drei Schritten:

  • Eine Vision entwickeln: Was möchte ich erreichen und was bringt mir das? (Ziele & Gewinne)
  • Ausnahmen vom Problem suchen: Wo, wann und wie war es anders? (Ressourcen & Fähigkeiten)
  • Diese Fähigkeiten bewusst machen und die einzelnen Schritte bestärken. (Wertschätzung)

Mehr davon – oder anders

Der Lösungsorientierte Coach sucht nach Ausnahmen: Also wann trat das Problem nicht auf oder wann konnte der Klient die Herausforderung bewältigen – und vor allem: wie hat er das angestellt? Diese Ausnahmen zeigen Stärken und Fähigkeiten des Klienten auf. Der Coach unterstützt und ermutigt den Klienten diese Fähigkeiten zu erweitern und öfters einzusetzen.

Die Macht von Vorbildern: Neue Strategien

Manchmal hat der Klient aber noch nie eine solche Herausforderung bestanden – oder kann sich nicht bewusst daran erinnern. Dann ist es oft hilfreich, neue Strategien auszuprobieren. Oder: Sich Vorbilder suchen, die ähnliche Probleme überwunden haben.

Die Ursprünge des Lösungsorientierten Ansatzes

Lösungsorientierte Beratung entstand aus der Lösungsorientierten Kurztherapie (Englisch: Solution Focused Therapy oder kurz: SFT). Die Lösungsorientierte Kurztherapie geht auf Steve de Shazer und Insoo Kim Berg zurück. Die Kurztherapie heißt so, weil sie vor allem im Vergleich zur klassischen Psychotherapie mit sehr wenigen Sitzungen auskommt: Häufig reicht eine Handvoll Therapie-Sitzungen.

So entstand die Lösungsorientierte Therapie

Für Steve de Shazer wurde eine spezielle Familientherapie zum Schlüsselerlebnis: Schon in der ersten Sitzung beschrieb die Familie so viele unterschiedliche Probleme und Konflikte, dass er als Therapeut nicht wusste, wo er anfangen sollte. Und genau das sprach er aus: Wie könne diese Familie überhaupt noch funktionieren? Was dann passierte, öffnete ihm die Augen.

Zu seinem Erstaunen begann die Familie seine Frage zu beantworten. Plötzlich fanden alle Dinge, die gut liefen. Noch mehr staunte Steve de Shazer, als die Familie zur zweiten Sitzung kam: Die Stimmung hatte sich komplett gewandelt! In diesem Moment erkannte er: Allein indem wir darauf schauen, was bereits gut läuft, verändert sich etwas zum Guten.

Wie ich mit Lösungsorientierung eine Schreibblockade überwandte

Der Lösungsorientierte Ansatz hilft mir nicht nur bei der Arbeit mit Klienten. Der Blick auf die Lösung hilft mir auch persönlich. Sobald ich merke, dass ich mich ärgere oder sorge, wende ich den Blick ab vom Problem hin zum Ziel.

Bild eines leeren Notizblocks. Text: Die Angst vorm weißen Blatt.

Ärger und Zweifel beim Schreiben

So schweiften meine Gedanken ab, während ich diesen Blogpost schrieb. Plötzlich fand ich mich auf Facebook wieder. Als ich das merkte, ärgerte ich mich und machte mir Vorwürfe, dass ich nicht disziplinierter arbeitete. Aber ich machte mir meinen Ärger klar. Es war ein Zeichen, dass etwas nicht stimmte. Sobald es mir bewusst war, handelte ich.

Gefühle erkennen, Ziele benennen

Als erstes beschrieb ich mein Ziel: Ich will meinen Artikel über Lösungsorientiertes Arbeiten fertig schreiben. Während ich mir mein Ziel in Erinnerung rief, merkte ich noch eine andere Gefühlsregung: Ich zweifelte, ob ich überhaupt etwas dazu zu sagen hätte. Ich bemerkte den Zweifel und erweiterte entsprechend mein Ziel: Ich will einen fundierten Artikel über Lösungsorientiertes Arbeiten schreiben. Damit fühlte ich mich wohl. Jetzt kam der zweite Schritt: Die Suche nach den Ausnahmen.

Ausnahmen suchen: Wann war ich gut?

Ich überlegte, was ich bisher getan hatte, um fundierte Artikel zu schreiben. Ich fand zwei Punkte: Erstens hatte mir das Thema jeweils Spaß gemacht und zweitens hatte ich mich sehr gut vorbereitet. Diese Erkenntnis übertrug ich auf meinen Blogpost.

Ausnahmen anwenden: Ich tue das, was ich eh schon gut kann

Ich rief mir in Erinnerung, weshalb ich den Blogpost überhaupt schrieb: Zum einen um lösungsorientiertes Coaching vorzustellen und zum anderen um auf mein Coaching-Angebot in Köln hinzuweisen. Und hier lag der Spaß: Ich liebe es einfach anderen Menschen zu helfen, Krisen zu überwinden!

Dann schaute ich mir an, wie ich vorbereitet war: Zum einen ich konnte auf das Wissen aus meiner Coaching-Ausbildung zurückgreifen, zum anderen hatte ich ein Buch und einige Artikel zur Lösungsorientierter Kurztherapie gelesen. Das, fand ich, war eine gute Basis. Aber ich wollte mehr: Ich ließ den Text von einer Therapeutin und einem Klienten gegenlesen. Ihre Anregungen flossen in den Blogpost mit ein. Schon der Gedanke daran, beruhigte mich. Ich begann auf meinem Laptop die ersten Zeilen zu tippen.

Der Gedankensprung: Lösungen suchen

Lösungsorientiertes Denken kommt einer Bewusstseinsänderung gleich – oder um nicht ganz so abgehoben zu klingen: einer Änderung der Einstellung. Auf jeden Fall fordert es ein Umdenken!

Okay, das gelingt auch mir nicht immer. Beim Autofahren kann ich mich immer noch herrlich über andere Verkehrsteilnehmer aufregen. Ich steigere mich dann in regelrechte Schimpfarien – und bin jedes Mal froh, wenn meine Kinder nicht im Auto sitzen. Aber in vielen Bereichen klappt es erstaunlich gut. Ich steige schneller als früher aus dem Gedankenkarussell aus und widme mich der Lösungsfindung.

Bild eines sich schnell drehenden Karussells. Text: Das Gedankenkarussell anzuhalten, ist schwierig - auszusteigen einfacher.

Lernen für Krisen in der Zukunft

Das ist das Tolle am Coaching: Das Versprechen für langfristige Veränderung. Ich löse nicht nur mein konkretes Problem jetzt, sondern ich lerne auch Herausforderungen in Zukunft zu meistern.

Und es verändert mich noch mehr:

Indem ich vom Grübeln und Problemwälzen ins Lösungsfinden gehe, erlebe ich mich als handelnd, als verantwortlich und als kompetent mein Leben zu ändern. Selbstwirksamkeit nennen das die Fachleute. Es ist eine Grundzutat der Resilienz, also der Kraft Krisen zu überwinden.

Zum Held der eigenen Geschichte werden

Aber ich finde, ich kann es viel anschaulicher als mit Fachbegriffen beschreiben: Wenn ich mich in meinem Leben verrannt habe, dann suche ich – wie beim Wandern – einfach einen Weg nachhause. So werde ich zum Held meiner eigenen (Lebens-)Geschichte!

Foto-Nachweise

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